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Polizisten in Hamburg: Immer häufiger Opfer von Gewalttaten

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Von: Anika Zuschke

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Polizisten und Rettungsdienste in Hamburg werden im Einsatz immer häufiger Opfer von Gewaltdelikten. Die Zahlen sind um mehr als das Zehnfache in die Höhe geschossen.

Hamburg – Polizisten stehen in der Pflicht, für öffentliche Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Gleichzeitig gilt die Polizei als erster Ansprechpartner und als „Freund und Helfer“ für alle Bürger. Doch in Hamburg werden Polizisten während ihres Dienstes immer häufiger auch Opfer von Gewalttaten. Von 2020 auf 2021 hat die Anzahl von Körperverletzungen gegen Polizeibeamte um satte 1284,6 Prozent zugenommen.

Behörde:Polizei Hamburg
Gründung:26. Mai 1814, Hamburg
Hauptsitz:Hamburg
Behördenleitung:Ralf Martin Meyer, Polizeipräsident

Polizei Hamburg: Gewalt gegen Polizisten hat seit 2020 extrem zugenommen

Die Polizei Hamburg, aber auch die Feuerwehr der Hansestadt sorgen für Recht und Ordnung. Ob bei Orkantiefs und Sturmfluten wie in den vergangenen Tagen, wenn Aktivisten sich auf die Köhlbrandbrücke kleben oder bei Stau-Chaos in der Innenstadt, bei dem Dachteile auf die Straße zu stürzen drohen – Polizisten und Feuerwehrleute sind zur Stelle. Im Zuge ihrer Einsätze scheinen sich Hamburger Polizisten aber auch immer häufiger einer Gefahr auszusetzen, die von ihren Mitbürgern ausgeht.

Ein Polizist mit einer Maschinenpistole sichert einen abgesperrten Tatort in Hamburg-Harburg und ein Polizist wird von einem gewalttätigen Demonstranten geschlagen.
Gewalt gegen Polizisten und Rettungskräfte in Hamburg nimmt zu. (24hamburg.de-Montage) © Jonas Walzberg/Carsten Rehder/dpa

Nach Angaben des rot-grünen Senats wurden im Jahr 2021 Polizeibeamte 180 Mal Opfer von Körperverletzungen – im Jahr zuvor waren es „nur“ 13. Das entspricht einem Plus von 1284,6 Prozent, wie aus der Senatsantwort auf eine schriftliche Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervorgeht. Insgesamt wurden Beamten in der Hansestadt Hamburg letztes Jahr 2329 Mal Opfer einer Straftat, auch das läuft auf 12,6 Prozent mehr als im Jahr 2020 hinaus. Dem Senat zufolge könne die Zahl der Opfer aber nicht in Relation zu den Fallzahlen gesetzt werden, da auch mehrere Opfer zu einem Fall erfasst worden sein können.

Gewaltdelikte gegen Polizisten und Rettungsdienste in Hamburg nehmen zu – bei Feuerwehrleuten gehen Zahlen zurück

Aus den Senatszahlen lässt sich außerdem schließen, dass auch die Anzahl der nach einem Angriff verletzten Polizisten von 53 in 2020 auf 72 im vergangenen Jahr gestiegen ist. Sogar Rettungsdienste sind von einem Anstieg derartiger Zahlen nicht ausgeschlossen: Die sogenannten Opferwerdungen von Helfern sind von 28 auf 34 gestiegen – das einspricht einem Plus von über 20 Prozent.

Nur bei der Feuerwehr Hamburg hatte die Anzahl von Gewalttaten einen rückläufigen Effekt. Im Jahr 2021 wurden die Helden in rot 52 Mal Opfer einer Straftat, im Jahr davor handelte es sich noch um 89 Fälle.

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CDU-Innenexperte Dennis Gladiator äußert scharfe Kritik und fordert „die volle Härte des Rechtsstaats“

CDU-Innenexperte Dennis Gladiator kritisiert diese für ihn absolut inakzeptable Entwicklung aufs Schärfste: „Tag für Tag setzen die Beamten von Polizei und Feuerwehr sowie die Rettungskräfte ihre Gesundheit und ihr Leben für unsere Sicherheit ein“, äußert Gladiator gegenüber der Deutschen Presse-Agentur und fährt fort: „Aber anstatt Anerkennung zu erfahren, werden sie seit Jahren viel zu häufig Opfer von Übergriffen“. Erst kürzlich wurden bei einer wilden Verfolgungsjagd durch Hamburg vier Polizisten verletzt.

Er fordert als Antwort darauf „die volle Härte des Rechtsstaats“ und ruft den rot-grünen Senat dazu auf, Straftaten gegen Beamte schneller als bisher zu einer Verurteilung führen zu lassen. Außerdem sollten ihm zufolge Polizisten flächendeckend mit Bodycams ausgestattet werden, berichtet der NDR.

Seit 2019 hat die Staatsanwaltschaft jährlich rund 2000 Verfahren in Zusammenhang mit Angriffen auf Beamte in Hamburg auf den Weg gebracht. Während die Gewalttaten an Polizisten und Rettungskräften in der Hansestadt zunehmen, geht die Kriminalität in Hamburg offenbar zurück – dennoch kommt es zu mehr Tötungsdelikten. Auch bei Delikten an Kindern im Internet lässt sich ein massiver Anstieg verzeichnen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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