Gewohnt scharf

Peter Tschentscher: Kein Lockdown für Geimpfte – für alle anderen wird es hart

  • Susanne Kröber
    VonSusanne Kröber
    schließen

Die 7-Tage-Inzidenz in Hamburg steigt, rasant nähert man sich der kritischen Marke von 35. Aber was passiert, wenn tatsächlich ein neuer Lockdown droht?

Hamburg – Die Quote der vollständig geimpften Hamburgerinnen und Hamburger liegt weiter unter 50 Prozent. Obwohl man sich im Impfzentrum in den Messehallen seit dem 26. Juli sogar ohne Terminbuchung impfen lassen kann, ist die Nachfrage gering. In der Hamburger Landespressekonferenz stellte der Senat nun jedoch Vorteile für Geimpfte in Aussicht, sollte es erneut zu Einschränkungen kommen.

Bürgermeister von Hamburg:Peter Tschentscher
Geboren:20. Januar 1966 (Alter 55 Jahre), Bremen
Ehepartnerin: Eva-Maria Tschentscher (verh. 1998)
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt:Bürgermeister von Hamburg seit 2018

Auf die Frage, ob Clubs im Herbst zumindest für Geimpfte geöffnet würden, erklärte Senatssprecher Marcel Schweitzer zunächst: „Wir können noch keinen Ausblick auf den Herbst geben. Wir wissen nicht, wie sich das Infektionsgeschehen in zwei, drei, vier, acht Wochen entwickelt, und wir sind da auch sehr vorsichtig mit irgendwelchen Prognosen.“ So weit, so vage.

Hamburger Senat: Peter Tschentscher will Einschränkungen nur für Ungeimpfte

Aber dann macht der Hamburger Senat seine Haltung – und vor allem die Haltung des Ersten Bürgermeisters Peter Tschentscher – mehr als deutlich. „Es wird bundesweit darüber diskutiert, nimmt man Geimpfte von Beschränkungen aus, wenn man wieder Beschränkungen einführen muss“, so Marcel Schweitzer. Der Erste Bürgermeister vertritt die Auffassung, dass das so sein sollte. Wer vollständig geimpft ist, sollte von Beschränkungen ausgenommen werden, das hat er schon im Juni mitgeteilt, das hat er auch in den vergangenen Wochen immer mitgeteilt, das ist seine Haltung.“

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat sich während der Corona-Pandemie den Ruf des Hardliners erarbeitet. Und es geht so weiter, er will einen weiteren Lockdown nur für Ungeimpfte. 

Diese Haltung will Peter Tschentscher dann auch in der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Ausdruck bringen. Ursprünglich sollte das Treffen der Ministerpräsidenten Ende August stattfinden, aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen wurde es aber auf den 10. August vorverlegt. „In der anstehenden Beratung, auch in den Vorbereitungen zur Ministerpräsidentenkonferenz, die Anfang August stattfinden soll, ist das eben die Hamburger Haltung, und die wird er dort auch mit einbringen“, so Schweitzer über Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher.

Welche Corona-Regeln gelten eigentlich ab einer Inzidenz von 35?

Gute Nachrichten also für vollständig Geimpfte. Aber welche Maßnahmen drohen denn nun eigentlich, sollte Hamburg, wie anzunehmen ist, in den nächsten Tagen den Inzidenzwert von 35 überschreiten? Das Infektionsschutz-Gesetz des Bundes schreibt vor, dass ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 weitere Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, „die eine schnelle Abschwächung des Infektionsgeschehens erwarten lassen.“

Hamburgerinnen und Hamburger haben allerdings zunächst keine neuen Beschränkungen zu befürchten, wie Senatssprecher Marcel Schweitzer in der Hamburger Landespressekonferenz mitteilte. Da die höheren Inzidenzwerte größtenteils auf Reiserückkehrer zurückzuführen seien, gäbe es keinen Ansatzpunkt für Verschärfungen der Corona-Regeln.

„Weil wir diesen Eintrag von außen nach Hamburg haben, haben wir auch kein Cluster oder keine Regelverletzung oder irgendeinen Grund, jetzt die Rechtsverordnung anzupassen und zu sagen, das Infektionsgeschehen ist zurückzuführen auf diesen einen Punkt, und den müssen wir jetzt verschärfen. Deshalb sind wir an dieser Stelle noch etwas zurückhaltend.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare