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PCR-Test-Wahnsinn: 116117 und Labore überlastet – reicht bald ein Schnelltest?

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Von: Robin Dittrich

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Die Corona-Pandemie hält Hamburg in Atem. Seit Ausbruch der Omikron-Variante laufen die Hamburger Sturm auf Testzentren. Ein Ergebnis dauert ganze 4 Tage!

Hamburg – Fieber, Geschmacksverlust oder Husten – bei Corona-Symptomen sollte bisher immer die Nummer 116117 angerufen werden. Doch die Hotline ist überlastet. Es rufen schlichtweg zu viele Menschen an. Bei einer Inzidenz in Hamburg von über 1000, ist das kein Wunder. Laut Abendblatt-Informationen rufen mittlerweile neun von zehn Menschen aufgrund vom Coronavirus oder PCR-Tests an. Die schier unfassbare Menge solcher Tests kann nicht mehr bewältigt werden – es kommt zu massiven Verzögerungen bei Ergebnissen.

Infektion:Coronavirus
Corona-Test:PCR-Test
Probenentnahme aus:Schleimhäuten der Atemwege
PCR-Tests in Hamburg:133.000 pro Woche

Hamburgs Labore überlastet – 133.000 PCR-Tests pro Woche

Eine Überlastung der Hamburger Labore wundert niemanden mehr. In der ersten Januarwoche erhielten sie 133.000 durchgeführte PCR-Tests. Mediziner fordern deshalb eine Priorisierung der Tests. Getestet werden soll dann wieder hauptsächlich mit Schnelltests, bei PCR-Tests sollen „Krankenhäuser und Erkrankte vorgehen“ sagte Laborchef Dr. Jens Heidrich dem Abendblatt. Ein Dorn im Auge sind ihm die meist harmlosen Verläufe bei geboosterten Menschen. So kann sich zudem auf eine Omikron-Infektion vorbereitet werden.

„Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, dass in der aktuellen Lage dreifach geimpfte Menschen vor Reisen einen PCR-Test machen oder dass jeder, der eine rote Warn-App hat, sich im Labor durchtesten lässt“ sagt Heidrich dazu. Die hohe Anzahl der PCR-Tests führt zu einer hohen Verzögerung bei den Testergebnissen. Bis zu vier Tage soll es dauern, bis es nach dem Anruf beim Arztruf zu einem Ergebnis kommt: zwei Tage bis zum Abstrich, zwei Tage bis zum Vorliegen des Ergebnisses. Zu lange für viele Menschen.

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Eine Frau wird auf Corona getestet, eine Warteschlange in Hamburg und eine Hand mit einer Karte mit der Nummer 116117
Corona: Hamburgs Testzentren sind überfordert – bis zu vier Tage wartet man zur Zeit auf das PCR-Testergebnis. (24hamburg.de-Montage) © Daniel Vogl/Marcus Brandt/Markus Scholz/dpa

Hamburg ist Spitzenreiter bei PCR-Tests – das soll sich ändern

Mit 133.000 PCR-Tests in der ersten Woche des Jahres ist Hamburg Spitzenreiter in ganz Deutschland. Zum Vergleich: Niedersachsen teste im gleichen Zeitraum nur 89.000 mal, Schleswig-Holstein liegt bei 65.000 Tests. Walter Plassmann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung, fordert deshalb, den Arztruf nur zu kontaktieren, wenn starke Beschwerden vorliegen. Bei milden Verläufen, die bei der Omikron-Variante gängig sind, soll in Praxen angerufen werden. Auch dort ist eine Durchführung des PCR-Tests möglich.

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Dr. Jens Heidrich hat darüber hinaus steile bis fragwürdige Thesen, wie Hamburg aus der Omikron-Welle schneller herauskäme. Er spricht sich dafür aus, dreifach geimpfte Menschen gezielt mit der Omikron-Variante anzustecken. Die weitestgehend milden Verläufe würden das begünstigen. „Damit kann man das Virus schneller totlaufen.“ Heidrich empfiehlt beispielsweise ein volles Fußballstadion. In Hamburg sind momentan nur 2000 Zuschauer pro Spiel zugelassen. Bis zu einem solchen Vorhaben wird die Corona-Pandemie in ganz Deutschland und Hamburg weiter für Chaos sorgen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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