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Personalmangel gefährdet weiterhin Hamburgs Tourismusbranche

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Von: Christian Einfeldt

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Noch immer belastet der Personalmangel die Tourismusbranche in Hamburg. Unterbesetzte Stellen könnten jetzt für rückläufige Zahlen sorgen.

Hamburg – Vor wenigen Monaten feierte Hamburg noch große Erfolge in der Tourismusbranche. Die Zahlen stimmten zuversichtlich und gewisse Erwartungen konnten sogar übertroffen werden. So war etwa die Rede von Hamburger Tourismuszahlen, die Werte von vor der Corona-Pandemie gar übertroffen hätten.

Doch wie ist es um die Stabilität der Tourismusbranche bestellt? Nicht nur die Auswirkungen der Energiekrise beschäftigen den Tourismus in Hamburg – auch der Personalmangel nimmt wieder zu.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Hamburger Tourismusbranche: Nach „drei, vier tollen Monaten“ stehen wieder schwere Zeiten bevor

Die Corona-Pandemie ist noch längst nicht Geschichte. Seit Wochen wird diskutiert. Jüngst zum Beispiel über Omikron BJ.1, eine neue „besorgniserregende“ Corona-Variante. Inwieweit das Virus den Corona-Herbst 2022 und den Winter 2023 bestimmen wird, ist unklar. Hamburger Ärzte zeigen sich zuversichtlich, dass im Winter mit Entwarnung gerechnet werden könne. Dennoch wird Corona auch weiterhin in Branchen Thema sein. Am Flughafen Hamburg, in Hamburgs Gastronomiebranche oder im Tourismus zeigt sich das auch jetzt noch am mangelnden Personal.

Vor zahlreichen Branchen machen aktuelle Probleme keinen Halt. Nicht nur, dass die steigenden Kosten fürs Heizen und für Strom Hamburgs Hotels und Restaurants vor Herausforderungen stellen. Nein, weitere Auswirkungen, die der Ukraine-Krieg und Inflation auf die Hansestadt Hamburg hat, stehen bevor. Eine Prognose fällt entsprechend ernüchternd aus: Nach „drei, vier tollen Monaten“ könnten die Zahlen wieder rückläufig werden.

Tourismusbranche Hamburgs braucht Personal – 1.500 Fachkräfte fehlen

Dass die Verantwortlichen – hier in Form des Vorsitzenden des Tourismusverbandes Hamburg, Wolfgang Raike – mit dem letzten Jahresdrittel zufrieden waren, lässt sich an den erfolgreichen Zahlen festmachen. Nun stehen jedoch wieder neue, schwerere Zeiten bevor – eben, weil nach wie vor das Personal fehlt und die kalte Jahreszeit für viele Betriebe ohnehin zur Belastung werden könnte. Gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) spricht Raike davon, dass man Fachkräfte aus dem Ausland akquirieren müsse, um bevorstehenden Einbußen entgegenzusteuern.

Passanten laufen den Hamburger Jungfernstieg entlang.
Personalmangel und steigende Energiekosten stellen die Hamburger Tourismusbranche vor Herausforderungen. (Symbolbild) © Hanno Bode/Imago

Jobs waren befristet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden mitunter schlecht bezahlt oder die Arbeitszeiten waren für eine längerfristige Anstellung nur wenig ansprechend. Die Gründe für den anhaltenden Personalmangel sind divers – steigende Energiekosten stellen die Branche zusätzlich auf die Probe. Nach Informationen des NDR sind es rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die alleine in der Hamburger Tourismusbranche gebraucht werden würden.

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Personalmangel in Hamburg: Warum Arbeitslose keine langfristige Anstellung im Tourismus finden

Die Branche nimmt die Politik in die Pflicht. Laut des Präsidenten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes der Stadt Hamburg, Michael Conrad, würden Angestellte nach zwei Jahren wieder abgeschoben werden – das teilweise ohne Angaben von Gründen. Ein weiteres Phänomen, das sich bemerkbar macht: Der Personalmangel nimmt zu, zeitgleich auch die Arbeitslosenquoten in Hamburg.

77.000 Menschen sind von Arbeitslosigkeit betroffen. Demgegenüber stehen branchenübergreifend jedoch knapp 14.000 freie Stellen. Wie der Chef der Hamburger Agentur für Arbeit sagt, hat die aktuelle Entwicklung viele Gründe. Im Gespräch mit der Hamburger Morgenpost nennt Sönke Fock saisonale Faktoren, aber auch den Ukraine-Krieg als Ursache. Im Zuge von Russlands Invasion hatte Hamburg bereits viele Menschen aufgenommen.

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Viele von den 77.000 Menschen würden nach kurzer Zeit wieder eine Arbeit finden. In der Langzeitarbeitslosigkeit seien laut Fock nur wenige gefangen. Vor allem Ingenieure oder IT-Berufe sind gefragt. Jobs in der Tourismusbranche scheinen hingegen deutlich weniger reizvoll zu sein. Gerade die Krisenzeit des Personalmangels fördert zwar zutage, dass insbesondere Ungelernte Arbeit finden können. Für eine Daueranstellung würde laut Sönke Fock allerdings eine Qualifizierung fehlen – ein weiterer Grund, der den Tourismus in Hamburg belastet.

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