44 Prozent teurer

Parkgebühren-Hammer: Senat erhöht Anwohnerparken schon wieder!

  • Anika Zuschke
    VonAnika Zuschke
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Erst vor wenigen Monaten wurden die Gebühren zum Anwohnerparken in Hamburg um über 50 Prozent erhöht. Nun droht ein weiteres extremes Aufstocken der Kosten.

Hamburg – In Hamburg auf Anhieb einen Parkplatz zu finden ist fast so selten wie ein 6er im Lotto. Besonders in nahe besiedelten Wohngebieten wie St. Georg oder dem Schanzenviertel müssen sich Autofahrer häufig ewig mit dem Suchen eines Parkplatzes herumschlagen. Die Möglichkeit des Anwohnerparkens soll dieses Problem immerhin ein wenig einschränken, doch werden die Kosten dafür regelmäßig extrem erhöht. Zum 1. Januar 2022 sollen die Gebühren für Anwohner-Parkende wieder um satte 44 Prozent angezogen werden!

Maßnahme der Parkraumbewirtschaftung:Bewohnerparken
Synonyme:Anwohnerparken oder Anrainerparken
Bedeutung:Auf Autoparkplätzen gelten besondere Regeln für Menschen, die in der Nähe wohnen
Gebühren in Hamburg:45 Euro/Jahr (Stand: Oktober 2021)

Diese Informationen gehen aus einem geheimen Drucksachen-Entwurf für den Hamburger Senat hervor, der BILD vorliegt. Hintergrund für die zweite Erhöhung der Anwohner-Parkgebühren in diesem Jahr ist der Umweltschutz und das Ziel, zunehmend von dem Auto als Verkehrsmittel wegzukommen. Denn mit den höheren Gebühren solle die „Ausgestaltung der Mobilitätswende maßgeblich beeinflusst werden“, heißt es in dem Papier laut BILD.

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Anwohnerparken Hamburg: Erhöhung der Gebühren soll umweltfreundliche Verkehrsmittel unterstützen

Außerdem soll die „Stärkung der Wettbewerbs-Situation umweltfreundlicher Verkehrsmittel“ BILD zufolge mit der Gebührenerhöhung angegangen werden. Hamburger sollen also vermehrt statt ins Auto auf das Fahrrad oder in Bus oder Bahn steigen. Auch in dem Aspekt der Dachbegrünung versucht die Hansestadt, dem Klimawandel zu trotzen.

Der Senat möchte in Hamburg die Anwohner-Parkgebühren erneut erhöhen. (24hamburg.de-Montage)

Eine weitere Begründung der extremen neuen Gebühren ist laut BILD, dass die Anmietung von privaten Stellplätzen nach wie vor deutlich teurer sei. Doch der entscheidende Unterschied zwischen einem privaten Stellplatz und einem Anwohnerparkplatz ist, dass beim Anwohnerparken trotz Gebühren keine Garantie für einen Parkplatz besteht – im Gegensatz zu einem privaten Stellplatz. Parken auf dem Gehweg soll in Zukunft übrigens auch stärker geahndet werden.

Erhöhung der Gebühren für Anwohnerparken in Hamburg: Von 45 auf 65 Euro in 2022

Dem geheimen Drucksachen-Entwurf zufolge soll die Gebühr für Anwohnerparken zum Januar 2022 von 45 auf 65 Euro pro Jahr angehoben werden – das entspricht einer Steigerung von 44,5 Prozent. Das stößt insofern besonders sauer auf, da die Kosten für Hamburger erst zum 1. Juli 2021 von 20 auf 45 Euro erhöht wurden.

Doch damit nicht genug: Auch Personen, die Freunde oder Familie mit dem Auto im Anwohner-Parkgebiet besuchen wollen, sollen in Zukunft statt 2,50 Euro drei Euro pro Tag zahlen. Wer sich für eine Änderung des Anwohner-Parkausweises entscheidet, muss ab dem neuen Jahr zehn Euro zahlen – dies war bisher immer kostenlos.

Die Behörde um Verkehrssenator Anjes Tjarks von den Grünen erwartet durch die Erhöhung der Gebühren Mehr-Einnahmen in Höhe von neun Millionen Euro pro Jahr. In Hanau wurden übrigens die ersten Regenbogen-Parkplätze für queere Menschen eingeweiht. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/Lino Mirgeler/dpa

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