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Querdenker-Demo in Bergedorf: Polizei ermittelt wegen Mordaufrufen

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Von: Kevin Goonewardena

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150 Querdenker protestierten am Sonnabend in Bergedorf. Sie sammelten auch für den Wegzug ihres Aktivisten Eugen Urich. Gegen ihn gab es Morddrohungen.

Hamburg – Am Sonnabend kamen nicht nur die Umweltaktivisten von Extinction Rebellion zu Protesten nach Bergedorf, auch die Querdenker-Szene mobilisierte auf die Straßen des südöstlichen Stadtteils Hamburgs. Statt der angekündigten 500 Demonstranten kamen laut Angaben des Hamburger Abendblatts aber nur 150 Querdenker nach Bergedorf, um am Sonnabend vom Mohnhof nach Wendtorf und zurückzumarschieren. Als Redner in Bergedorf trat Eugen Urich auf – er wird dem rechten Milieu zugehordnet.

Name:Hamburg-Bergedorf (Bezirk Bergedorf)
Fläche:10,3 km² (Stadtteil) / 154,8 km² (Bezirk)
Bevölkerung:36.160 (Stadtteil) / 130.994 (Bezirk)

Querdenker-Aktivist wollte Tschentscher aus dem Rathaus holen

Urich forderte etwa bei einer Demo im Dezember mehrfach aggressiv die Menge dazu auf, Hamburgs ersten Bürgermeister Peter Tschentscher aus dem Hamburger Rathaus zu holen, dieser müsse sich „stellen“. Auch bei der Querdenker-Demo in Barmbek im Januar 2022 ist Eugen Urich öffentlich aufgetreten. Bei der Demo waren erstmals vermehrt NS-Symbole in Hamburg zu sehen. Zudem zeigen sich Nazi-Aktivisten – darunter NPD-Mitglieder, Demonstranten mit Blood&Honour-Vergangenheit, Reichsbürger und der Sänger der Nazi-Band Kategorie C – öffentlich unter den Protestierenden.

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Querdenker in Bergedorf: Organisatoren sammeln für Sibirien-Rückkehr von Eugen Urich

In Bergedorf sprach Eugen Urich unter anderem davon, dass „alle Menschen zu Versuchskaninchen“ gemacht werden sollten und bezog sich damit auf das Impfen. Auf Deutschland sah Urich nicht nur wieder Faschismus zukommen. Ihm zufolge herrsche diese totalitäre, unter Italiens Diktator Benito Mussolini bekannt gewordene politische Bewegung in Deutschland längst wieder. Laut eigenen Angaben plant der 43-Jährige wieder nach Russland zu ziehen, wie das Abendblatt schrieb. Die Organisatoren hätten die Demo sogar unter das Motto „Tschüss Eugen“ gestellt und für seinen Umzug Geld gesammelt.

Demonstration von Kritikern der Corona-Maßnahmen in Barmbek.
Querdenker, hier bei der Demo in Barmbek. Am Sonnabend marschierten sie erneut in Bergedorf. © Hanno Bode/imago

Mordandrohungen gegen Querdenker – Polizei ermittelt

Wie die Zeitung weiter berichtet, sei es am Rande der Demonstration zu Mordaufrufen gegen Eugen Urich gekommen. Diese seien auf Schildern zu lesen gewesen. Die Polizei Hamburg stellte nach ersten Ermittlungen keine ernsthafte Bedrohung durch diese Mordandrohungen fest. Die Organisatoren des Querdenkermarschs stellten Strafanzeige.

Bereits in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Querdenker-Aufmärschen in Bergedorf. Mitte Februar 2022 hatten sich 500 Querdenker zu Protesten angekündigt, die im Gegensatz zu vergangenen Sonnabend damals auch in Bergedorf erschienen sind. Wie auch schon in der Vergangenheit, hatte das Landesamt für Verfassungsschutz vor der Teilnahme an der Demo gewarnt. Als Organisator trat auch hier der vom Hamburger Verfassungsschutz beobachtete Verein UMEHR in Erscheinung. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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