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RS-Virus bei Kindern: UKE spricht von massivem Anstieg – was Eltern tun sollten

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Von: Kevin Goonewardena

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Neben dem Coronavirus hat auch ein anderes Virus gerade Saison: Das sogenannte RS-Virus. Es ist besonders ansteckend für Kinder. Wie die Lage in Hamburg ist.

Hamburg – Das Coronavirus hält die Welt seit rund zwei Jahren in Atem, doch auch die anderen Viruserkrankungen pausieren nicht. Etwa die jährlich auftretende Grippe oder das RS-Virus, das besonders für Babys und Kleinkinder höchst ansteckend ist. RS, das steht für „Respiratorischen Synzytial“ und das so benannte Virus befällt die Schleimhäute der Kleinsten, es kann zu schweren Atemwegserkrankungen kommen. Aktuell hat das RS-Virus wieder Saison – und stellt die Kliniken wie etwa in Bayern*, Frankfurt am Main* oder in Niedersachsen* vor erhebliche zusätzliche Herausforderungen.

Symptome einer RS-Infektion:
Schnupfen
Verweigerung der Flüssigkeitsaufnahme
Trockener Husten
Halsschmerzen
Fieber
Zu schnelle Atmung, häufig rasselnd

RS-Virus: So sieht die aktuelle Lage am UKE aus

Die diesjährigen Zahlen liegen deutlich über denen des Vorjahreszeitraums.

Prof. Dr. Jun Oh (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)

Prof. Dr. Jun Oh, Leiter der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Lebertransplantation, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKE, nannte auf Anfrage von 24hamburg.de konkrete Zahlen zu den an RSV-Patienten in seinem Zuständigkeitsbereich am UKE. Zwar seien diese aktuell rückläufig, aber in den vergangenen Wochen seien „im Schnitt 8 bis 14 Kinder pro Tag mit dem RS-Virus oder anderen viralen Infektion der oberen Luftwege stationär behandelt“ worden, teilte Prof. Dr. Jun Oh mit. Die diesjährigen Zahlen lägen deutlich über dem Vorjahreszeitraum, so der Prof. Dr. Jun Oh weiter.

RS-Virus: Das ist das Virus und so gefährlich ist es

Das RS-Virus kann schwere Atemwegserkrankungen auslösen, denn es ist auf die Schleimhaut der Atemwege spezialisiert. RSV befällt zwar nicht nur Kinder und Babys, allerdings löst eine Infektion bei Erwachsenen meist nur eine leichte Erkältung aus. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist das anders, da deren Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Neben dem schweren Verlauf der Ansteckung selbst, kann es infolge einer Infektion zu Lungenentzündung, Bronchitis und Bronchiolitis, das ist eine Entzündung der kleinsten, knorpelfreien Bronchien, kommen. Das berichtet unter anderem RTL. Weiter heißt es in dem Bericht, dass der Verlauf umso schwerer sei, je jünger das Kind beim Erstkontakt ist. Frühchen sind besonders gefährdet.

Ein Arzt untersucht in einer Kinderklinik ein Kind. Die Kliniken sind derzeit voll mit Kindern mit dem RS-Virus - einer Atemwegserkrankung, die vor allem die Jüngsten trifft. FOTO: dpa
Ein Arzt untersucht in einer Kinderklinik ein Kind. Die Kliniken sind derzeit voll mit Kindern mit dem RS-Virus - einer Atemwegserkrankung, die vor allem die Jüngsten trifft. © picture alliance/dpa

RS-Virus: „Eltern können ihre Kinder nicht davor bewahren, sich zu infizieren“

Die Kinder- und Jugendärztin Kinder- und Jugendärztin Barbara Mühlfeld sagte gegenüber RTL.de, dass Eltern ihre Kinder nicht vor einer Infektion bewahren könnten. Dafür seien die Symptome zu ansteckend, so Mühlfeld weiter. Doch auch wenn jeder laut der Ärztin da einmal durch müsse, macht die Expertin auch Hoffnung. Denn „je älter das Kind, desto leichter sind die Symptome.“  Und auch in noch jungen Jahren ließen sich die Verläufe beeinflussen und der Heilungsprozess nach einer Ansteckung zusätzlich zur Behandlung unterstützen. Folgende Maßnahmen helfen unterstützend:

Die Nase sollte freigehalten werden
Zufuhr von kühler, frischer Luft (Fenster öffnen, Spaziergang draußen)
Das trinken von Tee
Generell ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
Anwendung einer Kochsalzlösung (wenn das Kind es verträgt)

Prof. Dr. Jun Oh rät „Eltern sollten bei Anzeichen einer Infektion der oberen Luftwege frühzeitig einen Kinderarzt bzw. eine Kinderärztin aufsuchen, um überprüfen zu lassen, ob eine Infektion mit dem RS-Virus vorliegt. Vor allem Familien mit Neugeborenen und Kleinkindern sollten die bisher geltenden Hygienemaßnahmen weiter einhalten, um schwere Verläufe zu vermeiden“, so der Mediziner gegenüber 24hamburg.de.

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RS-Virus: Alarmsignale, auf die Eltern achten sollten

Mühlfeld sagte dem Webangebot des Senders, dass die Schleimhautschwellung das größte Problem bei der Behandlung sei. Die Kinder- und Jugendärztin nannte auch Symptome, auf die Eltern, neben den eingangs genannten, speziell achten sollten, um eine Schwellung der Schleimheute frühzeitig feststellen zu können. Dazu gehört schnelles Atmen, eine längere Ausatmungs-, als Einatmungsphase, Einziehungen in den Bereichen von Schlüsselbein, des oberen Magens sowie der Rippen, Atemnot und das schnelle Auf und Ab Bewegen der Nasenflügel beim Atmen.

RS-Virus: Deswegen steigen die Zahlen in Deutschland um ein vielfaches

Prof. Dr. Jun Oh äußerte sich gegenüber 24hamburg.de auch zu den Gründen der gestiegenen Anzahl von RSV-Patienten in diesem Jahr. Normalerweise würden Patienten durch eine Impfung vor dem Erreger geschützt, doch dieses Jahr sei das bei vielen Patienten nicht möglich gewesen. „Da der Erreger dieses Jahr aber früher aufgetreten ist, konnten die prophylaktischen Impfungen noch nicht bei vielen Patient:innen durchgeführt werden“, so Prof. Dr. Jun Oh. *24hamburg de, merkur.de, fnp.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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