Hilfe für Urlauber

Quallen Ostsee 2021: Forscher entwickeln Warn-App für Urlauber

Den Ostsee-Urlaub genießen und dann fies von einer Qualle gestochen werden? Mit einer App sollen Badegäste an der Ostsee vor gemeinen Quallen gewarnt werden.

Hamburg – Immer mehr Menschen in Deutschland finden Gefallen an Nord- und Ostseestränden. Durch die Corona-Pandemie war und ist das Reisen noch immer stark eingeschränkt, weshalb viele Urlauber im eigenen Land nach Erholung suchen und zum Beispiel an die Ostsee fahren. Dort haben sich in letzter Zeit aber nicht nur Menschen versammelt, sondern auch eine ganz bestimmte Tierart. Und die stört die Besucher. In Zukunft soll eine App vor großen Quallen-Ansammlungen warnen.

Tier Qualle
meduzinische BezeichnungMeduse oder Medusa
GattungNesseltiere
Überweigende Quallenarten in der OstseeRippenquallen, Ohrenquallen, Feuerquallen

Störung für Badegäste – Quallen machen dieses Jahr den Urlaub an der Ostsee schwer

An den Ostseestränden wimmelt es aktuell von Quallen, die den Urlaubern das Leben schwermachen können. Bereits Anfang des Jahres gab es Berichte über eine erhöhte Quallen-Population. Zu den Quallen, die sich an der Küste angesiedelt zu haben scheinen, gehören unter anderem die recht harmlosen Rippe- und Ohrenquallen, aber auch die besonders unangenehme Feuerqualle.

Jamileh Javidpour, Professorin der dänischen Syddansk Universität, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Feuerquallen in diesem Jahr besonders früh dran seien. Normalerweise kämen sie erst im Hochsommer in diese Gefilde.

Auch die Menge der Quallen ist ungewöhnlich. „Diese Jahr ist ein Quallenjahr“, so Javidpour. Thies Wolfhagen, der DLRG-Heschäftsführer in Schleswig-Hostein, betont, dass die Ostsee für Quallen aber immer das reizvollere Gebiet sei. „Wie so oft sind in der Ostsee auch in diesem Sommer größere Quallen-Aufkommen im strandnahen Bereich zu beobachten als an der Nordseeküste.“ Das liegt an den kälteren Temperaturen und den starken Strömungen in der Nordsee, die die Quallen nicht so gernhaben wie die Umstände in der wärmeren Ostsee.

Quallen-Warn-App – so funktioniert der „Jelly Spotter“

Der Grund für die hohe Quallen-Population in der Ostsee war der sehr milde Winter und der kalte – teilweise sogar verschneite – Frühling. Sogar ein Wildschwein verirrte sich deshalb schon an den Strand. Laut Javidpour brauchen Quallen einen Temperaturschock, um viele Medusen zu produzieren und sich zu vermehren.

Bald kann eine App vor den gefährlichen Feuerquallen in der Ostsee warnen. (24hamburg.de-montage)

Für die Urlauber eine unangenehme Entwicklung, denn von einer Qualle möchte natürlich niemand gestochen werde. Wer deshalb das Quallen-Aufkommen an seinem Urlaubsort der Wahl überwachen will, kann das demnächst mit einer App tun. „Jelly Spotter“ heißt die Warn-App, über die Nutzer Bilder von am Strand gefundenen Quallen teilen können. Diese helfen den Forschern dabei, mehr über die Population der Quallen zu lernen. „Die Nutzung der App hilft uns, Zugang zu Küstenregionen an der Ostsee zu erhalten, zu denen uns selbst der Zugang fehlt. Je mehr Nutzer, desto besser.“

Was tun beim Quallen-Stich? Das sollten sie im Falle einer Quallen-Begegnung beachten

Unter anderem mit Hilfe der App wollen die Forscher dann Modelle entwickeln, um das Quallen-Aufkommen an den Touristenstränden in Zukunft zu berechnen. „Ziel ist eine interaktive Karte, wo Vorhersagen für die Eckernförder Bucht, die Lübecker Bucht und auch andere Küstenabschnitte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern möglich sind.“ Auch für Hamburger Urlauber wäre das eine gute Hilfe bei der Planung für den nächsten Urlaub am nahegelegenen Ostseestrand, der den Tourismus gerade dringend benötigt.

Wer dann doch mal von einer Qualle erwischt wird, sollte einige Dinge beachten. Die Tentakel der Feuerqualle hinterlassen auf der menschlichen Haut Rötungen und ein ziehendes Brennen. Wem das passiert, sollte sich an den Rettungsschwimmer vor Ort und gegebenenfalls an einen Arzt wenden.

Einen Tipp gegen die unangenehmen Symptome hat Wolfhagen parat: Rasierschaum ist das beste Mittel. „Einfach den Rasierschaum auf die betroffenen Hautstellen dick auftragen, etwas eintrocknen lassen und mit einer Plastikkarte oder einem Holzspatel abschaben.“ Beim Abspülen empfiehlt sich übrigens Meerwasser eher als Leitungswasser, weil es die Bläschen auf der Haut schonender behandelt. Bei starken allergischen Reaktionen sollte im Zweifel aber ein Notarzt verständigt werden. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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