Ab ans Meer

Corona-Lockdown: Darf ich von Hamburg an die Ostsee fahren?

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Deutschland befindet sich weiter im harten Lockdown. Die Regeln werden immer chaotischer. Darf man aus Hamburg an die Ostsee fahren?

Hamburg – Einen Tag vor Beginn der nächtlichen Ausgangssperre in Hamburg hat der Senat von Reisen über Ostern abgeraten. Zwar gebe es grundsätzlich keine Einschränkungen der Mobilität innerhalb Deutschlands, teilte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit. Doch alle Hamburger sollten unbedingt auf private Reisen und Besuche an den Feiertagen verzichten, hieß es.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher

In der Hansestadt Hamburg gilt ein strenger Lockdown. Nachdem sich in den vergangenen zwei Wochen die Inzidenzzahlen fast verdoppelt haben, verschärfte der Hamburger Senat am Mittwoch die Verordnung mit den Corona-Regeln noch einmal deutlich. So gilt ab Karfreitag eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21:00 Uhr und 5:00 Uhr. Außerdem sollen ab der kommenden Woche die Kitas wieder zurück in den erweiterten Notbetrieb kehren.

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Angesichts der hohen Zahlen seien die strengen Maßnahmen leider alternativlos, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD): „Wir müssen unbedingt eine Vollbremsung hinbekommen.“ Ansonsten drohe in wenigen Wochen wegen der Behandlung von immer mehr Corona-Patienten die Überlastung des Gesundheitssystems. Deshalb sei es auch enorm wichtig, dass alle Hamburger ihre Kontakte und ihre Mobilität weiter einschränkten.

Kontaktverbote und Maskenpflicht: Die Polizei will Tagesausflügler über Ostern stark kontrollieren.

Mehrtägige oder wochenlange Reisen fallen wegen der allgemeinen Corona-Regeln sowieso vielerorts flach. So stehen im Inland wegen entsprechender Verordnungen ohnehin vielerorts keine Übernachtungsmöglichkeiten für touristische Zwecke zur Verfügung. Speziell Mecklenburg-Vorpommern hat die Einreise von Touristen verboten und darauf hingewiesen, dass die Polizei verstärkt Kontrollen durchführen wird. Auch Niedersachsen will die Regeln eher streng auslegen*.

Anders sieht die Lage indes in Schleswig-Holstein aus. Zwar sind auch dort Hotels- und Restaurants größtenteils geschlossen. Doch ein generelles Urlaubsverbot gibt es im Land zwischen den Meeren nicht. So dürfen eigene Ferienhäuser dort genutzt und sogar auch Freunden, Verwandten und Bekannten überlassen werden, wodurch das generelle Beherbergungsverbot in Deutschland teilweise ausgehebelt wird. Auch Tagesausflüge sind in dem Küstenland erlaubt, im Gegensatz zu Urlaub in Dänemark*.

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Vor diesem Hintergrund dürfte es trotz aller Appelle und Verbote viele Hamburger am Wochenende an die Küste ziehen. In den entsprechenden Regionen und Orten an Nord- und Ostsee rüstet man sich bereits gegen den bevorstehenden Ansturm. Es bestehe an den verschiedenen Standorten durchaus die „Sorge, wie Abstände und Kontaktregeln eingehalten und überwacht werden können“, sagte Jörg Bülow, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gemeindetages, der Nachrichtenagentur dpa.

Den Angaben zufolge haben viele Küstenorte die Maskenpflicht-Zonen auch im Freien ausgeweitet. Die Polizei kündigte an, die Einhaltung der Regeln verstärkt zu kontrollieren. Das gelte auch für das Kontaktverbot. Zwar setze man stark auf die Eigenverantwortung der Menschen, twitterte die schleswig-holsteinische Landespolizei. Aber man werde die Ordnungsämter unterstützen und über die Feiertage verstärkt Streife fahren, hieß es.

Für alle Hamburger wichtig zu wissen: In Schleswig-Holstein dürfen sich generell zwei Haushalte mit insgesamt maximal fünf Personen treffen. Gehören zu einem Haushalt mehr als fünf Personen, darf nur eine weitere dazukommen. In Hamburg darf sich hingegen der eigene Hausstand so oder so nur mit einer weiteren Person treffen, Kinder unter 14 Jahren werden aber nicht mitgezählt.

Auf diese Regel wies die Gesundheitsbehörde noch einmal ausdrücklich hin. „Das bedeutet: Eine Zusammenkunft von mehr als zwei Haushalten ist eine Ordnungswidrigkeit“, hieß es in der Mitteilung. Mit einem Bußgeld muss ab Karfreitag übrigens auch jeder rechnen, der zu spät von seinem Tagesausflug zurückkommt. Wer nach 21:00 Uhr mit seinem Auto auf der Rückfahrt vom Meer durch die Stadt kurvt und dabei erwischt wird, kann eine Strafe von 150 Euro aufgebrummt bekommen. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/dpa/picture alliance & Bernd Wüsteneck/dpa/picture alliance

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