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RKI warnt zu Silvester: So gefährlich sind Raclette und Fondue

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Von: Kevin Goonewardena

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Millionen Deutsche lieben Raclette und Fleischfondue an Weihnachten. Nun zeigt eine RKI-Studie den Zusammenhang zwischen dem Essen und Darmerkrankungen auf.

Hamburg – In aller Munde ist das Robert Koch-Institut (RKI) seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor etwa zwei Jahren. Doch die Aufgaben der Bundesbehörde beschränken sich keineswegs nur auf die Analyse und Bekämpfung des Coronavirus. Vereinfacht gesagt, ist die dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellte Institution für Infektionskrankheiten und nicht ansteckende Erkrankungen zuständig. Nun warnt das RKI vor einer ansteckenden Durchfallerkrankung nach erhöhtem Verzerr von Fleischfondue und Raclette an den Feiertagen.*

Name:Robert-Koch-Institut
Gründungsjahr & Sitz:1. Juli 1891, Berlin
Aufsichtsbehörde:Bundesministerium für Gesundheit
Präsident:Prof. Dr. Lothar H. Wieler
Mitarbeitende:1100, davon rund 450 wissenschaftliche Mitarbeitende

RKI: Zusammenhang zwischen Fondue, Raclette und Darmerkrankung

In dem Fachmagazin „Scientific Reports“ erläutern RKI-Wissenschaftler nun den Zusammenhang zwischen den genannten Speisen und der ansteckenden Darmerkrankung. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, wollte das Forscherteam von Patienten wissen, die nach den Feiertagen Beschwerden durch eine bestimmte Durchfallerkrankung entwickelt haben, ob diese vermehrt Fondue oder Raclette gegessen hätten. Der Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die weniger oder keine dieser traditionellen Festtagsgerichte gegessen hätten, zeigte den Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Konsum dieser Gerichte der anderen auf.

Eine neue Studie des RKI hat ergeben, dass das Risiko für bestimmte Durchfallerkrankungen durch Fleischfondue oder Raclette mit Fleisch gesteigert ist.
Eine neue Studie des RKI hat ergeben, dass das Risiko für bestimmte Durchfallerkrankungen durch Fleischfondue oder Raclette mit Fleisch gesteigert ist. © Adrien Nowak/Imago

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Robert Koch-Institut: Rohes Hähnchen an Weihnachten steht in besonderem Zusammenhang zu Darmerkrankung

Deutlich wurde der Zusammenhang nach dem Verzehr von Hähnchenfleisch. Der Anteil der Erkrankten, die Geflügel gegessen hatten, war nach den Feiertagen mehr als doppelt so hoch, wie der Anteil der Kontrollgruppe.

Rohes Hühnerfleisch ist häufig mit Bakterien verunreinigt

aus dem RKI-Bericht

Vor allem, wenn es um die Zubereitung von Fleischfondue und Raclette gehe, werde das rohe Fleisch häufig mit bloßen Fingern angefasst. Das Nicht-Benutzen von beispielsweise einer Fleischzange steigere die Gefahr der Verunreinigung des rohen Fleisches durch Keime, die vom Fleisch auf Hände, andere Lebensmittel, Geschirr, Besteck, Flächen - alles, was angefasst wird, gelangen und so übertragen und die Infektion auslösen können.

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Experten vor Weihnachten: Bei Wild besteht die Gefahr durch Blei

Oft stehen auch Wildgerichte auf dem Festtagsspeiseplan. Dazu zählen etwa Reh, Wildschwein oder Fasan. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt vor Bleirückständen, die aufgrund der Verwendung bleihaltiger Munition in dem Fleisch enthalten sein können. Wie das Abendblatt schreibt, hatten Analysen von 75 Wildwurst-Waren ergeben, dass in 72 Fällen Blei enthalten war. „Insgesamt wurden sieben Proben beanstandet, sechs davon wurden als ‚nicht zum Verzehr geeignet‘ und eine Probe sogar als gesundheitsschädlich eingestuft“, zitiert das Abendblatt aus einem Schreiben der BVL.

Je höher der Fleischanteil, desto höher auch der nachgewiesene Bleigehalt. Wildschweineerzeugnisse seien außerdem eher stärker belastet, als verarbeitetes Reh- und Hirschfleisch.

Experten raten zu Weihnachten: Wild nur beim Wildmetzer oder Jäger kaufen

„Blei ist schon in geringen Mengen schädlich“, sagte Jan Backmann, Vorsitzender der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz. Eine erhöhte Bleikonzentration im menschlichen Körper könne laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu Blutbildung, Schäden an den inneren Organen, wie die Nieren, sowie Schädigungen des zentralen Nervensystems führen und sich außerdem in den Knochen ablagern. „Risikogruppen wie Kinder, Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter sollten daher kein Wild essen, das mit Bleimunition erlegt wurde“, sagte Backmann.

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Der DJV (Deutscher Jagdverband) rät Wild beim Metzger, Jäger oder Förster vor Ort zu kaufen, denn so könne erfragt werden, mit welcher Munition das Tier erlegt wurde. *24hamburg.de und ruhr24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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