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Hamburg: Oligarch bettelt um Freigabe von festgesetzter Russen-Yacht

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Von: Sebastian Peters

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Die Luna liegt in Hamburger Hafen
Die LUNA liegt in einem Trockendock bei Blohm + Voss im Hamburger Hafen. (Archivbild) © Sebastian Peters

Es bleibt spannend um die Luxus-Yacht Luna. Nun möchte der Oligarch Farkhad Akhmedov seine Yacht wieder haben. Anwälte haben Brüssel angeschrieben.

Hamburg – Der 66-jährige russische Oligarch Farkhad Akhmedov, dessen Luxus-Yacht, die MV LUNA im Hamburger Hafen festgesetzt wurde, bettelt nun in Brüssel um Aufhebung der Sanktionen gegen ihn. Wie Daily Mail berichtet, haben Anwälte im Namen von Herrn Akhmedov Unterlagen in Brüssel abgegeben.

Oligarch bettelt wegen festgesetzter Russen-Yacht – EU-Sanktionen beruhten auf falschen Tatsachen

In denen soll stehen, dass er „nicht mehr im Energiesektor tätig ist … und das seit mehreren Jahren nicht mehr“. Somit sollen die Sanktionen auf Informationen beruhen, die gar nicht mehr stimmen. Diese juristischen Unterlagen sollen bereits am Freitag, 3. Juni 2022, eingereicht worden sein, so Daily Mail weiter.

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass die Luna festgesetzt worden ist. In einem langjährigen Ehestreit hatte ein Gericht zunächst entschieden, dass eine Ex-Frau circa die Hälfte seiner Besitztümer bekäme. In Dubai wurde damals seine Luxus-Yacht beschlagnahmt.

Auch weitere Luxusgüter wie sein großer Hubschrauber und ein Schnellboot wurden beschlagnahmt. In dem jetzigen Fall der EU-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen geben die Anwälte von Herrn Akhmedov zwar zu, dass er in der Lokalpolitik von Russland involviert gewesen sei, er hätte allerdings nie ein Amt politisch bekleidet, so Daily Mail.

In einer Kopie der Akten, die The Times vorliegen soll, hat Farkhad Akhmedov gesagt, er stehe „dem Kreml überhaupt nicht nahe und (sei) nie Teil des Kreises um Präsident Wladimir Putin gewesen“. Tatsächlich steht Akhmedov in einem Rechtsstreit mit dem größten russischen Gasversorger Gazprom.

Dies soll bereits seit mehreren Jahren so sein, so die Anwälte. Inwieweit diese Argumentation Brüssel zum „Umdenken“ der Sanktionen führen wird, ist bislang unklar. Bis jetzt ist die Luna im Hamburger Hafen „an die Kette“ gelegt.

Bei der „Russen-Yacht“ Solandge sieht die Situation anders aus. Die Yacht hat, kurz bevor der vorherige Eigner auf der Sanktionsliste landete, den Inhaber gewechselt. Zufall? Man munkelt, dass es nur ein Trick war, um die Behörden von der Festsetzung der Solandge abzuhalten. Mit Erfolg. Die Solandge konnte den Hamburger Behörden davonfahren und den Hamburger Hafen verlassen.

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