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Schüsse in Ottensen: „Schon von klein auf wollte sie Musicaldarstellerin werden“

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Von: Sebastian Peters

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Mutmaßlicher Mord in Hamburg-Ottensen macht die Menschen fassungslos. Die Frage nach dem „Warum?“ ist groß. Die Mutter der toten 22-Jährige berichtet von Stalking.

Hamburg* – Nach der unfassbaren Tat in Hamburg-Ottensen*, bei der zwei Menschen starben*, trauert der Stadtteil. Vor der Tür des Mehrfamilienhauses an der Scheel-Plessen-Straße legten in den letzten Tagen Freunde, Bekannte und Betroffene Blumen, Kerzen und Luftballons ab*. Die Mutter der getöteten 22-jährigen Frau, die sich in Hamburg von einer Schauspiel-Karriere träumte, sprach mit der Schweizer Zeitung „20 Minuten“.

Nach mutmaßlichem Mord in Ottensen: „Schon von klein auf wollte sie Musicaldarstellerin werden“

Die 22-jährige Frau, die vor rund zweieinhalb Jahren aus der Schweiz nach Hamburg gezogen sei, wollte in der Hansestadt Hamburg ihren Kindheitstraum verwirklichen. „Schon von klein auf wollte sie Musicaldarstellerin werden“, erzählte die Mutter bei „20 Minuten“ in dem Interview. Doch ein mutmaßlicher Stalker beendete am Dienstag, 05. April 2022, den Kindheitstraum.

Nach mutmaßlichem Mord in Ottensen
Polizisten mit Maschinenpistolen hatten das gesamte Treppenhaus abgesichert. © Sebastian Peters

Seit bereits neun Monaten soll der mutmaßliche Todesschütze die 22-Jährige gestalkt haben. „Er war unheimlich in sie verliebt, doch sie erwiderte das nicht und wollte auch nie körperlichen Kontakt“, erzählt die Mutter dem Interview. Nach einem Bericht der BILD-Zeitung lebte der mutmaßliche Täter, ein Politiker der Christlichdemokratischen Volkspartei, in der Schweiz. Bis zur Tat soll der Schütze im Städtchen Güttingen am Bodensee (1300 Einwohner) gelebt haben. Nach den Informationen der BILD-Zeitung ist der 22-jährige mutmaßliche Täter „Kim W.“ für die Tat extra nach Hamburg gereist.

Dem Lehrer sagte er, er habe etwas Wichtiges in Hamburg zu erledigen

Mutter der erschossenen 22-Jährigen

Er soll sogar extra ein Hotelzimmer gegenüber der Wohnung der 22-Jährigen angemietet haben. Die Mutter der getöteten Frau: „Es sieht so aus, als hätte er alles geplant“, im Interview bei „20 Minuten“ erzählt die Mutter weiter: „Dem Lehrer sagte er, er habe etwas Wichtiges in Hamburg zu erledigen. Angeblich hatte er kein Rückfahrticket gelöst.“ Sie ist überzeugt, dass „Kim W.“ genau wusste, was er in Hamburg möchte. Den Tod der anstrebenden Schauspielerin.

Zwei Tote in einem Mehrfamilienhaus in Ottensen. Mutmaßlich durch Eifersucht erschossen. Blumen werden niedergelegt
Vor dem Haus haben Anwohner und Passanten Kerzen und Blumen niedergelegt. © Sebastian Peters

Ende November reicht es der 22-Jährigen. Sie macht Kim W. unmissverständlich klar, dass sie nichts von ihm möchte. Keinen körperlichen Kontakt, keine ungewollten Liebesbekundungen. Die Mutter der Erschossenen erzählte gegenüber „20Minuten“, dass Kim W. nach der klaren Ansage vor ihrer Tür in Hamburg stand. Er bedrohte und belästige Sie. Im Nachhinein macht sich die Mutter jetzt Vorwürfe. „Auch wenn die Polizei wohl nicht viel hätte machen können, ich hätte zumindest mit den Eltern das Gespräch suchen müssen“, erzählte die Mutter bei „20Minuten“.

Warum erzählt die Mutter den Medien zu detailliert über das Leben ihrer erschossenen Tochter? Sie möchte mit ihrem Medienauftritt für das Thema „Stalking“ sensibilisieren. Klarmachen, dass es ein ernstes Thema. „Ich kann allen Eltern nur raten: Wenn ihr merkt, dass eurem Kind etwas Ähnliches passiert, nehmt das ernst, konfrontiert die Eltern des Täters oder der Täterin und informiert notfalls die Polizei frühzeitig“, erzählte die Mutter im Interview bei „20Minuten“. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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