Die schönen Hamburger Rathäuser

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Das Hamburger Rathaus ist eines der Wahrzeichen der Hansestadt
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  • Natalie-Margaux Rahimi
    Natalie-Margaux Rahimi
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Die Rathäuser in Hamburg gehören zu den Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten der Hansestadt und sind wegen ihrer vielfältigen Veranstaltungen einen Besuch wert.

  • Hamburger Rathaus mit seiner prachtvollen Fassade und seinen prunkvollen Innenräumen
  • Altonaer Rathaus mit seinem beliebten Standesamt und dem open-air Filmfestival
  • Harburger Rathaus mit seiner schmucken Fassade aus Back- und Sandstein

Hamburg – Im Unterschied zu vielen anderen Städten hat die Freie und Hansestadt Hamburg nicht nur ein, sondern gleich mehrere Rathäuser. Hintergrund ist, dass einige der heute zu Hamburg gehörenden Stadtteile wie Altona oder Harburg früher eigenständige Städte mit eigenem Rathaus waren.

Einige der Rathäuser in Hamburg gehören zu den architektonisch prächtigsten Gebäuden der Stadt. Eine der wichtigsten Attraktionen ist zweifellos das Hamburger Rathaus mitten im Stadtzentrum. Über 110 Meter breit und hoch zählt das monumentale Gebäude zu den größten Rathäusern Deutschlands.

Rathaus in Hamburg:Rathaus Altona
Adresse:Platz der Republik 1, 22765 Hamburg
Öffnungszeiten:Geöffnet ⋅ Schließt um 19:00
Telefon: 040 428280

Das Hamburger Rathaus gehört sowohl von außen als auch von innen zu den prachtvollsten Bauwerken der Stadt und ist unbedingt einen Besuch wert. Die weiteren Rathäuser der Stadt sind eher den Hamburgern selbst ein Begriff. Vor allem das Altonaer und das Harburger Rathaus erfreuen sich bei Ehepaaren aufgrund ihrer prunkvollen Architektur großer Beliebtheit als Standesamt-Locations. Das Technische Rathaus Hamburg-Nord ist hingegen die Anlaufstelle für Bürger in Sachen Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt.

Das Hamburger Rathaus: Geschichte und Architektur

Das mitten im Herzen der Hansestadt gelegene Hamburger Rathaus ist eines der Wahrzeichen und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Rathaus ist Sitz der Hamburgischen Bürgerschaft und des Senats. Es gilt nicht nur als eines der schönsten Gebäude der Hansestadt, es ist auch eines der größten. Der zweiflügelige Granit- und Sandsteinbau hat eine 111 Meter breite Fassade und einen Turm mit einer Höhe von 112 Metern.

Das architektonisch prachtvolle und detailreiche Gebäude am Rathausmarkt wurde in den Jahren 1886 bis 1897 im Stil der Neorenaissance errichtet. Die Planung erfolgte durch eine Hamburger Architektengruppe unter Leitung des bekannten Architekten Martin Haller. Besonders interessant sind die Darstellungen der Kaiser und Könige des alten deutschen Reiches zwischen den Fensternischen und die Charakterbüsten der Vertreter bürgerlicher Berufe auf den Fensterverdachungen. Doch nicht nur die Außenfassade des Rathauses ist prächtig, es besitzt auch einen ebenso malerischen Innenhof, in dem der Hygieia-Brunnen mit einer Allegorie der Gesundheit zu besichtigen ist.

Das Hamburger Rathaus: Nutzung und Veranstaltungen

Das Hamburger Rathaus verfügt in seinem Inneren über eine Zimmeranzahl von sage und schreibe 647 Räumen. Im Wesentlichen sind dies die Räumlichkeiten für die Arbeit der Stadtverwaltung. Darüber hinaus befinden sich im Rathaus Archiv- und Veranstaltungsräume (etwa für Vereidigungen) sowie eine Bibliothek. Besonders sehenswert sind die repräsentativen Säle im ersten Obergeschoss. Highlight unter den Repräsentationssälen ist der Große Festsaal, den die Bilder des Künstlers Hugo Vogel schmücken.

Zudem finden im Rathaus regelmäßig Konzerte und Ausstellungen statt. Wen bei einer Besichtigung Rathauses der Hunger oder Durst überkommt, kann sich in dem im Keller des Gebäudes liegenden Ratskeller-Restaurant mit Speis und Trank stärken. Die Öffnungszeiten des Rathauses sind Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr. Auch am Wochenende kann das Gebäude ohne Eintritt besichtigt werden. Wer keine Zeit für eine Besichtigung hat, kann sich das wunderschöne Rathaus auch im Internet auf einem virtuellen Rundgang ansehen. Besonders schön anzusehen ist das Hamburger Rathaus zur Adventszeit, wenn davor der große Weihnachtsmarkt mit dem berühmten fliegenden Weihnachtsmann stattfindet.

Das Altonaer Rathaus

Für viele Hamburger und Touristen gleichermaßen ist das Altonaer Rathaus das Schönste der Rathäuser in Hamburg. Die Vierflügelanlage ist stark vom Baustil der italienischen Renaissance beeinflusst. Vor der Nordseite des Gebäudes befindet sich ein Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. Das am Platz der Republik befindliche Rathaus wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und ist damit das (zeitlich) dritte Rathaus der bis 1938 eigenständigen Stadt Altona. Das Altonaer Rathaus begann seine Geschichte jedoch mit einem anderen Zweck. Ursprünglich diente es als Bahnhofsgebäude der Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft bis einige Jahre später der Altonaer Hauptbahnhof etwas weiter nördlich errichtet wurde.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs beherbergt das Altonaer Rathaus das Bezirksamt Hamburg-Altona. Zudem ist das Standesamt im Altonaer Rathaus wegen seiner schönen Anlage und der Elbe in direkter Umgebung eines der beliebtesten in Hamburg. Nicht zuletzt erfreut sich das „zeise open air“ im malerischen Innenhof des Rathauses großer Beliebtheit. Bei diesem, vom nahegelegenen Zeise-Kino veranstalteten Freiluft-Filmfestival, werden jedes Jahr sowohl Arthouse- als auch Oscar-Filme gezeigt.

Das alte Rathaus Altona

Das Alte Rathaus Altona war das zweite Rathaus der lange Zeit unabhängigen Stadt Altona. Nachdem das erste Rathaus von Altona bei einem Großbrand im Jahr 1713 ein Raub der Flammen wurde, wurde das zweite (Alte) Rathaus Altona in den Jahren 1716 bis 1721 im französischen Barockstil erbaut. Es diente bis 1898 als Sitz des Altonaer Bürgermeisters. Nach dem Bau des (neuen) Altonaer Rathauses wurde das Alte Rathaus Altona zum Archiv umfunktioniert.

Die Zerstörung des Gebäudes durch einen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg war so groß, dass sich die Stadtverwaltung entschied, das Gebäude nicht wiederaufzubauen. Auch die im Alten Rathaus eingelagerten Archivalien wurden beim Bombenangriff vollständig vernichtet. Dazu zählten wertvolle Handschriften, unter anderem von Briefen der niederdeutschen Dichter Klopstock, Claudius und Liliencron.

Das dritte Harburger Rathaus in Hamburg

Nach dem Hamburger Rathaus und dem Altonaer Rathaus zählt zweifellos auch das Harburger Rathaus zu den sehenswertesten Rathäusern der Hansestadt. Das im Stile der Neorenaissance erbaute Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert ist mit seiner Fassade aus rotem Backstein und hellem Sandstein ein echter Hingucker. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Standesamt im Harburger Rathaus zu den beliebtesten Orten zählt, um den Bund der Ehe einzugehen.

Das Harburger Rathaus ist bereits das dritte Rathaus der ehemals der eigenständigen Stadt Harburg. Im Jahr 1937 wurde Harburg mit der Freien und Hansestadt Hamburg vereinigt, wodurch das Rathaus seine ursprüngliche Funktion verlor. Bis heute ist es jedoch der Sitz einiger Bezirksbehörden. Zum Abschluss ein wichtiger Hinweis in Sachen Verwechslungsgefahr: Das Harburger Rathaus hat nichts mit dem Rathaus der gleichnamigen Stadt Harburg in Schwaben zu tun.

Das technische Rathaus Hamburg-Nord

Das Technische Rathaus Hamburg-Nord stellt seit 2008 ein neues Dienstleistungszentrum dar. Im Technischen Rathaus wurden folgende Fachämter an einem zentralen Ort zusammengeführt:

  • Stadt- und Landschaftsplanung
  • Bauprüfung
  • Management des öffentlichen Raums
  • Verbraucherschutz
  • Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt

Das Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt bündelt seitdem alle Auskünfte, Beratungen und Dienstleistungen rund um die Themen Wirtschaftsförderung und Baugeschehen sowie Umwelt- und Verbraucherschutz. Damit ist es sowohl für Investoren und Gewerbetreibende als auch für private Bauherrn eine wichtige zentrale Anlaufstelle in puncto Gewerbe und Bauen.

Das Fachamt Wirtschaftsförderung unterstützt bei Existenzgründungen, bei An- und Umsiedlungen von Betrieben sowie bei Betriebserweiterungen. Das Fachamt Bauprüfung ist unter anderem für die Erteilung von Baugenehmigungen und die Kontrolle von Baustellen verantwortlich. Das Gebäude aus Stahl und Glas mit weißen Blenden wurde von den renommierten Hamburger Architekten Bothe-Richter-Teherani entworfen. Das Technische Rathaus ist sehr gut mit der U-Bahn zu erreichen. Parken kann man im direkt angeschlossenen Parkhaus.

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