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Präsenzunterricht in Schulen – ja oder nein? Das wollen Hamburgs Schüler

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Von: Kevin Goonewardena

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Überlegungen zum Schutz der Schüler vor Corona, geschehen meist über deren Kopf hinweg. Nun äußerten sich Hamburger Schülervertreter zum Präsenzunterricht.

Hamburg – Die Anzahl der Coronafälle deutschlandweit ist auch am heutigen Donnerstag wieder gestiegen, in Hamburg um 7814 Neuinfektionen. Das entspricht einem Inzidenzwert von 2.124,8 für die Elbmetropole. Nicht gesondert ausgewiesen sind dabei die Schülerinnen und Schüler, die sich in der Hansestadt mit dem Coronavirus infiziert haben. Doch die Diskussion die sich um die Eckpunkte Präsenzpflicht, Wechselunterricht und Home Schooling dreht, ist seit Anbeginn der Pandemie in vollem Gange. Geführt wird sie von Erwachsenen über die Köpfe der Schülerinnen und Schüler hinweg. Doch was wollen die Kinder und Jugendlichen eigentlich selbst?

Anzahl Schülerinnen und Schüler in Hamburg:256.890 (alle Angaben: Schuljahr 2020/2021)
Anzahl Lehrerstellen in Hamburg:14.424
Meistbesuchte Schulform:Integrierte Gesamtschule (63.400)

Aufhebung der Präsenzpflicht: „Das wäre ein ganz falsches Signal.“

Gegenüber des Norddeutschen Rundfunks äußerte sich nun der Sprecher der Hamburger SchülerInnenkammer Jacob Bensky und gibt zu bedenken: „Wenn wir die Präsenzpflicht aufheben, dann sagen wir, wir sind nicht sicher, ob Schulen sicher sind. Und das wäre ein ganz falsches Signal.“ Die SchülerInnenkammer, die gewählte Interessenvereinigung der LandesschülerInnenvertretung, plädiert deswegen im Namen der Hamburger Schüler für eine Beibehaltung der Präsenzpflicht. Doch das Bensky zufolge falsche Signal, dass man bei einer Abkehr von der Präsenzpflicht aussenden würde, ist nicht der einzige Grund für eine Ablehnung anderer Modelle.

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Schule in Corona-Zeit: Schülervertretung weist auf negative Auswirkung von Home Schooling hin

Eine Mund-und-Nasen-Schutzmaske liegt neben einem Schulbuch auf einem Tisch in einer Schule.
Ab Montag treten verschärfte Corona-Maßnahmen in Kraft, auch die Schüler werden von diesen wieder betroffen sein. Für Hamburg gelten die im Text beschriebenen Regeln. © Philipp von Ditfurth/dpa

Bensky sieht auch andere Probleme, die durch die Aufhebung der Präsenzpflicht entstehen würden. Etwa das Aufrechterhalten des gewohnten Tempos und der gewohnten Qualität des Unterrichts im Home Schooling. Auch die gravierenden psychischen Schäden die durch isolierende Maßnahmen der Pandemiebekämpfung entstehen können und für die gerade jüngere Schüler und Schülerinnen besonders anfällig seien, würden bei den Überlegungen zur Abschaffung der Präsenzpflicht keine Rolle spielen, kritisierte er. Experten mahnen schon lange den Umgang mit den Kindern in der Pandemie an. Diese seien schon jetzt die Verlierer der Krise.* Eine Studie der Universität Essen hatte bestätigt erst kürzlich, dass es im Frühjahr 2021 gegen Ende des Lockdowns vermehrt zu einem sprunghaften Anstieg von Suizidversuchen innerhalb der jüngeren Altersgruppe gekommen ist.*

Hamburg: Schüler und Schulsenator Ties Raabe einer Meinung

Die Schüler teilen damit die Meinung von Hamburgs Schulsenator Ties Raabe (SPD). Dieser hatte letzte Woche betont, dass die Hansestadt am Präsenzunterricht festhalten wird. Der Druck auf den Senator seine Meinung zu überdenken und die Forderung nach einem Plan B steigt unterdessen. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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