„Alarmstufe Rot“

Party-Pilot-Projekt: Darf in Hamburgs Clubs wieder gefeiert werden?

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Die Veranstaltungsbranche leidet. Seit März 2020 sind die Clubs in Hamburg geschlossen. Gibt „Alarmstufe Rot“ der Hamburger Branche nun endlich Hoffnung?

Hamburg – Die Corona-Pandemie hat die Veranstaltungsbranche fest im Griff. Der Club-Szene fehlt Hoffnung – zumindest in Hamburg. Während in Schleswig-Holsteins Diskotheken beinahe feiern wie vor Corona möglich ist und auch Niedersachsen bereits im Mai die Clubs wieder aufgemacht hat, bleibt es in der Hansestadt nach fast 16-monatigen Club-Lockdown auch weiterhin still. Trotz Lockerungen bleibt der Senat rund um Peter Tschentscher beharrlich und Großveranstaltungen bleiben weiterhin dicht. Unverständlich für die Hamburger Initiative „Alarmstufe Rot“.

Stadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Das Aktionsbündnis, bestehend aus Clubbetreibern und Vertretern der Veranstaltungsbranche, fühlt sich von der Politik im Stich gelassen und stellt nun klare Forderungen. Bereits am kommenden Samstag, dem 10. Juli, soll ein Pilot-Projekt starten. Tony Fleischer, Geschäftsführer vom Sicherheitsanbieter „ProSicherheit Event“ in Hamburg ist überzeugt: „Die Branche kann das und hat gute Konzepte.“ Doch mit welchen Maßnahmen können sie den Senat zum Umdenken bewegen?

„Schlag ins Gesicht“: Hamburgs Club-Szene fordert eine Perspektive

Was der Hamburger Senat als Lockerung verkündete, war für das Aktionsbündnis „Alarmstufe Rot“ eine Zumutung: Seit Freitag, dem 2. Juli, darf in Hamburg wieder getanzt werden. Ist man getestet, vollständig geimpft oder genesen, kann man an den Tanzveranstaltungen ohne Maskenpflicht unter freien Himmel teilnehmen. Allerdings dürfen maximal 250 Menschen feiern.

In der Theorie könnten auch Clubs von dieser Entscheidung profitieren. Sie könnten Besuchern eine entsprechende Außenfläche zur Verfügung stellen und so den Club an die frische Luft bringen. Für die meisten Clubbetreiber gleicht diese Maßnahme jedoch einem „Schlag ins Gesicht“, wie Danny Hellrung vom Bündnis „Alarmstufe Rot“ klarstellte. Viele Clubs könnten Besuchern keine Außenfläche anbieten, die ein solches Unterfangen möglich macht. Doch das größte Problem ist ein anderes. Nach wie vor gebe es für die Clubbetreiber keine Perspektive, wann Clubs und Diskotheken in Hamburg wieder öffnen könnten.

In Hamburg könnte am 10. Juli endlich wieder in einem Club gefeiert werden.

Initiative „Alarmstufe Rot“: Hamburgs Veranstaltungsbranche legt Hygiene-Konzept vor

Von der Politik scheinbar in Stich gelassen, greifen sie zur Eigeninitiative. Unter dem Motto „Alarmstufe Rot“ haben Clubbesitzer aus der Hansestadt Hamburg gemeinsam mit dem Sanitätsdienst „Blauer-Rettungs-Stern“ aus Norderstedt ein Hygienekonzept entwickelt, damit es für Clubs endlich wieder Hoffnung gibt. Ein bestimmender Faktor, der das Feiern in Hamburgs Clubs wieder möglich machen soll, sind Corona-Tests, die eine mögliche Ausbreitung der gefährlichen Delta-Variante verhindern sollen.

Besucher und Personal müssten sich mindestens zwei Stunden vor Party-Beginn und 48 Stunden danach testen lassen. Vor-Ort-Testungen sollen sicherstellen, dass diese Maßnahme auch in den Innenräumen zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus würde eine Filteranlage eingesetzt werden, die die Luft zu 99,9 Prozent reinige.

Zur Eindämmung des Corona-Virus sehe das Konzept von „Alarmstufe Rot“ auch den Einsatz digitaler Mittel vor. So kämen neben der Kontaktnachverfolgung, die auch beim EM-Public Viewing in Hamburg notwendig ist, Tracking-Apps zum Einsatz, die für die Auswertung des wissenschaftlich begleitenden Projekts den Abstand zwischen den Besuchern messen kann.

Winkt die Politik das Vorhaben durch, könnten am Samstag, dem 10. Juli, bereits 70 Menschen an dem Party-Pilot-Projekt teilnehmen. Sollte das „Alarmstufe Rot“-Konzept hingegen nicht seitens der Hamburger Politik genehmigt werden, kündigte die Initiative bereits juristische Schritte an. „Dann werden wir auf jeden Fall gerichtlich dagegen vorgehen“, macht Danny Hellrung einmal mehr die Entschlossenheit der Initiative klar. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sophia Kembowski/dpa

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