Corona-Gipfel

Ostern 2021: Hamburgs Lockdown-Regeln – Reiseverbot!

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Hamburg ist zurück im Corona-Lockdown. Das bedeutet Verzicht, wie etwa auf Reisen im eigenen Land. Doch was gilt jetzt überhaupt genau? Das sind die Regeln.

Hamburg – Es ist eine Vollbremsung: Bund und Länder schicken die Deutschen zurück in den Knallhart-Lockdown: Statt Lockerung steht bis zum 18. April eine Verschärfung der bestehenden Corona-Regeln auf dem Programm. Darauf haben sich Bundeskanzerlin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten nach einer neunstündigen Marathonsitzung in der Nacht zu Dienstag bei ihrem Corona-Gipfel* geeinigt. Insbesondere über die Osterfeiertage soll das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen kommen. Urlaubsreisen? Vorerst gestrichen!

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) warb noch in der Nacht um Verständnis für das harte Vorgehen. „Die Lage ist ernst“, sagte er im Anschluss an die Videokonferenz der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Ausbreitung der Corona-Virusvarianten und das stark ansteigende Infektionsgeschehen drohe das Gesundheitssystem an die Belastungsgrenzen zu bringen. „Wir brauchen eine richtig starke Bremswirkung, um die beschleunigte Ausbreitung in den Griff zu bekommen“, erklärte Tschentscher.

Ostern 2021: Diese Corona-Regeln gelten für Hamburg im Urlaub und an den Feiertagen

Setzt auf einen strengen Lockdown zu Ostern: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). (24hamburg.de-Montage)

Vor diesem Hintergrund beschlossen Bund und Länder bei ihren Beratungen, den seit drei Monaten geltenden Corona-Lockdown mit seinen Kontaktverboten und Maskenregeln noch einmal um drei Wochen zu verlängern. Zugleich soll er aber speziell rund um Ostern noch einmal verschärft werden. Dann werde man das Land in eine „Ruhepause“ schicken, sagte Kanzlerin Angela Merkel. Folgende Regeln, die zuletzt auch in der Fußball-Bundesliga für Verwirrung sorgten, sollen nun über Ostern 2021 gelten:

  • Dauer des Lockdowns um Ostern: Fünf Tage in Folge sollen die Deutschen in einen radikalen Shutdown geschickt werden. Dafür werden der Gründonnerstag und der Karsamstag als Ruhetage für Arbeitnehmer definiert. In dieser Zeit sollen alle nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Die genaue Ausgestaltung und die Frage, was den Ruhetag von einem Feiertag unterscheidet, ist aber noch unklar.
  • Einzelhandel: Die Läden sollen in der Ruhepause komplett geschlossen bleiben. Das betrifft erstmalig auch die Supermärkte. Für sie gibt es nur eine kleine Ausnahme. Unter strengen Auflagen soll der Lebensmittelhandel nur einmal am Karsamstag geöffnet werden.
  • Kontaktbeschränkungen: Private Zusammenkünfte sind während der Feiertage auf den eigenen Haushalt und einen weiteren Hausstand, jedoch maximal auf fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Paare mit getrennten Wohnungen gelten als ein Haushalt. Eine Ausnahme für Verwandtenbesuche, wie zu Weihnachten, wird es damit nicht geben.
  • Reisen: Tourismus im Inland soll verhindert werden. Deshalb bleiben laut Bund-Länder-Beschluss Hotels und Gaststätten geschlossen. Merkel und Tschentscher riefen die Deutschen dazu auf, auf alle Reisen und Urlaube nach Möglichkeit zu verzichten.
  • Weitere Treffen und Außengastronomie: Generell werden Ansammlungen im öffentlichen Raum laut dem Bund-Länder-Beschluss in der Osterzeit generell untersagt bleiben. In Ländern, in denen bereits Außengastronomie geöffnet worden war, muss für die Ruhepause wieder geschlossen werden.
  • Gottesdienste: Sie sollen nach Möglichkeit nur online stattfinden. Ein konkretes Verbot gibt es nicht, aber Bund und Länder richteten an Kirchen und Religionsgemeinschaften den Appell, an Ostern nur Online-Angebote für die Gläubigen anzubieten.

Mehr als neun Stunden hatten die Ministerpräsidenten mit Merkel um die Gipfel-Beschlüsse gerungen. Die Bund-Länder-Konferenz war dabei eine der härtesten Runden seit Beginn der Pandemie. Zeitweilig war das Treffen für mehrere Stunden unterbrochen worden. Streit gab es vor allem um die Frage nach den Reisen und dem Urlaub in den Osterferien.

Osterurlaub und Reisen: Hotels bleiben in der Corona-Krise geschlossen

So drangen insbesondere die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt darauf, ihren Bürgern Urlaub in Ferienwohnungen, Ferienhäusern, Appartements, Wohnwagen oder Wohnmobilen zu ermöglichen. Am Ende setzten sich aber die Vertreter eines Knallhart-Lockdowns um Merkel und Tschentscher durch. Unklar war am Dienstag allerdings noch, ob die fünf Länder in dieser Hinsicht einen Sonderweg bei der Umsetzung der Gipfel-Beschlüsse einschlagen würden.

Einigkeit herrschte in der Runde jedoch über die sogenannte Notbremse. Sie ist eine Art Sicherheitsleine, die Bund und Länder bereits vor vier Wochen für den Fall eines ansteigenden Corona-Infektionsgeschehens kreiert hatten. Sie soll überall dort gezogen werden, wo die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen die 100er-Marke knackt. Dann sollen konsequent alle zuvor eingeleiteten Öffnungsschritte für den Einzelhandel, Museen, Wildtiergeheg oder Zoos wieder zurückgenommen werden. Einen Sonderweg geht hier allerdings Bremerhaven: Während alles andere dicht ist, bleibt der Zoo offen.

In Hamburg liegt die Inzidenz seit sechs Tagen über diesem Schwellenwert. Deshalb hatte der Senat bereits am vergangenen Wochenende die schärferen Kontakt- und Öffnungsregeln umgesetzt. Auch Bremen zog am Dienstag die Notbremse*. Darüber hinaus sollen die Städte und Landkreise nun aber noch weitere Instrumente an die Hand bekommen. So könnten bei Bedarf auch prinzipiell Ausgangssperren verhängt oder Maskenpflichten im Freien angeordnet werden. Ausnahmen gibt es bislang nur für Schulen und Kitas. Sie sollen vorerst offen bleiben. * 24hamburg.de, merkur.de und nordbuzz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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