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Polizei Hamburg: Gewerkschaft schockiert – Beamten wird die Kleidung weggespart!

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Der Hamburger Polizei soll es an Winterkleidung und Ausrüstung mangeln. Die Gewerkschaften schimpfen, die Polizeiführung dementiert.

Hamburg – Spart die Polizei in Hamburg bei der Gesundheit der Polizisten? Die Hamburger Polizei ist in letzter Zeit häufiger in die Kritik gekommen. Immer wieder gibt es zum Beispiel Berichte über Polizeigewalt. In diesem Fall sind die Streifenbeamten aber einmal das Opfer. Von extremen Sparmaßnahmen ist die Rede, die sogar auf Kosten der Gesundheit der Polizisten gehen sollen. Gewerkschaften sprechen von einer Grenze, die die Behörde nun endgültig überschritten habe. Sprecher der Polizeiführung streiten die Vorwürfe von Spaßmaßnahmen auf Kosten der Mitarbeiter aber ab.

Hauptsitz Polizei HamburgLandespolizei in Hamburg (Bruno-Georges-Platz 1, 22297 Hamburg)
Bedienstete10.358 (1. Februar 2018)
BehördenleiterRalf Martin Meyer, Polizeipräsident

Hamburg im Ländervergleich benachteiligt: Sparmaßnahmen in Millionenhöhe sollen kommen

Im Ländervergleich hinkt Hamburg hinterher. Die Beamten in der Hansestadt sollen nicht genug Ausrüstung und Polizeikleidung bekommen. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisieren nun das Hinterherhängen Hamburgs in Sachen Ausrüstung.

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Sparmaßnahmen sind wohl unausweichlich. Die Innenbehörde muss im Doppelhaushaltsjahr 2023/2024 vermutlich mit Kürzungen im dreistelligen Millionenbereich rechnen. Das Ärgernis der Gewerkschaften: Es soll nicht an der falschen Stelle gespart werden.

Technische Ausrüstung fehlt: Polizeiführung verspricht Anschaffung von mehr Smartphones

Die DPolG sieht „eine rote Linie“ überschritten, denn die Einsparungen erschweren den Alltag der Polizisten scheinbar drastisch. Es soll zum Beispiel an Handys und Tablets in den Einsatzwagen mangeln. „Die Handlungsfähigkeit muss gesichert bleiben“, fordert auch der GdP-Vizevorsitzende Lars Osburg im Gespräch mit der MOPO. Dazu gehören laut ihm nicht nur ein funktionierendes Internet auf den Wachen, sondern auch technische Gerätschaften im Einsatzwagen, wie Handys und Tablets. Im Vergleich der Bundesländer hinke Hamburg hinterher.

Ein Polizist mit einer Maschinenpistole steht auf der Straße vor einem Polizeiauto
Sparlinie: Polizei Hamburg fehlt es an wichtiger Kleidung und Ausrüstung. © Markus Scholz/dpa

Die Polizeiführung widerspricht diesen Vorwürfen. Es gäbe 3400 Diensthandys, auf denen erst kürzlich die App „mDakty“ zur Sicherung von Fingerabdrücken installiert worden sei, die den Beamten das Arbeiten erleichtern solle. Allerdings gibt es in Hamburg über 10.000 Polizeibeamte (Stand 1. Februar 2018), was die Bemängelung der Gewerkschaft an fehlendem Equipment wieder unterstreicht. Die Sprecherin betonte allerdings auch, dass eine Anschaffung weiterer Smartphones geplant sei.

Winterkleidung ist Mangelware, Gewerkschaft rebelliert: Die Polizeikleidung hält weder warm noch trocken

Ein noch viel größeres Problem ist für die Hamburger Polizei das Thema Dienstkleidung. Es mangelt laut Lars Osburg neben Handys und Tablets nämlich auch an Winterkleidung für Beamte im Streifendienst. Besonders angesichts des kommenden Winters sei das ein Problem. „Hier wird ganz konkret an der Gesundheit meiner Kolleginnen und Kollegen gespart“, so Osburg. Laut der MOPO sollen einzelne Polizisten bereits selbst Winterkleidung gekauft und diese dann mit ihren Polizeiabzeichen und Wappen versehen haben.

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Diesem Vorwurf widerspricht die Polizei ebenfalls – aus zwei Gründen. Zum einen sei es gar nicht erlaubt, Zivilkleidung mit Dienstkleidung zu mischen. Zum anderen stünden allen Beamten und Beamtinnen Strickjacken, Pullover, Winterhandschuhe, Fleecemützen, eine lange Winterjacke sowie Wäscheartikel für den Winter zur Verfügung.

Anpassungen gefordert: Gewerkschaft weist auf zwecklose Kleidung und Anordnungen hin

GdP-Landesvorsitzender Horst Niens weiß das auch, betont aber gegenüber der MOPO, dass bei der zur Verfügung stehenden Kleidung ein entscheidender Denkfehler gemacht wurde. Die Allzweckwesten der Polizisten und Polizistinnen sind nämlich gar nicht so allzwecktauglich wie gedacht. Niens erklärt: „Laut Dienstanordnung dürfen die Westen nicht unter dem Anorak getragen werden und darüber passen sie nicht. Die derzeit vorhandene Kleidung ist der Situation vor der Westeneinführung angepasst. Strickjacken und Pullover, über die die Weste getragen werden kann, schützen nicht genügend vor Kälte und schon gar nicht vor Nässe.“

Egal ob beim Thema Winterkleidung oder technische Ausrüstung. Lars Osburg fordert Veränderung: „Um den ihr gestellten Aufgaben mit höchster Professionalität nachkommen zu können, bedarf es bei der Polizei Hamburg Anpassungen.“ So, wie es aktuell ist, kann es in den Augen der Gewerkschaften nicht weitergehen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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