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Rad-Revolution auf der Reeperbahn: Neue Fahrradstreifen – zwei Autospuren weg

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Von: Steffen Maas

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Der Hamburger Senat plant Ende des Jahres einen Verkehrsversuch auf der Reeperbahn. Dafür werden Fahrradspuren eingerichtet, Autospuren müssen weichen.

Hamburg – Wird das Vergnügungsviertel zum Fahrradparadies? Anscheinend plant der Hamburger Senat auf St. Pauli eine kleine Verkehrsrevolution: Dort soll auf der Reeperbahn voraussichtlich Ende November 2022 ein Fahrradstreifen in Richtung Stadtzentrum entstehen. Bewährt sich dieser Verkehrsversuch, soll im ersten Halbjahr 2023 auch stadtauswärts eine Spur nur für Fahrräder eingerichtet werden. Für beide müsste jeweils eine Auto-Fahrspur weichen, berichtet das Hamburger Abendblatt.

Straße:Reeperbahn
Stadtteil:St. Pauli
Umfeld:Vergnügungs- und Rotlichtviertel
Fahrspuren:vier

Reeperbahn wird Radlerbahn: Senat plant Verkehrsversuch in Hamburg

Dafür gibt es Zuspruch von allen Seiten. Die Polizei Hamburg hat die Reeperbahn unlängst als Unfallhäufungsstelle identifiziert, weil Radfahrer hier im vierspurigen Tempo-50-Autoverkehr mitmischen müssen. Und auch im Bezirksamt Hamburg-Mitte wird gejubelt: „Die Situation auf der Reeperbahn ist für Radfahrerinnen und Radfahrer eine ernsthafte Zumutung, das ist auch im Bezirk schon seit Längerem ein Thema“, sagte Bezirksamtleiter Ralf Neubauer (SPD) dem Abendblatt.

Hamburger Reeperbahn bekommt Radstreifen Fahrrad
Auf Hamburgs berühmtester Kiezstraße müssen sich Radfahrer und Autofahrer die Straße künftig teilen – allerdings sortierter als aktuell. Zunächst gibt es stadteinwärts deutlich mehr Platz für die Fahrradfahrerinnen und -fahrer. 2023 kommt die andere Seite dazu. © Marcus Brandt/dpa

Das sieht wohl auch Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) so, der den Verkehrsversuch mit seiner Behörde ins Rollen bringt: „Auf der Reeperbahn haben wir aktuell schlichtweg keine beziehungsweise eine nur unzureichende Infrastruktur für den Radverkehr.“ Das wolle man nun ändern, versprach Tjarks dem Abendblatt.

Die Fahrradstreifen werden den Komfort und die Sicherheit für Radfahrende spürbar verbessern. 

Anjes Tjarks (Grüne), Senator für Verkehr und Mobilitätswende

Hamburger Reeperbahn auf St. Pauli: Bessere Luft und weniger Lärm durch Fahrrad-Aufwertung

Dabei hat man nach Informationen des Abendblattes an so ziemlich alles gedacht. Die gewohnten Park- und Abbiegemöglichkeiten für Autofahrer auf der Reeperbahn bleiben bestehen. Für den Lieferverkehr werden drei zusätzliche Zonen eingerichtet. Und für den Busverkehr werde die geplante Fahrradspur an strategischen Stellen geöffnet.

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Das bedeute nicht nur eine Stärkung des Fahrradverkehrs, sondern auch des ÖPNV vom HVV – was durch das verringerte Auto-Vorkommen wiederum zu besserer Luftqualität und weniger Lärmbelästigung für Anwohner und Besucher führt.

Gegen das Vorgehen formieren sich die üblichen Bedenken: Die Verringerung der Anzahl der Fahrspuren würde zu mehr Stau nicht nur auf der Reeperbahn führen, sondern eventuell auch auf kleineren, nicht als Hauptstraße ausgelegten Wegen, die dann als Ausweich-Route genutzt würden. Ob das wirklich eintrifft, wird die Bilanz am Ende des Verkehrsversuches zeigen.

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