Die Hamburger Polizei im Fokus

Polizei Hamburg: Die Beamten sorgen in Harburg, Altona und anderen Stadtteilen für Recht und Ordnung

  • Wiebke Kaßmann
    vonWiebke Kaßmann
    schließen

Polizei Hamburg: Zahlreiche Beamte in Wandsbek, Altona, Mitte und anderen Stadtgebieten setzen sich rund um die Uhr für die Sicherheit der Anwohner ein.

  • Die Polizei Hamburg wurde Anfang des 19. Jahrhunderts ins Leben gerufen.
  • Aktuell sind über 10.000 Mitarbeiter bei der Polizei Hamburg beschäftigt.
  • Das Polizeipräsidium befindet sich am Bruno-Georges-Platz 1 in Winterhude.

Hamburg – Die Polizei Hamburg ist rund um die Uhr für die Sicherheit und Ordnung der Hansestadt zuständig. Mit über 10.000 Mitarbeitern gehört sie zudem zu den wichtigsten Arbeitgebern des Stadtstaates und bietet sowohl für Auszubildende als auch Akademiker vielfältige Karrieremöglichkeiten. Erst kürzlich wurde das 200-Jahre-Jubiläum der Polizei Hamburg gefeiert, wobei die Institution auf eine abwechslungsreiche, spannende Geschichte zurückblicken konnte. Der aktuelle Polizeipräsident ist Ralf Martin Meyer (geboren am 7. November 1959), insgesamt obliegt ihm die Verantwortung für acht regionale Polizeikommissariate.

BehördePolizei Hamburg
Gründung1814, Hamburg
Anzahl der Beschäftigten10.358

Polizei Hamburg: Geschichte und Gründung

Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine aufwühlende Zeit für den hohen Norden. Ausländische Besatzungstruppen, wirtschaftliche Tiefpunkte und wachsender Unmut in der Bevölkerung sorgten für eine historisch bedeutsame Entscheidung der damaligen Regierung: Hamburg sollte eine eigene Polizeibehörde erhalten. Als Sitz wurde sogleich ein Gebäude am Neuen Wall ausgesucht. Am 26. Mai 1814 zogen schließlich die ersten Wächter durch die Straßen – und eine neue Institution war gegründet.

Polizei

Die Polizei ist das Exekutivorgan eines Landes. Das Wort stammt von dem altgriechischen Wort politeía ab. Das Wort bedeutet so viel wie „Staatsverwaltung“. Die Aufgabe der Polizei ist es in einem Land für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, den Straßenverkehr zu regeln und zu überwachen sowie als Strafverfolgungsbehörde gesetzwidrige Handlungen zu untersuchen und zu verhindern.

Dabei war das damalige Konzept vom heutigen Organigramm der Polizei Hamburg noch weit entfernt. So hatte die erste Einsatzmannschaft lediglich vier Polizeibeamte, einen Oberpolizeivogt sowie einen Schreiber und Diener. In den dunklen Abend- und Nachtstunden wurden zudem Nachtwächter angestellt, die meist tagsüber anderen Berufen nachgingen. Nach und nach kamen schließlich zahlreiche neue Wächter hinzu und die Polizeiwache übernahm zusätzliche Aufgaben, die wiederum den Bedarf an weiteren Mitarbeitern steigen ließen.

Polizei Hamburg: Regionen und altehrwürdige Gebäude

Die Polizei Hamburg ist in insgesamt acht Regionen unterteilt:

  • Region Hamburg-Mitte I
  • Region Hamburg-Mitte II
  • Region Hamburg-Altona
  • Region Hamburg-Bergedorf
  • Region Hamburg-Harburg
  • Region Hamburg-Eimsbüttel
  • Region Hamburg-Nord
  • Region Hamburg-Wandsbek


Das Präsidium der Polizei Hamburg wurde zu Jahresbeginn 2000 aus dem Hochhaus Berliner Tor an den Bruno-Georges-Platz 1 in Winterhude verlegt und ist vom Hauptbahnhof aus bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der Platz wurde nach Bruno Georges, dem ersten Polizeipräsidenten nach Ende des Zweiten Weltkriegs, benannt.

Polizei Hamburg: Aufgaben und Einsatzbereiche

Das Aufgabengebiet der Polizei Hamburg ist überaus vielseitig. Prinzipiell sind die Beamten für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verantwortlich. Dazu gehört aber nicht nur das Patrouillieren in der Innenstadt, sondern auch ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst, der über die Notfallnummer 110 alarmiert werden kann. Zudem muss die Strafverfolgungsbehörde ordnungswidrige und nach dem Strafgesetzbuch verbotene Handlungen aufnehmen, Verdächtige ausforschen, Beweismaterial sichern sowie Ermittlungen anstellen. Auch die Gefahrenabwehr im Bereich der inneren Sicherheit gehört zu den Aufgaben der Polizei Hamburg.

Zudem überwachen die Polizeibeamten die Einhaltung von Verwaltungsvorschriften. Dazu gehören in erster Linie die Verkehrsregeln. Falschparker und Geschwindigkeitsüberschreitungen. Anderweitige Delikte werden von der Polizei aufgenommen und mit Verwarnungen oder Strafen quittiert. Aber auch Körperverletzung und Morddelikte sind Alltag bei der Polizei Hamburg. Bei schwerwiegenden Fällen kommt hier die Kripo zum Einsatz. Delikte gegen das Eigentum, also Diebstahl, Raub und Sachbeschädigung, werden ebenfalls von Polizeibeamten geahndet. Insgesamt teilt sich das Organigramm der Polizei Hamburg aktuell in folgende Einheiten auf:

  • Leitung
  • Justiz
  • Personal
  • Schutzpolizei
  • Landeskriminalamt
  • Polizeiakademie
  • Verwaltung und Technik
  • Informationstechnologie
  • Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Polizei Hamburg: Denkwürdige Einsätze in der Geschichte

Im Rahmen des G-20-Gipfels 2017 kam es in der gesamten Stadt zu massiven Ausschreitungen. Proteste führten mitunter zu Sachbeschädigung und sogar Körperverletzung. Dabei geriet auch das Vorgehen der Polizei Hamburg in die Kritik. Zahlreiche Zeugen behaupteten, eine unverhältnismäßige Reaktion vonseiten der Beamten hätte die Ausschreitungen zusätzlich verschärft. Auch die darauffolgenden Ermittlungen waren Gegenstand von journalistischen und juristischen Debatten. So musste sich die Polizei Hamburg vor dem Verwaltungsgericht der Hansestadt dafür verteidigen, Verdächtige mittels einer Gesichtserkennungssoftware verfolgt zu haben.

Im August 2019 schrieb die Polizei Hamburg schließlich bundesweit Kriminalgeschichte, denn der bis dato größte Kokain-Fund Deutschlands konnte sichergestellt werden. Die Beamten entdeckten auf einem einfahrenden Containerschiff über 4,5 Tonnen Kokain, mit einem geschätzten Gesamtwert von einer Milliarde Euro! Die Ermittlungen hierzu dauern weiterhin an, der Fund wurde in einer Geheimaktion inzwischen vernichtet.

Die Hamburger Polizei ist rund um die Uhr im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen.

Polizei Hamburg: Einsatz während der Corona-Krise

Auch die aktuelle, durch das Coronavirus-Sars-CoV-2 ausgelöste Krise stellte die Polizei Hamburg vor ungewohnte Herausforderungen. Während die Stadt ein Rekordtief an Einbrüchen verzeichnete, mussten die Beamten dennoch rund um die Uhr ausrücken, um zu überprüfen, ob die verordneten Gastro-Schließungen und Versammlungsverbote eingehalten wurden. Zahlreiche Bußgeldbescheide aufgrund von Kontakt-Verstößen und sogar Haftandrohungen waren die Folge. Deren Verhältnismäßigkeit und Objektivität wird in der Öffentlichkeit nach wie vor rege diskutiert.

Polizei Hamburg: Schlagzeilen, News, Presse-Berichte

Aktuell sind über 10.000 Mitarbeiter bei der Polizei Hamburg beschäftigt. Dabei handelt es sich jedoch nicht ausschließlich um Beamte in Uniform. Über 60 Prozent aller Angestellten sind in der Schutzpolizei tätig, knapp jeder Fünfte ist Teil der Kriminalpolizei, etwa 500 Beamte gehören der Wasserschutzpolizei oder Reiterstaffel an. Mehr als 1.000 andere Angestellte kümmern sich um die Verwaltung, das Personalmanagement sowie die Technik und das Equipment.

Die Polizei Hamburg hat eine eigene Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die in Hamburg-Langenhorn sitzt. Im digitalen Zeitalter werden wichtige News und Meldungen hauptsächlich über Twitter und Facebook mit der Öffentlichkeit geteilt. Gerade im Rahmen der aktuellen Pandemie-Ausnahmesituation gibt die Regierung nahezu täglich relevante Informationen zu beschlossenen Maßnahmen, neuen Verboten oder Lockerungen heraus. Auch aktuelle Infektionszahlen sowie Prognosen und Informationen zu Schutzausrüstungen werden regelmäßig über die Social-Media-Kanäle der Polizei Hamburg veröffentlicht.

Polizei Hamburg – Karriere machen und einsteigen

Wer eine Karriere bei der Polizei Hamburg anstrebt, findet auf der Webseite zahlreiche spannende Stellenangebote und Jobs. Zudem hat die Stadt Ende 2013 eine eigene Akademie der Polizei eröffnet, in der Anwärter auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereitet werden. Um zur Ausbildung zugelassen zu werden, müssen Interessenten zunächst den Einstellungstest absolvieren.

Der Test überprüft sowohl die körperliche als auch kognitive Eignungsfähigkeit der Bewerber. Die Einstellungsstelle der Polizei Hamburg informiert alle Teilnehmer schließlich über die Testergebnisse. Wer Teil der Kriminalpolizei werden möchte, die ihren Sitz an der Caffamacherreihe direkt in der Innenstadt hat, muss zuvor ein Studium absolviert haben, wobei für die verschiedenen Dienstgrade noch weitere individuelle Voraussetzungen, wie eine bestimmte Anzahl an Dienstjahren, erfüllt sein müssen.

Studenten und Schüler, die sich einen Einstieg bei der Polizei Hamburg vorstellen können, haben die Möglichkeit, den Alltag der Beamten während eines Praktikums näher kennenzulernen. Interessenten können ihre Bewerbung um einen Job oder ein Praktikum an die Personalabteilung schicken oder per Telefon unter (040) 427 427 Kontakt aufnehmen.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/picture alliance/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare