Reiseregeln zu lasch?

Inzidenzwert Hamburg: Reiserückkehrer verantwortlich für viele Neuinfektionen

  • Natalie-Margaux Rahimi
    VonNatalie-Margaux Rahimi
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In Hamburg sind Sommerferien – viele Menschen fliegen in den Urlaub. Die Gesundheitsbehörde gab nun bekannt: Reiserückkehrer bringen oft Corona nach Hamburg mit.

Hamburg – Sommerferienzeit gleich Urlaubszeit. Derzeit verbringen viele Hamburgerinnen und Hamburger ihren wohlverdienten Sommerurlaub in Deutschland und Europa. Dank gelockerten Reisebestimmungen und vergleichsweise niedrigen Inzidenzwerten lockt es die Hamburger ins europäische Ausland. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante steigen die Zahlen in vielen beliebten Urlaubsorten wie zum Beispiel Mallorca allerdings wieder dramatisch an. Wie die Gesundheitsbehörde nun mitteilte, bringen viele Reiserückkehrer das Coronavirus dann aus dem Urlaub mit nach Hamburg.

Virus:Coronavirus
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Inzidenzwert klettert: Reiserückkehrer in Hamburg für ein Drittel aller Neuinfektionen verantwortlich

Wie der NDR kürzlich unter Berufung auf die Hamburger Gesundheitsbehörde mitteilte, gehen etwa ein Drittel aller Neuinfektionen in der Hansestadt Hamburg derzeit auf das Konto von Reiserückkehrern. Mehrfach habe die Gesundheitsbehörde Passagiere eines Flugzeugs in Quarantäne versetzen müssen, weil ein positiv Getesteter unter den Flugreisenden gewesen ist, so der Bericht.

Reiserückkehrer für ein Drittel der Corona-Neuinfektionen in Hamburg verantwortlich.

Allein in der vergangenen Woche habe es laut NDR 37 Hamburger gegeben, die sich im Ausland mit dem Coronavirus infiziert haben – die meisten davon kamen aus Spanien. Besonders brisant: Infizierte Reiserückkehrer stecken dann oft weitere Personen aus ihrem Haushalt oder Freunde an. Daher empfiehlt die Gesundheitsbehörde, nach einem Urlaub freiwillig fünf Tage auf unnötige Kontakte zu verzichten.

Inzidenzwert Hamburg wieder deutlich höher – viele Passagiere in Quarantäne

Wird ein Flugpassagier positiv auf das Coronavirus getestet, müssen derzeit vorsorglich die Passagiere aus den zwei Reihen, vor, hinter oder neben dem Infizierten in Quarantäne. Sitzen in einem Flieger aber sechs oder sieben Passagiere, die mit dem Coronavirus infiziert sind, wird für alle Passagiere des Flugzeugs eine Quarantäne verhängt, so Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard im Gespräch mit dem NDR. Demnach kam es besonders bei Flugreisenden aus Spanien schon mehrfach zu diesem Szenario.

Wie lange die Quarantäne angeordnet wird, hängt vom jeweiligen Urlaubsland ab. Ist das Land als sogenanntes Risiko- oder Hochrisikogebiet eingestuft, müssen die Passagiere, laut NDR, für 10 Tage in Quarantäne – allerdings kann diese oft schon nach wenigen Tagen durch einen negativen Coronatest beendet werden. Geimpfte oder Genesene dürfen die Quarantäne demnach sogar oft schon nach einem Tag wieder verlassen.

Reiserückkehrer oft mit Delta-Variante infiziert: Sind die Reiseregeln zu lasch?

Sind diese Regeln in Anbetracht der Ausbreitung der ansteckenden Delta-Variante zu lasch? Die Bundesregierung hatte sich erst kürzlich gegen die Verschärfung der Reiseregeln aufgrund der Mutation ausgesprochen. Immerhin ist auch hierzulande die Delta-Variante laut RKI mittlerweile die vorherrschende Corona-Variante. In Hamburg lag der Anteil von Delta bereits Mitte Juni bei etwa 40 Prozent.

Besonders tückisch ist der Umstand, dass die Delta-Variante offenbar oftmals von einfachen Corona-Schnelltests nicht erkannt wird und sie sich schneller verbreitet als andere Corona-Mutationen. Außerdem treten bei Infektionen mit Delta oftmals andere Symptome auf, als bisher von Corona bekannt. Zudem können sich auch Geimpfte mit der Mutation anstecken. Es bleibt also nur zu hoffen, dass Hamburg nicht von Reiserückkehrern in eine vierte Corona-Welle gestürzt wird. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Clara Margais/imago images

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