Massenpartys in Hamburg

Schanzenviertel in Feierwut, Senat droht mit Verschärfungen

  • Christian Einfeldt
    vonChristian Einfeldt
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Bis zu 4500 Menschen waren Samstagnacht im Schanzenviertel unterwegs. Nachdem die Polizei das Viertel gesperrt hatte, drohen nun weitere Konsequenzen.

Hamburg – Tausende Menschen zog es am Wochenende auf die Straßen des Schanzenviertels – die entspannte Corona-Lage in Hamburg und das sommerliche Wetter waren der Grund. Nach einem langen Lockdown wollten viele ihre neugewonnenen Freiheiten und Corona-Lockerungen in Hamburg* genießen und strömten kurzerhand die Cafés und Restaurants. Doch Samstagnacht eskalierte die Situation. Aufgrund zahlreicher Corona-Verstöße muss das Schanzenviertel genauso wie St. Pauli nun Konsequenzen fürchten.

Stadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (Stand: 2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Polizei schließt Lokale wegen Corona-Verstößen – Senat will weitere Maßnahmen

Kaum erwacht Hamburg aus dem Corona-Schlaf, muss auch schon wieder die Polizei eingreifen. So etwa am 22. Mai, als auf der Reeperbahn wieder Party und Stress zurückkehrten*. Doch auch das vergangene Wochenende blieb Hamburgs Polizei nicht ohne Einsatz: Die Polizei erfasste am Freitag, dem 28. Mai, mehr als 4000 Menschen. Einen Tag später, am Samstag, waren es gar 4500 Menschen, die sich bei bestem Wetter im Schanzenviertel und auf St. Pauli nach etwas Normalität sehnten und feierten.

Egal ob auf der Piazza am Schulterblatt oder rund um den Club Große Freiheit, der Anfang des Jahres als Corona-Leugner in die Kritik geraten war*: Für einen kurzen Moment schien es so, als sei die Corona-Pandemie längst Geschichte. Doch der Freude aufgrund gelockerten Corona-Maßnahmen machte die Polizei einen Strich durch die Rechnung. Verstöße gegen die Maskenpflicht, das Nicht-einhalten des Alkoholverbots und des Abstandsgebots zogen Konsequenzen nach sich: Die Polizei schloss zahlreiche Betriebe auf dem Hamburger Kiez.

Nach Massenpartys in Hamburg droht der Senat mit neuen Corona-Maßnahmen. (24hamburg.de-Montage)

Lage eskaliert bei illegaler Rave-Party im Schanzenviertel – Senat stinksauer

Für die Polizeibeamten sollte es allerdings nicht der letzte Einsatz des Abends gewesen sein. Nach Polizeiangaben trafen sich etwa 1500 Menschen zu einer illegalen Rave-Party im Florapark. Die feierwütige Menge konnte scheinbar nicht mehr warten, bis auch in Hamburg die Clubs und Diskotheken aufmachen*. Als die Polizei eintraf, wiederholte sich das Bild vom Vorabend: Der Großteil der Menschen hielten sich nicht an die Maskenpflicht und auch von der Abstandsregel machten nur die wenigsten Gebrauch.

Die Polizei löste die Party auf, doch ihr Einsatz sollte nicht bei allen Beteiligten für Einsicht sorgen. Im Gegenteil: Ähnlich wie in der Nacht zum 23. Mai, als eine Massenschlägerei vor einer Kiez-Kneipe für Aufregung sorgte*, war auch hier Stress vorprogrammiert.

So warf die unbelehrbare Gruppe, die nachts durch das Schanzenviertel zog, vereinzelt Flaschen Richtung Polizei und beschädigten dabei mehrere Streifenwagen. Sie trafen dabei sogar eine Passantin, die jedoch unversehrt blieb. Für die Polizei entwickelte sich die Situation zu einem Großeinsatz, der zeitweise bis zu 100 Einsatzkräfte erforderte. Erst gegen 4 Uhr beendete die Polizei ihren Einsatz.

Massenparty im Schanzenviertel: Der Senat droht jetzt verschärfte Maßnahmen an

Die jüngsten Geschehnisse rufen jetzt auch die Politik auf den Plan. So zeigt sich Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, die kürzlich die Gendersprache in Behörden forderte*, besorgt um die aktuellen Ereignisse. Drohen die neugewonnenen Freiheiten in Hamburg ausgerechnet zum Start des Sommers erneut zu kippen?

Anlass zur Sorge gibt jedenfalls ihre Einschätzung zur Massenparty im Schanzenviertel. So sprach die Grünen-Politikerin von einer „rücksichtslosen Massenparty mit Potenzial für ein Corona-Superspreaderevent“, die durch Maßnahmen reguliert werden müsse, „wenn sich die Lage nicht durch Einsicht entspannt“. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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