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Sauerstoffknappheit in Elbe: Umweltschützer warnen vor Massensterben

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Von: Bona Hyun

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In der Elbe wird der Sauerstoff knapper. Zahlreiche Fischarten könnten verenden. Umweltverbände schlagen Alarm und haben eine klare Forderung.

Hamburg – Dramatisches Fischsterben setzt derzeit in der Elbe ein. Wegen der hohen Temperaturen werde der Sauerstoffgehalt in der Elbe knapper. Umweltverbände BUND, Nabu und WWF warnen vor einem Massensterben jeglicher Lebewesen in der Elbe und haben eine klare Forderung. Ihre Meinung: Die Elbvertiefung würde die tödliche Situation für die Fische und das gesamte Ökosystem verschlimmern.

Geringer Sauerstoff in Elbe: Massenweises Fischsterben – Umweltverbände in Sorge um Ökosystem

Die zusammengeschlossenen Umweltverbände sprachen von einer tödlichen Situation für die Elbfische. Für Hamburg ist das plötzliche Fischesterben in der Elbe kein unbekanntes Problem. „Im gesamten Hafenbereich sowie bis Wedel und weit hinter die Bunthäuser Spitze ist die Sauerstoffkonzentration auf Werte von unter zwei Milligramm pro Liter abgesunken (...)“, teilte das Aktionsbündnis am Donnerstag, 30. Juni 2022, in Hamburg mit. Nicht nur in der Hansestadt Hamburg wurden tote Fische im Gewässer aufgefunden – massenhaftes Fischsterben im Juni beobachteten Forscher auf St. Peter-Ording.

Neben dem Hamburger Hafen sieht man Fischer in einem Eimer.
Hamburger Elbe: Jedes Jahr im Sommer gibt es einen Sauerstoffmangel, der für Fische zur Belastung wird. © Philipp Schulze/dpa/imago/Montage

Die Verbände fürchten, dass langfristig ein gesamtes Ökosystem sterben werde. Seit Jahren werde der Nachwuchs der Stinte, eine Famiie der Knochenfische, von den schlechten Sauerstoffwerten in der Elbe vernichtet. Auch andere Fischarten wie Flundern, Schollen, Rapfen und Finten seien bedroht. Langfristig könnte ein gesamtes Ökosystem sterben.

Fischsterben in Elbe: Tödliche Situation durch Elbvertiefung verschlimmert

Die Umweltschützer sind davon überzeugt, dass die Elbvertiefung die Situation in der Elbe verschlimmert hat. Das Injektionsschiff „Akke“ beispielsweise würde den Schlick in der Flusssohle aufwirbeln, damit er von der Strömung weggeseplült wird. In der trüben Elbe wäre dies ein Todesstoß für viele Lebewesen. Die Verbände fordern deshalb eine Aussetzung der erlaubten Baggerarbeiten für den Juli 2022.

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Fische verenden wegen Sauerstoffmangel in Elbe – HPA weist Kritik zurück

Die Hamburg Port Authority weist die Vorwürfe zurück. „Die HPA setzt lediglich Geräte ein, die zwar Sedimente aus dem Fluss holen, diese aber nicht aufwirbeln“, teilte sie mit. Baggerungen seien auf erforderliche Bereiche begrenzt und mit schonenden Methoden durchgeführt. Einsatzgeräte, wie der Saugbagger würden Sedimente direkt vom Grund des Flusses aufsaugen, ohne sie aufzuwirbeln. Diese Sedimente würden in Gebiete außerhalb des Hafens gebracht, an denen es keine Probleme mit dem Sauerstoffgehalt gebe. Bei besonders sandigen Untergründen könne die HPA ganzjährig auch Wasserinjektionsgeräte einsetzen. (mit dpa-Material)

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