Ein Blick in den Hamburger Nachthimmel

Planetarium Hamburg – das meistbesuchte Sterntheater Deutschlands

  • Thomas Fischhaber
    vonThomas Fischhaber
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Das Großplanetarium im Hamburger Stadtpark ist das meistbesuchte Sterntheater Deutschlands und bietet ein buntes Showprogramm.

  • Das Planetarium Hamburg findet sich seit 1930 im ehemaligen Wasserturm im Hamburger Stadtpark.
  • Neben regulären Vorstellungsthemen stehen auch zahlreiche Sondervorträge und Konzerte auf dem Spielplan.
  • Die Aussichtsplattform im achten Stock bietet einen Rundblick über ganz Hamburg.

Hamburg, Stadtpark – 2020 feiert das Planetarium Hamburg bereits sein 90-jähriges Bestehen, doch angestaubt ist hier nichts (höchstens mit Sternenstaub). Und die Besucherzahlen sprechen für sich: Das Großplanetarium im Stadtteil Winterhude ist das meistbesuchte Planetarium in Deutschland. Verantwortlich für diesen Erfolg sind der frühere Planetariumsleiter Erich Übelacker sowie sein Nachfolger Thomas W. Kraupe, der das Hamburger Sterntheater ins 21. Jahrhundert führte.

Planetarium Hamburg: Daten und Fakten

Das Planetarium Hamburg blickt inzwischen auf eine fast hundertjährige Geschichte zurück. Der Turm im Hamburger Stadtpark, der das Sterntheater bis heute beherbergt, wurde von 1912 bis 1916 als Wasserturm erbaut, als solcher aber nur bis 1924 genutzt. Nach dem aufwendigen Umbau zum Planetarium durch den Architekten Hans Loop im Jahr 1929 fand die Eröffnung der Sternenwarte schließlich am 30. April 1930 statt.

Mit der Ausgestaltung der Himmelsdecke im heutigen Foyer und Kassenraum des Planetariums Hamburg war zunächst die bekannte Malerin Dorothea Maetzel-Johannsen betraut worden. Sie verstarb jedoch vor Vollendung der Arbeiten, weshalb schlussendlich der Maler Heinrich Groth das Deckengemälde im Großplanetarium fertigstellte.

Planetarium Hamburg: Vorstellungen damals und heute

Zu Beginn diente das Planetarium Hamburg vor allem der schulischen Wissensvermittlung. Aus diesem Grund fanden Schulvorstellungen zunächst getrennt von den öffentlichen Vorstellungen statt. Doch bereits in den 70er-Jahren erweiterte der damalige Leiter Erich Übelacker schrittweise das Veranstaltungsrepertoire des Großplanetariums und führte erste Multimediashows, Sondervorträge und Konzerte im ehemaligen Wasserturm ein.

Ein solcher Richtungswechsel fand auch bei den Ausstellungen im Planetarium Hamburg statt. Konzentrierten sich diese anfangs noch auf die Geschichte der Astronomie, verlagerte sich der Schwerpunkt im Laufe der Jahre. Heute liegt der Fokus der Ausstellungen des Großplanetariums vor allem auf der Raumfahrt und Sonnensystemforschung.

Was Übelacker anfing, trieb Thomas W. Kraupe weiter voran. Seit seiner Übernahme der Planetariumsleitung im Jahr 2000 wird nicht nur kontinuierlich das Konzept der Vorstellungen modernisiert, sondern auch das Planetarium in Hamburg selbst. Beim letzten Umbau 2016 wurde der Sternensaal des Großplanetariums mit dem Sternenprojektor Zeiss Universarium IX und der digitalen 8K-3D-Ganzkuppelprojektion endgültig auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Besucherzahlen der Großplanetarien in Deutschland im Vergleich:

  1. Planetarium in Hamburg: 380.000 (Stand 2017)
  2. Zeiss-Planetarium in Bochum: 304.591 (Stand 2019)
  3. Zeiss-Großplanetarium in Berlin: 258.043 (Stand 2019)
  4. Zeiss-Planetarium in Jena: 150.000 (Stand 2019)
  5. Carl-Zeiss-Planetarium in Stuttgart: 124.536 (Stand 2018)
  6. Planetarium in Mannheim: 119.000 (Stand 2019)
  7. Planetarium in Münster: 113.000 (Stand 2014)
  8. Planetarium am Insulaner in Berlin: 76.285 (Stand 2019)
  9. Nicolaus-Copernicus-Planetarium in Nürnberg: 78.000 (Stand 2017)

Planetarium Hamburg: Anfahrt, Öffnungszeiten und Preise

Das Planetarium Hamburg liegt nur wenige Gehminuten von den Haltestellen des HVVs entfernt. Von der U-Bahnhaltestelle Borgweg (Linie U3) oder der Bushaltestelle Stadtpark (Bus 179) sind es jeweils etwa zwölf Minuten Fußweg. Von der U-Bahnhaltestelle Hudtwalckerstraße (Linie U1) sind es ungefähr fünfzehn Minuten zu Fuß bis zum Großplanetarium; von der Bushaltestelle Ohlsdorfer Straße (Bus 20 bzw. 26) etwa acht Minuten zu Fuß.

Das Planetarium Hamburg ist dienstags von 9 bis 17 Uhr, mittwochs und donnerstags von 9 bis 21 Uhr und freitags bis sonntags sowie an den Feiertagen von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Montags ist das Großplanetarium geschlossen. Der Eintritt kostet elf Euro pro Person (Stand März 2020). Für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre und Ermäßigungsberechtigte (mit entsprechendem Nachweis) beträgt der Eintritt sieben Euro. Bei KiTa- und Schulgruppen (ab zwölf Personen) kostet der Eintritt pro Teilnehmer fünf Euro. Je nach Art der Vorstellung kommt ein Preisaufschlag hinzu.

Planetarium Hamburg: Spielplan, Vorträge und Veranstaltungen

Neben mehr parallel laufenden Vorstellungsthemen, die mehrmals wöchentlich angeboten werden, konnte unter Kraupes Leitung auch das Unterhaltungsprogramm im Planetarium Hamburg weiter ausgebaut werden. Zusätzlich zu Konzerten und noch mehr Sondervorträgen sind vor allem die Veranstaltungen in den Abendstunden und am Wochenende echte Highlights.

Im Programm 2020 des Planetariums Hamburg ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Das Kinderprogramm ist dabei genauso breitgefächert und lehrreich wie das Angebot für die Erwachsenen. Während Filme wie „Die Sternenfee und der Mondritter“ oder „Das Sternthaler“ die ganz Kleinen verzaubern, staunen die Großen in Vorträgen über die Mondlandung und wissenschaftliche Themen . Auch Shows wie „Das Phantom des Universums – Die Jagd nach der Dunklen Materie“ oder die 360-Grad-Show zum Album The Wall von Pink Floyd begeistern die Besucher des Großplanetariums auf ganzer Linie.

Ein Hingucker ist auch die Veranstaltung „Queen Heaven – The Original“. In der furiosen Musikshow können Sie sich 80 Minuten lang in einem 360-Grad-Rundum-Spektakel mit Licht- und Lasershows verzaubern lassen. Die Hommage an die vier herausragenden Künstler von Queen - Brian May, John Deacon, Roger Taylor und Freddie Mercury – wird mit vielen originalen Musik-, Bild- und Videoaufnahmen abgerundet, die vom Team des Planetariums Hamburg an den heutigen Stand der Technik angepasst wurde.

Erleben Sie die Faszination von Jahrhundert-Hits wie „Bohemian Rhapsody“, „We will Rock You“, „Radio Gaga“, „Who Wants To Live Forever“ und „We Are The Champions“. „Queen Heaven – The Original“ findet mehrmals pro Monat statt und kostet 14 Euro Eintritt (Stand März 2020). Tickets zu „Queen Heaven“ können Sie auf der Homepage des Planetariums buchen.

Planetarium Hamburg: Wichtige Besucherinformationen

Genauere und aktuelle Besucherinformationen gibt es auf der Webseite des Planetariums Hamburg. Wichtige Informationen für Epileptiker, Hörgeschädigte, Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer, aber auch die Richtlinien zum Mitführen von Hunden und großen Taschen finden sich unter anderem hier. Zudem können Tickets und Gutscheine direkt über die Webseite des Sterntheaters bestellt werden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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