Lamborghini-Klaus und die Nutella-Bande

Reeperbahn-Serie auf Prime Video: Amazon startet Kiez-Kult – und dreht in München!

  • Kevin Goonewardena
    VonKevin Goonewardena
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Die Reeperbahn ist die berühmteste Straße Deutschlands. Jetzt bringt eine Amazon-Serie Sex, Glamour, Gewalt der legendären Achtziger-Zuhälter weltweit ins Fernsehen.

Hamburg – Sie ist auch heute noch Anziehungspunkt für Menschen aus aller Herren Länder: Die Reeperbahn, Deutschlands sündigste Meile und ihre Nebenstraßen, gelten vielen als Inbegriff des verrucht-feucht-fröhlichen Spaßes und ein Must-See gerade für Besucher aus Übersee: Offener Alkoholkonsum (wegen Corona ausgesetzt*), legale Prostitution, Clubs die keine Sperrstunde kennen – nicht nur Touristen aus Übersee werden von den sich hier bietenden Möglichkeiten alljährlich in Scharen auf den Kiez gelockt. Selbst im europäischen Ausland ist an diese Art legaler Freizeitgestaltung oft nicht zu denken.

Reeperbahn-Serie auf Amazon Prime Video: Kult-Läden und schräge Vögel

Menschen gehen an einem Laufhaus auf der Hamburger Reeperbahn vorüber.

Zahlreiche Kult-Läden säumen die selbsternannte „sündigeste Meile der Welt“ und Seitenstraßen auch heute noch, etwa die legendären Kneipen Elbschlosskeller, die bis zum Corona-bedingten Lockdown sage und schreibe 70 Jahre rund um die Uhr geöffnet hatte oder der Goldene Handschuh, indem Frauenmörder Fritz Honka einst seine Opfer auflas. Der Kaschemme und Honka verhalf Heinz Strunk* durch seinen später durch Regisseur Fatih Akin* verfilmten Bestseller zu deutschlandweitem Ruhm. „Schräge Vögel“ laufen die Meile auf und ab.

Zum goldenen Handschuh in Hamburg: Eine der wichtigsten „Kaschemmen“ der 80er-Kiez-Jahre.

Gleich bei mehreren Frisören auf dem Kiez ließen sich die Beatles ihre in Hamburg-verpassten Pilzköpfe frisieren, sie selbst traten im Indra erstmals in Hamburg auf, auch die Musikclubs Molotow und Mojo erzählen jahrzehntelange Geschichten, Szenen aus dem alten Cafe Lehmitz schafften es gar in einen Bildband und von da auf das Cover eines Tom Waits-Albums. Sogar ein Chinesen-Viertel gab es: Das Hotel HongKong ist letztes Überbleibsel dieser in der NS-Zeit so tragisch endenden Zeit.

St. Pauli und dessen Bewohner sind längst zum Mythos geworden

Rafael Parente, Produzent

Amazon Prime Video lässt Luden und Gangs der Reeperbahn wieder auferstehen

Doch auch wenn Obdachlosigkeit wie überall in Hamburg* genauso wie der Drogenkonsum ein unübersehbares Problem sind und es immer wieder zu Messerattacken* kommt, ist der Kiez, wie die Gegend auch genannt wird, heute ein eher ruhiges Pflaster. Vieles hat sich seit den Zeiten geändert, in denen man hier nicht ungefährlich rausgehen konnte. Der Internetgigant Amazon lässt jetzt genau diese in der neuen Serie „Luden“ wieder aufleben.

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Glitzer-Disco, Gewalt, sexuelle Revolution: Mit Reeperbahn-Serie von Amazon in die Vergangenheit

Tausende Menschen tummeln sich dicht gedrängt auf der großen Freiheit.

Sie trugen Vokuhila und Oberlippenbärte, aufgeknöpfte Hawaii-Hemden, Pelz und Goldkettchen, Manche gar Stock und Hut: Die Luden der 1970er und 1980er Jahre des Kiezes, die Amazon Prime Video nun wieder auferstehen lässt. Lamborghini Klaus und Karate-Tommy, etwa und andere Mitglieder die in der Nutella-Bande oder GmbH organisiert waren. Zwielichtigen Gestalten wie Werner „Mucki“ Pizner, einem legendären Auftragskiller des Kiezes, aus deren Umfeld oder Stefan Hentschel, der sich 2006 im Boxring der legendären Kneipe Ritze selbst aufknöpfte.

Reeperbahn-Serie auf Amazon Prime Video: Dreh auch in München

Amazon Prime Video will nun die längst vergangenen Zeiten wieder aufleben lassen und dabei das Gefühl von damals nicht nur durch Optik und Kulissen transportieren. Diese sind übrigens in München aufgebaut, aber auch Drehtage in Hamburg sind angesetzt. Als Starttermin hat der Internetriese grob das Jahr 2022 ins Auge gefasst. Zum Cast gehören unter anderem die Schauspieler Aaron Hilmer, („Das schönste Mädchen der Welt“), Jeanette Hain („Babylon Berlin“) und Lena Urzendowsky („Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“). *24hamburg.de,fr.de, merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Susanne Schrahmke/Amazon /dpa

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