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Schon 10.000 mal geteilt: Bewegendes Video soll Abschiebung verhindern

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Von: Kevin Goonewardena

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Eine Hamburger Schülerin soll mit ihrer Familie in den Kosovo abgeschoben werden. Ihre Mitschüler und das Kollegium kämpfen für sie. Bereits tausende Unterstützer.

Hamburg - „Wir sind fassungslos“, sagt eine Frau in einem Videoclip, der derzeit in Hamburg viral geht. Die Frau ist Lehrerin an der Nelson-Mandela-Schule in Wilhelmsburg und was sie so fassungslos macht, das ist die drohende Abschiebung einer ihrer Schülerinnen und ihrer Familie. „Das Mädchen, das ich unterrichte, ist aufgefallen durch Neugier, durch Wissbegierigkeit, sie ist eine treibende Kraft in unserer Klasse“, führt sie in dem Clip weiter aus. Das Mädchen, das ist eines der Kinder der Familie Nimonaj-Stefan, 11 Jahre alt, soll abgeschoben werden. Zurück gehen in ein Land, dass sie nicht kennt und von denen andere sagen, dass es der Ort ist, an den sie hingehöre. Dagegen regt sich nun Protest.

Name:Republik Kosovo
Fläche:10.877 km²
Einwohner:1,9 Millionen
Unabhängig seit:17. Februar 2008 (von Serbien)
Staatsoberhaupt:Präsidentin Vjosa Osmani (seit 2021)

Drohende Abschiebung: Hier geboren, aufgewachsen, sozialisiert

Mitschüler und Lehrer äußern ihr Unverständnis, teilweise ihr Entsetzen über die Entscheidung, die ihnen mitgeteilt wird. Das Mädchen ist hier geboren, spricht Deutsch, kennt das Land, von denen andere sagen, es sei ihr Heimatland nicht, ist hier sozialisiert, hatte eigentlich eine Zukunft in Deutschland vor sich. So wünschen es sich auch ihre Unterstützer. Damit die Familie bleiben kann, haben ihre Unterstützer ein Video gedreht, das in wenigen Tagen bereits über 10.000 Mal aufgerufen wurde.

Betroffen von der Abschiebung wäre auch der 12-jährige Bruder des Mädchens. Er besucht das Helmut Schmidt-Gymnasium in Wilhelmsburg und auch er würde aus seinem intakten Umfeld herausgerissen werden.

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Drohende Abschiebung: Unterstützung kommt auch von der Gewerkschaft

Fast 4000 Unterschriften konnten die Unterstützer der Familie bisher sammeln, die sich für einen Verbleib von Kindern und Eltern aussprechen. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stellt sich hinter die Initiative, die von den Schülern und Schülerinnen der Nelson-Mandela Schule selbst initiiert wurde. Die Gewerkschaft stellte den CVlip stellte den Clip aufg ihrer Website selbst online.

Straße im Kosovo
Ein Straße in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo. Das noch junge europäische Land ist tief zerissen. © Valeria Plesch/dpa

Wir fordern Schulsenator Ties Rabe dazu auf, sich gegen diese unmenschliche Praxis einzusetzen, denn Kinderrechte haben einen höheren Stellenwert, als staatliches Abschiebeinteresse

Sven Quiring, GEW-Vorsitzender Hamburg

„Schule und Ausbildung für alle sind elementare Menschenrechte. Eine reiche Stadt wie Hamburg kann hier ein Zeichen setzen für ein menschenwürdiges Aufwachsen und eine Zukunft aller Menschen, die hier leben, führte Quiring weiter aus. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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