1. 24hamburg
  2. Hamburg

Sauerstoffknappheit in Hamburger Elbe: Lage bleibt weiter angespannt

Erstellt:

Von: Christian Einfeldt

Kommentare

Ein extrem niedriger Sauerstoffgehalt bedrohte zuletzt in der Hamburger Elbe zahlreiche Fischarten. Besserung ist in Sicht – doch die Lage bleibt angespannt.

Hamburg – Eine Meldung hat Hamburg große Sorge bereitet: In der Elbe sterben scheinbar plötzlich tausende Fische. Seit Wochen gibt es Probleme mit dem Sauerstoff in der Hamburg Elbe – und die Lage bleibt mancherorts angespannt. Die Situation sei nicht befriedigend, aber zumindest seien die bedrohlichen Werte einer Sauerstoff-Konzentration von unter 4 Milligramm pro Liter nur noch an wenigen Stellen vorhanden, sagte Karl-Heinz Meyer, Geschäftsleitung des Anglerverbands Hamburg, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Strom in Europa:Elbe
Länge:1.094 km
Flussgebiet:148.268 km²
Mund:Nordsee

Sauerstoffgehalt in der Elbe: Keine Extremsituation mehr, doch „Dauerstress für die Tiere“ bleibt

Ende Juni warnten Umweltschützer vor einem Massensterben in der Elbe. Zahlreiche Fischarten wären aufgrund von Sauerstoffknappheit bedroht gewiesen, hieß es noch vor wenigen Wochen. Dieses Problem gebe es zurzeit nicht mehr, betonte Meyer. Gegenüber der dpa bestätigte ein Sprecher der Umweltbehörde, dass sich das Sauerstofftal auf den Hafenbereich zurückgezogen habe: „Insgesamt scheint sich die Lage im Hamburger Bereich zu entspannen.“ Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in der Hansestadt Hamburg sieht das jedoch anders.

Hamburger Elbe.
Hamburger Elbe: Ein niedriger Sauerstoffgehalt bedrohte im Sommer zahlreiche Fischarten. (Symbolbild) © F. Anthea Schaap/Imago

Vorbei sei zwar die Extremsituation vom Juni, sagte der Nabu-Referent für Gewässerschutz, Eike Schilling. „Aber die Situation ist weit weg von gut.“ Es herrsche an vielen Stellen nach wie vor „Dauerstress für die Tiere“. Meyer vom Anglerverband betonte, es könne schnell wieder zu einer Verschlechterung kommen, wenn es ein paar Tage hintereinander warm sei. „Es ist nach wie vor sehr anfällig.“

Nachrichten aus Hamburg direkt aufs Handy – ganz einfach via Telegram

Fischsterben in der Elbe: Ursachen für die Sauerstoffknappheit im Sommer

An der Stelle Seemannshöft im Hamburger Hafen lag die Sauerstoff-Konzentration nach Angaben des Anglerverbandes zuletzt bei 3,76 Milligramm pro Liter. An der Messstelle Bunthaus, an der es zeitweise extrem knapp gewesen sei, seien es dagegen inzwischen wieder 8,76 Milligramm pro Liter. Nach Ansicht des Naturschutzbundes sind mindestens 6 Milligramm pro Liter notwendig, damit es zu keinerlei Beeinträchtigungen der Fischfauna kommt.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Ein gewisser Sauerstoffmangel im Sommer ist in der Elbe nicht ungewöhnlich. Die Erklärung der Behörde für die diesjährige dramatische Verschlechterung: Bei Schnackenburg (Niedersachsen) war es nach Erkenntnissen der Behörde zu einem „Auffressen“ von Kieselalgen durch Zooplankton gekommen, weil die Mittelelbe zu dem Zeitpunkt nur geringes Oberwasser hatte. Sie floss deshalb langsamer, es wuchsen mehr Algen und Rädertierchen, Wimpertierchen, Krebstiere und Co. konnten ordentlich futtern. Beim Abbau von deren Ausscheidungen wurde weiterer Sauerstoff verbraucht.

„Als Folge gelangte nur noch sauerstoffarmes Wasser aus der Mittel- in die Tideelbe, mit der Folge, dass an der Messstation Bunthaus die O2-Konzentrationen sogar unterhalb derjenigen in Seemannshöft und Blankenese fielen, was sehr ungewöhnlich ist“, hieß es. Laut Nabu ist das nur eine zusätzliche Ursache. Grundproblem bleibe die Elbvertiefung, sie habe die Situation verschlimmert. (Mit dpa-Material)

Auch interessant

Kommentare