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Rassismus in Billstedt: 12-Jähriger beleidigt und zusammengeschlagen

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Im Hamburger Stadtteil Billstedt wurde ein Schüler nur wegen seines Aussehens von zwei Betrunkenen attackiert. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen.

Hamburg – Über Rassismus hört man in letzter Zeit vor allem aus den USA viel, doch auch in Deutschland ist Fremdenfeindlichkeit ein großes Problem. Diese Erfahrung musste nun auch ein 12-Jähriger aus Billstedt in Hamburg-Mitte machen, der von zwei Erwachsenen Männern angegriffen wurde.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Quelle: Sozialamt Hamburg)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.

Der Junge erlitt einige Prellungen, die Täter konnten fliehen. Jetzt ermittelt die Polizei Hamburg.

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Rassistischer Vorfall in Billstedt: Zwei Betrunkene attackieren einen 12-Jährigen auf dem Heimweg

Der 12-jähriger Junge aus der Hanstestadt Hamburg war am Mittwoch, 8. Juni 2022, auf dem Heimweg, als er an einer Bank vorbeikam, auf der die beiden erwachsenen Männer saßen. Laut Angaben des Kindes sollen die beiden Männer betrunken gewesen sein.

Zunächst beleidigten sie den Jungen rassistisch, doch als dieser einfach weiterging, lief ihm einer der Männer hinterher, schubste ihn zu Boden und schlug ihn in den Bauch und gegen die Schulter. Der zweite Mann kam dazu und versetzte dem am Boden liegenden Kind einen Schlag gegen das Bein mit einem Gehstock.

Polizist mit Hamburger Wappen vor einem Polizei-Auto und ein Ortsschild vom Hamburger Stadtteil Billstedt
Ein 12-Jähriger aus Billstedt wurde Opfer einer rassistischen Attacke. Die Polizei sucht nach Zeugen. (24hamburg.de-Montage) © Marcus Brandt/dpa & Angelika Warmuth/dpa

Die Männer konnten danach fliehen. Der Junge erlitt Prellungen und hatte nach der Attacke Schmerzen, konnte aber nach Hause gehen, von wo aus er die Polizei informierte. Ins Krankenhaus wollte er nicht, allerdings leitete die Polizei sofort eine Fahndung in der genannten Umgebung ein. Gefunden wurden die beiden Männer nicht, dafür allerdings der Gehstock, der als mögliches Tatmittel sichergestellt wurde.

Polizei bittet um Mithilfe: Zeugen werden nach Hinweisen auf die Täter gebeten

Die Hamburger Polizei fahndet weiter nach den beiden Männern, bisher jedoch ohne Erfolg. Der Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA 7) hat die Ermittlungen übernommen und hofft auf Mithilfe der Bevölkerung und mögliche Zeugen.

Einer der Männer soll etwa 1,80 Meter groß sein, eine schlanke, schmale Statur, einen blonden Haarkranz und am Tag des Vorfalls schwarze Kleidung getragen haben. Der andere ist kleiner als sein Komplize, hat eine Glatze und trug einen weißen Pullover. Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können oder im Zusammenhang mit der geschilderten Tat verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter 040/4286-56789 beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg oder an einer Polizeidienststelle zu melden.

Kein Einzelfall: Rassismus in Hamburg – von Schule, über Medizin bis zum Sport

Über Rassismus hört man in der letzten Zeit vermehrt aus den USA, wo nach der brutalen Tötung des dunkelhäutigen George Floyd durch weiße Polizisten auch die „Black Lives Matter“-Bewegung entstand. Auch in Deutschland ist Rassismus – nicht nur gegen Schwarze, sondern gegen jede andere Minderheit auch – ein großes Problem. 45 Prozent der Bevölkerung hat bereits Rassismus in Deutschland beobachtet, 22 Prozent wurden selbst Opfer davon. 90 Prozent der Deutschen sind sich bewusst, dass diese Fremdenfeindlichkeit im Land existiert.

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Dabei beschränkt sich Rassismus nicht nur auf Polizeigewalt und betrunkene Pöbler. Auch in der Medizin gibt es Rassismus, ebenso in der Schule oder an Universitäten. Auch HSV-Spieler Bakery Jatta berichtete bereits über Rassismus am Arbeitsplatz, der Zweiten Fußball-Bundesliga.

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