Umgebauter Peugeot

Kaputter Fake-Ferrari – Autobande-Opfer verliert 43.000 Euro

  • Joanna Abou Boutros
    vonJoanna Abou Boutros
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Ein Ferrari entpuppt sich als umgebauter Peugeot, er ist absolut schrottreif und tausende Euro sind futsch. Das Opfer: Ein Hamburger Unternehmer. Was war los?

Hamburg – Ein Hamburger Unternehmer ist Opfer einer kriminellen Autobande geworden. 43.000 Euro hat er mit dem Kauf eines vermeintlichen Ferraris in den Sand gesetzt. Dabei sollte das mehr als acht Meter lange, schneeweiße Luxus-Fahrzeug eigentlich Geld in die Kasse des Lohbrügger Party-Limousinendienstes „Deine Limo“ spülen. Was war passiert?

Automobilhersteller:Ferrari
Gründer: Enzo Ferrari
Gründung: 1947, Maranello, Italien
Leitung: Louis Camilleri und John Elkann
Umsatz: 3,767 Milliarden EUR (2019)
Mitarbeiterzahl:4285

Fake-Ferrari ist ein umgebauter Peugeot 406

Der Chef des Limousinenservices hatte den Fake-Ferrari im Sommer 2020 auf der Onlineplattform „Mobile.de“ entdeckt. An den Papieren des Fahrzeuges – übrigens ein umgebauter Peugeot 406 – hatte er nichts auszusetzen. Den Preis von ursprünglich 50.000 Euro handelte er bei einem Bremer Berufskollegen noch auf 43.000 Euro runter. Ein perfektes Angebot? Für den Hamburger schon, er schlug zu! „Ich war überzeugt, das wird der Burner in unserem Fuhrpark“, sagte der Kaufmann der Hamburger Morgenpost.

Insgesamt 28 Luxus-Limousinen vermietet der Hamburger an Feierlustige. Zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder Abschlussfeiern rollen die Fahrzeuge durch die Straßen der Hansestadt. Auch die Schrott-Limousine war bis März in der City zwischen der Speicherstadt und der Reeperbahn unterwegs. Dann zog die Hamburger Polizei sie in der Stresemannstraße aus dem Verkehr.

Gutachter stellt 27 Mängel bei Fake-Ferrari fest

Was folgt, ist ein absoluter Schocker: Ein Gutachter stellte insgesamt 27 Mängel an dem Fake-Ferrari fest. Es gab unter anderem Beanstandungen an Frontscheibe, Auspuff, Felgen, Bremsen und Hinterachse. Fazit: Das Auto ist absolut schrottreif.

Schrottreif: Der Fake-Ferrari hat insgesamt 27 Mängel. (24hamburg.de-Montage)

Doch wie konnte dieses Fahrzeug überhaupt zugelassen werden? Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Wagen in der Ukraine umgebaut und schließlich nach Deutschland importiert worden ist. In der Zulassungsstelle Böblingen gab es die Papiere – ausgestellt von einer korrupten Mitarbeiterin. Gemeinsam mit zwei Komplizen soll sie auf diesem Weg insgesamt 537 Autos auf Deutschlands Straßen gebracht haben. Das berichtet die MOPO. Die Frau wurde festgenommen und muss sich aktuell vor dem Landgericht Stuttgart verantworten.

Wie die Schrott-Limousine durch den TÜV kam, bleibt unklar

Nicht geklärt ist, wie das Fahrzeug durch den TÜV gekommen ist. Angeblich ist der zuständige Prüfer inzwischen verstorben. Auch ob der Bremer Händler in die Geschichte verwickelt ist, bleibt ungeklärt.

Der Lohbrügger Unternehmer hat unterdessen einen Anwalt eingeschaltet und Anzeige erstattet. Der Fake-Ferrarie steht hinter seiner Montagehalle. Solange die Mängel nicht behoben sind, darf das Fahrzeug nicht wieder auf die Straßen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa/picture alliance & Rudolf Gigler/Imago Images

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