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„Sehr spät, dann einzugreifen“: Leonhard kritisiert Hospitalisierungsrate

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Von: Jan Knötzsch

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Wenn‘s um künftige Verschärfungen von Corona-Regeln geht, spielt die Hospitalisierungsrate eine große Rolle. Hamburgs Sozialsenatorin Leonhard sieht‘s zweigeteilt.

Hamburg – Es gibt einfach kein Drumherumkommen. Das Thema Coronavirus und seine Folgen ist allgegenwärtig. Auch fast zwei Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie. Der Bund hat gerade erst neue Corona-Regeln verabschiedet – das bedeuten die Beschlüsse für Hamburg. In der Hansestadt Hamburg sind die 2G-Regeln verschärft und ausgeweitet worden. Um dem Coronavirus Herr zu werden, will Hamburg die Booster-Impfungen auf 160.000 pro Woche aufstocken.

Statt auf den Inzidenzwert kommt es in Sachen weitere Verschärfungen der Corona-Regeln künftig auf die sogenannte Hospitalisierungsrate an. Zu genau der hat sich Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) nun geäußert – kritisch!

Deutsche Politikerin:Melanie Leonhard
Geboren:14. Juli 1977 (Alter 44 Jahre), Harburg, Hamburg
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Aktuelle Tätigkeit:Senatorin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration

Hospitalisierungsrate: Darum will Melanie Leonhard sie nicht als einzigen Indikator nutzen

Gerade erst hat ein Fall eines Corona-Ausbruchs im Kreis Pinneberg, bei dem jetzt nach einer Party, auf der sich Menschen infiziert haben, ein Massentest nötig ist, gezeigt: Das Virus ist noch lange nicht weg. Und schon gar nicht ungefährlich. Ersteres wird wahrscheinlich nie passieren – die Menschen werden sich, nicht nur in Hamburg, daran gewöhnen müssen, mit der Existenz des Coronavirus zu leben. Und entsprechend zu schützen.

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard steht am Rednerpult.
Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard hat Zweifel daran, wenn die Hospitalisierungsrate als einziger Indikator für neue Corona-Beschlüsse gelten soll. © Chris Emil Janßen/dpa

Dafür gibt es jede Menge Impftermine in Hamburg – gerade am Wochenende des 20. und 21. Novembers 2021 können sich Hamurgerinnen und Hamburger ihre Booster-Impfung abholen. In Sachen Booster-Impfung setzt Hamburg auf einen Drei-Schritte-Plan. In Sachen 3G in Bus und Bahn ist der HVV gefragt. Wenn es um neue Corona-Beschränkungen geht, dann ist derweil die Hospitalisierungsrate nun das Maß aller Dinge. Und genau da setzt die Kritik von Melanie Leonhard, der Sozialsenatorin der Hansestadt Hamburg, ein.

Hospitalisierungsrate: Diese Daten will Melanie Leonhard zusätzlich berücksichtigt wissen, wenn‘s um neue Corona-Beschränkungen geht

„Es ist ein guter Indikator. Man ist aber gut beraten, ihn nicht als einzigen zu nehmen“, hat Melanie Leonhard, deren Senator-Kollege Ties Rabe Ungeimpfte für dumm hält, am Freitag laut des NDR gesagt. Bei politischen Entscheidungen müssten demnach laut Leonhard nicht nur die Hospitalisierungsrate, sondern auch andere Daten wie Neuansteckungs- oder Impfquote berücksichtigt werden.

Die Begründung von Hamburgs Sozialsenatorin: Die Rate der Klinikeinweisungen sei um mindestens sieben Tage zeitverzögert. „Wenn die Hospitalisierungsrate sehr hoch ist in einem Bundesland, ist die Lage schon außer Kontrolle. Das heißt, das ist auch sehr spät, dann einzugreifen“, sagt Melanie Leonhard laut des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Hamburg, wo die Inzidenz unter Kindern am höchsten ist und eine Impfpflicht immer wahrscheinlicher wird.

Hospitalisierungsrate: Das gibt dieser Wert an – und so hoch ist er aktuell in Hamburg

Um die Ausbreitung des Coronavirus in den Griff zu bekommen, hatten Bund und Länder am 18. November 2021 neue Grenzwerte für Beschränkungen festgelegt. Die Hospitalisierungsrate gibt dabei an, wie viele Corona-Infizierte pro 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen ins Krankenhaus gekommen sind. In Hamburg liegt die Hospitalisierungsrate aktuell bei 1,94.

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Liegt die Rate über 3, soll 2G gelten. Steigt sie auf mehr als 6, müssen Geimpfte und Genesene in bestimmten Einrichtungen wie Diskotheken, Clubs und Bars zusätzlich einen Test vorlegen (2G plus), so der NDR. Spätestens bei Überschreiten des Schwellenwerts von 9 sollen die Länder dann von weitergehenden Beschränkungen Gebrauch machen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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