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Premiere in Hamburg: Stadt soll besonderen Leucht-Radweg bekommen

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Von: Jakob Koch

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In anderen Ländern ist er längst Realität – nun soll auch in Hamburg erstmals ein neuer Belag für einen Radweg erprobt werden. Der Clou: Er leuchtet im Dunkeln.

Hamburg – Der Ausbau des Radwege-Netzes in Hamburg zählt zu den erklärten Zielen des Grünen Verkehrssenators Anjes Tjarks. Dabei kann er sich auf die Arbeit seiner Vorgänger verlassen: Seit 2011 hat sich der Radverkehr in Hamburg um 100 Prozent gesteigert, „eine Hausnummer“, wie selbst Tjarks sagt. Und grundsätzlich sind Hamburgs Radler zufrieden, wie eine Meinungsumfrage der Gesellschaft für Konsumforschung ergab: 70 Prozent der Hamburger fahren gerne mit dem Fahrrad und sind zudem der Meinung, die Stadt tue etwas.

Doch ebenfalls 70 Prozent sagen der Umfrage zufolge, dass es ein angestrengtes Verhältnis zwischen den Verkehrsteilnehmern auf der Straße in Hamburg gebe. Und gerade dieser Konflikt soll nun im Stadtteil Eimsbüttel etwas entschärft und mit mehr Sicherheit für die Radler versehen werden. Dank der ersten leuchtenden Radwege in Hamburg.

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Stadt:Hamburg
Einwohner:Rund 1,9 Millionen Menschen
Fläche:755,2 km²
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Eimsbüttel soll ersten leuchtenden Radweg bekommen: Entscheidung am 1. September 2022

Cambridge, Eindhoven oder das polnische Lidzbark Warmiński sowie das ungarische Esztergom machen es vor: In diesen Städten gibt es bereits fluoreszierende Wege für Fahrradfahrer. Der Clou: Der Asphalt auf diesen Wegen wurde mit einem Material versehen, das ultraviolette Strahlen der Sonne absorbiert, zwischenspeichert und später wieder abgibt – Lumineszenz genannt. Ohne zusätzlichen Aufwand von Energie-Ressourcen kann der Radweg so bis zu zehn Stunden leuchten. In den europäischen Städten kommen bisher zwei Varianten der Illumination zum Einsatz. Bei der ersten Variante werden dem Belag fluoreszierende Partikel beigemischt, bei der zweiten Variante wird eine fluoreszierende Flüssigkeit auf den Rad- und Fußweg aufgesprüht.

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Jetzt soll das Modellprojekt auch nach Hamburg geholt werden – genauer gesagt nach Eimsbüttel. Wie einem Antrag um die SPD-Abgeordneten Janina Satzer, Koorosh Armi, Gabor Gottlieb, Ines Schwarzarius und Ralf Meiburg zu entnehmen ist, soll nun erst einmal ein Sachverständiger in den Ausschuss für Mobilität entsandt werden. Dieser soll „über Möglichkeiten berichten, im Rahmen eines Modellversuchs in Eimsbüttel lumineszierende Radwege und Fußwege anzulegen“. Dem Antrag (liegt 24hamburg.de vor) haben sich bereits CDU und mittlerweile auch die FDP angeschlossen. Die Bezirksversammlung Eimsbüttel beschäftigt sich in ihrer Sitzung am Donnerstag, 1. September 2022, damit.

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Leuchtender Radweg, Fahhradfahrer, Lidzbark Warmiński, Polen
Leuchtender Radweg nahe der polnischen Stadt Lidzbark Warmiński. © Tomasz Waszczuk/dpa

Hamburg: Leucht-Radweg mit Vorteilen bei Sicherheit und Energieeffizienz

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Radweg soll der neuartige Leucht-Radweg mehr Sicherheit bieten. Bei Dunkelheit können Radfahrer und auch Autofahrer den Weg besser erkennen. Den Risiken für Radler „kann effektiv mit einem neuartigen Straßenbelag begegnet werden, der nach Einbruch der Dunkelheit farblich leuchtet. Die Radwege sowie Fußwege heben sich dadurch deutlich von der Umgebung ab“, heißt es im Antrag der SPD-Fraktion. Ein weiterer Vorteil: die Energieeffizienz. Zum einen könne der gänzlich ohne Strom leuchtende Straßenbelag gegebenenfalls herkömmliche Straßenbeleuchtung teilweise ersetzen. Zum anderen „werden Tiere – anders als beim Betrieb von Laternen – durch fluoreszierende Rad- und Fußwege in Parks und Grünanlagen nicht gestört.“

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Über die Kosten des Modellversuchs in Eimsbüttel ist bislang noch nichts bekannt, fest steht bislang nur, dass der Ausschuss für Mobilität vorab informiert werden soll. Weiter heißt es: „Bei einer Umsetzung des Modellversuchs sollen die Effekte auf Sicherheit und Komfort unabhängig evaluiert und im Ausschuss für Mobilität dargestellt werden.“ Wann der Leucht-Radweg also wirklich kommt, ist noch unklar.

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