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S-Bahn-Sperrung: Hamburg-Diebsteich entfällt S3 und S21 für ein Jahr

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Von: Kevin Goonewardena

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Bis Oktober 2023 halten die Linien S3 und S21 nicht am Diebsteich. Grund ist das Großprojekt Fernbahnhof Altona. Busse statt Bahnen für Reisende.

Hamburg – Fahrgäste der Linien S21 und S3 im Bereich Diebsteich in Hamburg müssen sich schon bald auf weitreichende Einschränkungen einstellen. Denn die S-Bahn Hamburg sperrt die Haltestelle Diebsteich ab dem 15. Oktober 2022 für den Zeitraum eines Jahres für den Verkehr – die Station wird von den S-Bahn-Zügen in beiden Richtungen ohne Halt des Zuges durchfahren. Grund für die Maßnahme der Deutschen Bahn-Tochter, die zuletzt ein als rollendes Büro ausgebaute S-Bahn mit Arbeitsplätzen und WLAN auf die Strecke geschickt hatte, sind die Bauarbeiten im Zuge der Verlegung des jetzigen Fernbahnhofs Altona an den neuen Standort Diebsteich.

Ab 2028 sollen am Diebsteich rund 380 Züge des Regional- und Fernverkehrs abgefertigt werden. Bis die eigentlichen Arbeiten am neuen Fernbahnhof Altona beginnen, baut die Bahn eine neue S-Bahnstation. Für Fahrgäste bedeutet das ein Jahr lang Busse statt Bahnen.

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Name:S-Bahn Hamburg GmbH
Gegründet:1997 (als 100 % Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG)
Linien und Haltestellen:4 Linien (und 2 Verstärkerlinien) / 69 Haltestellen
Fahrgäste pro Jahr:rund 280 Millionen (2021)

S-Bahn Hamburg: Einschränkungen auf Linien S3 und S21 beginnen am 15. Oktober 2022

Vorbereitende Maßnahmen für die Sperrung in der Form der Errichtung zweier sogenannter Umfahrungsgleise finden von Sonnabend, 15. Oktober bis zum Sonntag, dem 23. Oktober 2022 (Betriebsschluss) an der Station Diebsteich statt. Fahrgäste zwischen Altona und Eidelstedt müssen in dem Zeitraum auf Busse ausweichen. Die Bahnen der Linie S3 verkehren in diesem Zeitraum lediglich zwischen Stade/Buxtehude und Altona beziehungsweise zwischen Pinneberg und Eidelstedt. Die Linie S21 fährt nur zwischen Aumühle und Altona.

Der Siegerentwurf der dänischen Architekten C.F. Møller am Diebsteich.
So soll er einmal aussehen: der neue Fernbahnhof Altona am Diebsteich. Die beiden Hochhäuser werden durch einen privaten Investor errichtet. © Visualisierung: C.F. Møller

S3, S21: Sperrung Diebsteich bis 2023 - Buslinie 180 als weitere Alternative für Reisende

Ab dem 24. Oktober 2022 werden die S-Bahnen der Linien S3 und S21 im HVV dann den Haltepunkt Diebsteich für die Dauer von einem Jahr weiträumig umfahren. Weitere Haltestellen im Streckenverlauf der Linien S3 und S21 in Hamburg werden von der Sperrung nicht betroffen sein. Als Alternative zu dem Schienenersatzverkehr können Reisende zwischen den Haltestellen Diebsteich und Holstenstraße, sowie Diebsteich und Stelligen auch auf die reguläre Buslinie 180 der Hochbahn ausweichen. Diese soll in den Hauptverkehrszeiten auf einen 5-Minuten-Takt verstärkt werden. Ab dem 16. Oktober 2023 wird der planmäßige Verkehr der Linien S3 und S21 voraussichtlich wieder aufgenommen werden können.

Sperrung Diebsteich S-Bahn: Fußgängerführung ändert sich – Plöner Stieg wird gesperrt

Einhergehend mit der Sperrung der S-Bahn-Station Diebsteich im HVV ist auch eine veränderte Wegführung für Fußgänger und Fußgängerinnen in dem Bereich. Entlang des Geländes des DHL-Paketverteilzentrum wird im Oktober eine temporäre Fußgängerführung eröffnet, teilte die Deutsche Bahn mit. Der Plöner Stieg wird im Anschluss für Fußgänger und Radfahrer gesperrt.

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Deutsche Bahn investiert Mega-Summe im Norden – Kosten Fernbahnhof Diebsteich bereits jetzt höher

Die Deutsche Bahn investiert in den kommenden Jahren eine Mega-Summe von mehr las 800 Millionen Euro in Norddeutschland. Ein Großteil des Geldes ist für den neuen Standort des Fernbahnhofs Altona vorgesehen. Auch der Bau der Linie S4 nach Bad Oldesloe, über den sich Interessierte in einem extra hergerichteten Waggon informieren können, gehört zu den Investitionsprojekten. Der Bahnhof am Diebsteich ist keineswegs unumstritten; die Initiative Prellbock Altona, die sich für einen Verbleib am jetzigen Standort einsetzt, bezeichnet das Bauvorhaben laut der Tageszeitung Hamburger Abendblatt als „neues Stuttgart21“ und „unterdimensioniert“.

Tatsächlich sollen am Bahnhof Diebsteich einmal 380 Züge abgefertigt werden und damit mehr als aktuell – bei weniger Gleisen. Auch die Kosten des Projekts rufen Kritiker hervor. Diese sind jetzt bereits auf über 540 Millionen Euro gestiegen. Zu Beginn standen Baukosten von 360 Millionen Euro im Raum.

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