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Vereitelter Terror – so plante der Deutsch-Marokkaner den Anschlag in Hamburg

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Von: Jan Knötzsch, Elias Bartl

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Pressekonferenz mit Innensenator Andy Grote
Hamburgs Sicherheitsbehörden haben einen Terroranschlag in Hamburg vereitelt. Dies teilte Innensenator Andy Grote bei einer der Pressekonferenz am 10.12.2021 mit.  © Blaulicht-News.de

Wie Innensenator Andy Grote vermeldet, hat die Hamburger Polizei einen terroristischen Anschlag verhindert. Ein Deutsch-Marokkaner sitzt in U-Haft.

Hamburg – Hamburg scheint nur knapp einem islamistischen Terroranschlag entgangen zu sein. Wie Innensenator Andy Grote am Freitag, 10. Dezember 2021, auf einer Pressekonferenz mitteilte, hat die Hamburger Polizei offenbar einen solchen Anschlag in der Hansestadt Hamburg verhindert. Laut Grote wurde am 26. August 2021 der 20-jährige Deutsch-Marokkaner Abdurrahman C. auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants an der Kieler Straße festgenommen. Er sitzt seitdem in U-Haft.

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Terroranschlag in Hamburg verhindert: Vater des Tatverdächtigen ist bekannter Islamist

Bei Abdurrahman C. handelt es sich um den Sohn einer Deutschen und eines Marokkaners, der 2001 in Hamburg geboren wurde. Der Vater des Mannes sei Mitverantwortlicher der Al-Quds-Moschee gewesen, in der sich vor den Anschlägen vom 11. September 2001 die Angehörigen der Hamburger Terrorzelle um Mohammed Atta getroffen hatten.

2016 wanderte die Familie nach Marokko aus, bevor der Tatverdächtige im Herbst 2020 vermeintlich zum Studieren nach Deutschland zurückgekehrte. In Wismar absolvierte C. einen Vorbereitungskurs für ein Studium, welches er aufgrund massiver Fehlzeiten nicht zu Ende brachte. Mitstudenten beschrieben den 20-Jährigen als introvertiert und streng gläubig. Er betete regelmäßig, fastete und wies Mitstudenten auf ihr – in seinen Augen – Fehlverhalten hinsichtlich des Islams hin.

Zutaten zum Bombenbau gefunden: Polizei verhindert Terroranschlag in Hamburg

Trotz seines Wohnsitzes in Wismar hielt sich C. nach Aussage der Behörden hauptsächlich in der Wohnung einer befreundeten Familie in Rahlstedt sowie in der Wohnung seiner Familie in Billstedt auf. Bei der Durchsuchung der Wohnungen konnten die Behörden diverse Datenträger mit islamistischen Propagandavideos und Bauanleitungen für Sprengsätze sicherstellen.

Bei der weiteren Durchsuchung einer von C. genutzten Wohnung seien Chemikalien für den Bau eines Sprengsatzes gefunden worden, sagte Senator Grote. Darunter ein Kilogramm Kaliumnitrat, ein Kilogramm Schwefel und ein halbes Kilo Holzkohlestaub sowie mehrere Hundert Schrauben und Muttern. Nach Polizeiangaben hätte eine solche Bombe „erhebliche oder sogar tödlicher Verletzungen verursachen können.“

Durchsuchungen in mehreren Bundesländern: Generalbundesanwaltschaft prüft den Fall

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Wie Claus Cortnumme, Leiter des polizeilichen Staatsschutzes weiter mitteilte, habe sich der 20-Jährige mit konkreten Plänen für einen Anschlag, den Märtyrertod und nahezu exzessiv mit dem Bau von chemischen Waffen auseinandergesetzt. Seit seiner Verhaftung äußert sich der Beschuldigte nicht zu den Tatvorwürfen.

Am 8. Dezember 2021 wurden zeitgleich 16 Objekte in Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen durchsucht. Dabei wurden 17 Telefone, zwei Tablets, neun Notebooks und sieben Festplatten sichergestellt. An dem Einsatz waren insgesamt 130 Beamten aus acht Bundesländern beteiligt.

Derzeit prüft die Generalbundesanwaltschaft den Fall und erwägt, die weiteren Ermittlungen zu übernehmen. Eine Entscheidung diesbezüglich wird in der nächsten Woche erwartet. Die weiteren Ermittlungen zu Mittätern und den Hintergründen der Anschlagspläne laufen weiterhin auf Hochtouren. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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