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Omikron: Schnelltests bei Corona-Variante offenbar ungenau

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Von: Bona Hyun

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Schnelltests zeigen bei Omikron oft ein ungenaues Ergebnis an. Mutierende Corona-Varianten werden deshalb nicht immer erkannt. Forscher erklären, warum. 

Hamburg – Die Omikron-Variante verbreitete sich in Südafrika mit rasanter Geschwindigkeit und hat auch Deutschland inzwischen stark eingenommen. Experten sind in großer Sorge, weil die Omikron-Variante ansteckender ist, als die Delta-Variante. Bereits mehrere Omikron-Fälle wurden in der Hansestadt Hamburg nachgewiesen – deutschlandweit ist Hamburg Hotspot für die Omikron-Variante. Der momentane Anteil von Omikron in Hamburg wird auf 30-40 Prozent geschätzt. Virologen gehen von einer Verdopplung etwa alle drei Tage aus, weshalb zu Silvester etwaige Verschärfungen der Corona-Regeln beschlossen wurden.

Corona-Fälle in Hamburg insgesamt:137.000
Todesfälle:1.970
Corona-Fälle in Deutschland insgesamt:7,06 Millionen
Todesfälle:111.000

Corona-Infizierte werden häufig durch Antigen-Schnelltests oder Selbsttests identifiziert, allerdings zeigen die Corona-Schnelltests laut RKI oft ein falsches Ergebnis an. Das stellt ein Problem für den Nachweis der Omikron-Variante dar. Die Gründe für ungenaue Tests sind bekannt.

Schnelltests erkennen Omikron nicht wie frühere Varianten – geringe Testempfindlichkeit

Kürzlich hatte der Labormediziner Matthias Orth schon seine Zweifel über die Verlässlichkeit der Schnelltests für die Delta-Variante geäußert. Der Tenor: Die Antigen-Schnelltests erkennen die Delta-Variante nicht. Nun berichtet die Tagesschau, dass Untersuchungen einer US-Arzneimittelbehörde, der FDA, zeigen, dass Antigen-Schnelltests auch die Omikron-Variante nicht so gut erkennen, wie frühere Varianten. Laut FDA können Antigen-Schnelltests Omikron-Infektionen zwar erkennen, weisen jedoch eine geringere Empfindlichkeit auf. Die Empfindlichkeit sei ein Maß für die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schnelltest bei einer Infektion ein positives Ergebnis zeigt.

Testsets für Covid-19 Schnelltest
Antigen-Schnelltests können eine Infektion mit der Omikron-Mutation nicht sicher nachweisen © Jens Schmitz/imago

Die aktuellen Erkenntnisse basieren auf Forschungsergebnissen mit lebenden Viren von echten Patienten. Die FDA hatte bei vorherigen Untersuchungen Tests mit abgetöteten Viren untersucht und konnte dabei zunächst keine Unterschiede bei den Corona-Mutationen feststellen. Nun spiegeln die neuen Daten die Realität besser wider, so die FDA – allerdings seien die Studien noch nicht abgeschlossen, heißt es von der tagesschau.

Erkennen Schnelltests Omikron? Lauterbach (SPD) hoffnungsvoll, andere Experten skeptisch

Gesundheitsminister und Epidemiologe Karl Lauterbach (SPD) ist bezüglich der Sicherheit von Antigen-Schnelltests hoffnungsvoll gestimmt. Er teilte auf Twitter das Testergebnis der Virologin Sandra Ciesek, die mit Schnelltests von den drei Herstellern Roche, Siemens und Flowflex einen Rache- und Nasenabstrich durchführte, um Personen auf Omikron zu testen.

Alle drei Tests zeigten auch bei Omikron ein positives Ergebnis an. „Gute Nachricht. Die Antigentests wirken bei Omikron“, twitterte Gesundheitsminister Lauterbach. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass die Ergebnisse der drei Schnelltests nicht zwangsläufig für andere Hersteller gelten müssen. Andere Experten bleiben Experten weiterhin skeptisch.

Antigen- und PCR-Tests für Omikron-Variante weiterhin empfohlen

Die FDA sprach weiterhin eine Empfehlung für Antigen-Schnelltests aus, natürlich unter Beachtung offizieller Anweisungen. Bei einigen Schnelltests sei es wichtig, gewisse Zeitabstände einzuhalten, um einen negativen Befund zu bestätigen.

Sollte eine Person Corona-Symptome aufweisen oder ein Corona-Erstkontakt sein, ist es laut Experten empfehlenswert, trotz negativem Schnelltest-Ergebnis, insbesondere bei Omikron-Symptomen, einen PCR-Test zu machen.

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Welche Tests erkennen Omikron? PCR-Tests für Erkennung verlässlicher, da Hülle von Virus mutiert

Als verlässlicher gelten immer noch die PCR-Tests. Im Unterschied zu Antigen-Schnelltests springen PCR-Tests nicht auf Eiweißfragmente (Proteine) aus der Hülle des Virus an. Diese sind bei einer Omikron-Variante mutiert und können von den Schnelltests schwer oder ungenau erkannt werden. PCR-Tests hingegen weisen das genetische Material des Virus nach und können Kopien der Virus-RNA herstellen. Letztendlich gelten beide, die Schnell- und die PCR-Tests, als unverzichtbar für die Eindämmung der Pandemie. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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