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Rettung der Veddeler Fischgaststätte: Kommt das Weihnachtswunder?

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Von: Kevin Goonewardena

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Die städtischen Pläne der Umgestaltung der Veddel bedrohen die Veddeler Fischgaststätte. Doch das 90-jährige Jubiläum könnte doch noch am Original-Ort gefeiert werden.

Hamburg – Der Kultimbiss auf der Veddel ist älter als die meisten Hamburger Bürger: Schon seit fast 90 Jahren befindet sich das rustikale Fischrestaurant unweit des ehemaligen Zollamtes Veddel, dem ehemaligen Drehort der Serie Polizeiruf 110 und selbst vom Abriss bedroht – trotz Denkmalschutz. Zuerst fand die letzte Chefin, Marion Göttsche, keinen geeigneten Nachfolger. Dann übernahm ihr Sohn das Geschäft. Doch schon bald war die Existenz des Kultlokals erneut bedroht: Der Bereich auf der Veddel wird in den nächsten Jahren neugestaltet, hunderte Wohnungen als Teil des neuen „Stadteingang Elbbrücken“ sind hier geplant. Die Veddeler Fischgaststätte steht diesen im Weg. Hat sich das Blatt nun erneut gewendet?

Name:Veddeler Fischgaststätte
Eröffnet:1932
Betreiber:Christian Butzke
Adresse:Tunnelstraße 70, 20539 Hamburg

Ausgezeichnetes „historisches Wirtshaus“: Charme ginge bei Abriss verloren

Eigentlich sollte das Lokal nämlich umziehen und zwar in die genannten Zollhallen. Diese verfallen seit Jahren, doch das ist nicht das Problem – denn sie würden saniert werden. Durch einen Umzug würde die Gaststätte vielmehr einen Teil ihres Historie verlieren und damit ihres Charmes.

So brutzelt beispielsweise in der Küche der Fisch in einem Ofen aus den 1920er Jahren. Und auch ansonsten weist die Veddeler Fischgaststätte eine Reihe Mobiliar auf, das von historischem Wert ist und unwiederbringlich verloren ginge. Nicht umsonst, schreibt das Hamburger Abendblatt, sei das Lokal vom Bund Heimat und Umwelt als „historisches Wirtshaus“ ausgezeichnet worden. Ganz zu schweigen von den Geschichten und Erlebnissen der Besucher, die die Mauern der Veddeler Fischgaststätte über Jahrzehnte aufgesogen haben.

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Veddeler Fischgaststätte: Tausende Unterschriften für den Verbleib

Christian Butzke, der Sohn Göttsches, wehrt sich gegen die Pläne der Stadt Hamburg und damit gegen die drohende Schließung der Veddeler Fischgaststätte und des Zwangsumzuges. Butzke hatte das Lokal erst im April übernommen, mitten in der eh schon wirtschaftlich schwierigen Corona-Zeit. Eine von Stammgästen initiierte Sammelaktion brachte Butzke bisher rund 8000 Unterschriften ein, so schreibt es das Abendblatt, mit denen er für den Verbleib der Gaststätte kämpft. Unterstützung erfährt er dabei von Politikern beispielsweise der SPD und FDP, aber auch von Christa und Eugen Block – Eugen Block ist seines Zeichens Gründer der Hamburger Steakhouse-Kette Blockhouse. Kommt jetzt das Weihnachtswunder?

Die Veddeler Fischgasstätte in Hamburg und dazu ein Ausschnitt des Bauprojekts Stadteingang Elbbrücken.
Muss die Veddeler Fischgaststätte wegen der Baupläne zum Stadteingang Elbbrücken schließen? © gmp Architekten mit WES LandschaftsArchitektur/dpa & Hoch Zwei Stock/Angerer/imago

„Identitätsstiftender Ort mit Kultcharakter“ – Stadt Hamburg will Pläne genau prüfen

Denn die Behörde für „Stadtentwicklung und Wohnen“ (BSW) will den Standort nun genau prüfen. Auch deren Vertreter bescheinigen dem Lokal „ein identitätsstiftender Ort mit Kultcharakter und Tradition“ zu sein, wie das Abendblatt berichtet. Ein Weiterbetrieb habe nie außer Frage gestanden, so Verantwortliche. Nun hoffen Butzke und die zahlreichen Unterstützer, dass dieser Weiterbetrieb an eben der Originalstelle weitergehen kann – trotz der Pläne „Stadteingang Elbbrücken.“ *24hamburg.de ist ein Angebote von IPPEN.MEDIA.

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