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Orkan Ylenia in Hamburg: Das Protokoll des Sturms zum Nachlesen

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Von: Sebastian Peters, Jan Knötzsch, Natalie-Margaux Rahimi, Elias Bartl, Anika Zuschke

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Sturm „Ylenia“ fegte seit Mittwoch über Hamburg – und wird Freitag voraussichtlich vom nächsten Orkantief „Zeynep“ abgelöst.

Warnung: 16. Februar 2022, bis 22:00 UhrSturmböenGeschwindigkeiten: 80 bis 110 km/h
Warnung: 16. bis 17. Februar 2022Unwetter mit OrkanböenGeschwindigkeiten: 90 bis 140 km/h

Sturm in Hamburg heute: So ist die Lage in der Stadt – Protokoll zu Orkantief Ylenia

6:52 Uhr: Die Nacht von Donnerstag, 17. Februar 2022, auf Freitag, 18. Februar 2022, verlief ruhig. Der Wind hatte im Laufe des Tages langsam an Fahrt verloren, die Polizei meldete in der Nacht keine Sturmschäden mehr. Hamburgerinnen und Hamburger können jedoch nur kurz verschnaufen. Denn ab etwa 15:00 näher sich Orkan „Zeynep“ der Hansestadt. Der Deutsche Wetterdienst hat in einer amtlichen Unwetterwarnung die zweithöchste Warnstufe ausgerufen.

Der nächste Orkan könnte noch heftiger werden: Unwetterwarnung vor „Zeynep“

23:40 Uhr: Das Unwetter infolge des Orkantiefs Ylenia lässt zwar seit Donnerstagabend langsam nach – doch damit hat der Sturm in Norddeutschland noch kein Ende. Im Gegenteil: Ab Freitagnachmittag rechnet der Norden mit dem Zyklon „Zeynep“, der sich als heftigster Orkan seit 30 Jahren entpuppen soll*. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat infolgedessen für Freitag eine Unwetterwarnung für Hamburg herausgegeben. Mit orkanartigen Böen, die ab 15:00 Uhr Windgeschwindigkeiten von 100 km/h bis 120 km/h erreichen sollen, gilt für die Hansestadt die zweithöchste Warnstufe.

Über 850 Einsätze der Hamburger Feuerwehr in Hamburg infolge des Orkantiefs Ylenia

23:12 Uhr: Die Feuerwehr hatte aufgrund des Orkantiefs Ylenia in Hamburg viel zu tun! Angaben der Hamburger Morgenpost zufolge mussten die Feuerwehrleute in der Hansestadt bis zum Donnerstagabend 857 Mal ausrücken. Grund dafür waren vor allem umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste oder umkippende Gerüste. Ein Sprecher der Feuerwehr rechnet laut Mopo bis in die Nacht noch mit weiteren Einsätzen.

Massen-Crash auf der A 26 bei Hamburg – wegen starkem Hagelschauer

22:36 Uhr: Das Unwetter sorgte auch auf den Straßen in Norddeutschland für Chaos: Auf der Autobahn 26 zwischen Dollern und Stade bei Hamburg sind während eines Hagelschauers am Donnerstagnachmittag gegen 17:00 Uhr mehrere Fahrzeuge miteinander kollidiert. Zeugen beschrieben, dass bei dem Hagelschauer binnen weniger Minuten mehrere Zentimeter Eis und Schnee auf der Fahrbahn lagen. Eine Fahrerin hat infolgedessen die Kontrolle über ihr Auto verloren und war auf der glatten Fahrbahn in die Leitplanke geprallt, teilte die Polizei mit. Danach stießen noch vier Fahrzeuge hinter ihr zusammen und wurden zum Teil schwer beschädigt. Eine Fahrerin wurde in ihrem Wagen eingeklemmt und musste von der Polizei befreit werden. Bei dem Unfall wurden vier Autoinsassen leicht und eine Insassin schwer verletzt.

Nur kurze Zeit später geriet auf der Gegenfahrbahn ein weiterer Autofahrer etwa 500 Meter vor der Ausfahrt Dollern ins Schleudern und prallte ebenfalls in die Leitplanke – er blieb aber zum Glück unverletzt. Der bei den Unfällen entstandene Sachschaden wird auf mehrere Zehntausend Euro geschätzt. Die Autobahn war in Fahrtrichtung Stade noch am Abend voll gesperrt, der Verkehr wurde über die Bundesstraße 73 umgeleitet.

Zwei Autos sind in die Leitplanke auf der Autobahn 26 bei Hamburg geprallt, um sie herum stehen Feuerwehrleute.
Auf der A26 zwischen Dollern und Stade sind infolge eines Hagelschauers mehrere Fahrzeuge miteinander kollidiert. © Polizeiinspektion Stade

20:53 Uhr: Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher äußerte sich über Twitter nun zu dem Sturm-Vorfall am heutigen Morgen, bei dem eine Fähre auf der Elbe von einer Mega-Welle getroffen wurde. Ihm zufolge wurden die Beteiligten auf der Fähre „Tollerort“ zum Glück nicht ernsthaft verletzt. Die Fähre läge jetzt wind- und wetterfest am Fischmarkt und warte bereits auf den Glaser. Trotzdem warnt der Bürgermeister: „Das nächste Sturmtief ist aber schon angekündigt. Also: Bleibt vorsichtig, damit niemand zu Schaden kommt!“

20:30 Uhr: Der Schienenverkehr in Hamburg scheint sich langsam wieder zu entspannen: Denn auch die U1 zwischen Fuhlsbüttel Nord und Ochsenzoll konnte wieder Fahrt aufnehmen. Damit ist laut einer Hochbahn-Sprecherin die komplette U1-Strecke wieder frei. Wie zuvor berichtet, wurde der Schienenverkehr bis in den Donnerstagabend hinein durch umgestürzte Bäume behindert. Dem Hamburger Abendblatt zufolge könne es aber auch weiterhin zu Verspätungen kommen, da die U-Bahnen oberirdisch immer noch mit reduzierter Geschwindigkeit fahren.

19:08 Uhr: Auch der Hamburger Sportbund zieht aus dem Orkantief nun Konsequenzen und schließt alle staatlichen Sportanlage in Hamburg – bis einschließlich Dienstag, 22. Februar. „Die Sturmtiefs Xandra und Ylenia haben zu zahlreichen Sturmschäden auf den bezirklichen Sportanlagen geführt. Da sich die Wetterlage in der Nacht von Freitag zu Samstag nochmals verschlechtern soll, schließen die Bezirksämter in Absprache mit dem Hamburger Fußball-Verband alle staatlichen Sportanlage“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung laut dpa.

Davon betroffen seien alle staatlichen Sportanlagen und Sportstätten, die Vereinen überlassen wurden oder durch Sportvereine betreut werden. Auch Sportvereinen mit eigenen Anlagen wird deren Schließung empfohlen.

Die Hamburger Amateur-Fußballer werden von Freitag bis Sonntag ebenfalls nicht auf den Platz gelassen. Auch hier wird als Grund vom Hamburger Fußball-Verband die derzeitige Wetterlage genannt. Davon nicht betroffen sind Partien des Norddeutschen Fußball-Verbandes und des DFB.

Orkantief Ylenia in Hamburg: Schulen bleiben Freitag offen – Eltern dürfen ihre Kinder aber zu Hause lassen

18:45 Uhr: Aufgrund des Orkantiefs Ylenia dürfen Eltern ihre Kinder auch am Freitag zu Hause lassen, wenn sie sich um deren Sicherheit auf ihrem Schulweg sorgen. „Wie in solchen Situationen üblich [...], können die Eltern/Sorgeberechtigten [...] selbst entscheiden, das eigene Kind vom Schulbesuch abzumelden, wenn sie eine akute individuelle Gefährdungslage für den Schulweg oder den Schulbesuch sehen“, heißt es laut dpa in einem Brief des Landesschulrats vom Donnerstag an alle Hamburger Schulen. In jedem Fall müssten die Schulen aber über den Grund informiert werden, warum ein Kind zu Hause bleibt.

Die Schulen in Hamburg bleiben trotz des Sturms aber auch am Freitag offen – obwohl zahlreiche Schüler und Lehrer es wegen des Unwetters bereits am Donnerstag nicht in die Schule geschafft hatten.

17:45 Uhr: Für das kommende Wochenende war eigentlich eine Vollsperrung der A7 in Hamburg angesetzt. Aufgrund des Sturms wird diese nun aber auf das nächste Wochenende verschoben. Die Autobahn GmbH Nord teilte am Donnerstagnachmittag laut dpa mit: „Alle Prognosen (lassen) erkennen, dass sich die Auswirkungen des angekündigten Sturmtiefs verschärfen.“ Die Sicherheit der Kollegen auf der Baustelle am Elbtunnel könne deswegen nicht mit gutem Gewissen gewährleistet werden. Die A7 sollte ursprünglich ab Freitagabend bis Montagmorgen zwischen den Anschlussstellen Hamburg-Volkspark und -Heimfeld gesperrt werden.

15:46 Uhr: Inzwischen hat sie die Sturm-Lage in der Hansestadt Hamburg ein wenig beruhigt. Nach der Störung auf der HVV-Linie der U1 fährt diese nun zwischen Berne und Großhansdorf beziehungsweise Berne und Ohlstedt wieder normal. Zwischen den beiden Haltestellen Fühlsbüttel-Nord und Ochsenzoll ist der U1-Verkehr allerdings noch immer nicht wieder aufgenommen worden. Dort gibt es derzeit noch Probleme, die Baumkrone eines Baumes, die in die Gleise ragt, zu entfernen. Der Schienenersatzverkehr mit Taxen bleibt vorerst noch bestehen.

Die Mega Welle brachte die Scheiben der Fähre zu Bruch.
Die Mega-Welle brachte die Scheiben der Fähre zu Bruch. © Twitter/Privat

11:59 Uhr: Während des Orkans in Hamburg kommt es auf der Elbe zwischen den Anlegern „Teufelsbrück“ und „Airbus“ zu einem schweren Zwischenfall. Mehrere Wellen treffen den Bug der Hadag-Hafenfähre. Eine Welle zerschlägt plötzlich die Frontscheibe. Wassermassen dringen in den Fahrgasraum ein. Nach ersten Informationen wurde keine Person verletzt.

11:35 Uhr: Die nächsten Ausfälle beziehungsweise Sperrungen beim HVV: Auf der Linie U1 ist die Strecke zwischen Fuhlsbüttel-Nord und Ochsenzoll gesperrt, weil ein Baum auf die Gleise zu stürzen droht. Auch zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Ohlsdorf ist die U1 dicht Gleiches gilt auch für die Strecke bis Großhansdorf.

10:45 Uhr: Die Sperrung auf der Linie S1 der S-Bahn Hamburg wird ausgeweitet. Wie die S-Bahn mitteilt, fahren nun auch zwischen Wedel und Blankenese keine Bahnen mehr. Es gibt einen Schienenersatzverkehr.

Mit Sandsäcken sichern die Höhenretter der Feuerwehr das Dach in Barmbek.
Mit Sandsäcken sichern die Höhenretter der Feuerwehr das Dach in Barmbek. © Elias Bartl

10:28 Uhr: Wegen des Sturmtiefs „Ylenia“ bleibt Hagenbecks Tierpark am Donnerstag geschlossen. Dies hat eine Sprecherin am Donnerstagmorgen erklärt. Das Tropenaquarium bleibe hingegen geöffnet. Die Entscheidung zur Schließung des Tierparks gelte vorerst nur für Donnerstag.

10:07 Uhr: Nachdem der Hamburger Hafen bereits seit 3:35 Uhr in der Nacht den Betrieb wegen des Sturms eingestellt hat und weder Schiffe be- noch entlädt, ist nun auch der Verkehr der S-Bahn Hamburg nur noch eingeschränkt möglich: Zwischen Neugraben und Stade geht nichts mehr. Es gibt einen Ersatzverkehr mit Bussen. Die Linie S31 fährt nur noch zwischen dem Bahnhof Altona und Harburg-Rathaus. Auf den Linien S2, S3 und S11 kommt es zu Ausfällen.

09:54 Uhr: In der Schwalbenstraße in Hamburg-Barmbek droht sich ein Dach zu lösen. Die Höhenretter der Feuerwehr sichern das Dach mit Sandsäcken.

08:42 Uhr: Schon jetzt verzeichnet die Feuerwehr mehr als 300 wetterbedingte Einsätze. Minütlich kommen neue hinzu.

Einsatz in Hamburg-Finkenwerder.
Mit einer Kettensäge wird der Baum zerkleinert. © Sebastian Peters

08:32 Uhr: In der Straße Elfsaal in Tonndorf haben sich durch den Sturm Fassadenteile gelöst. Die Feuerwehr rückt an und prüft, ob die Gebäudekonstruktion einsturzgefährdet ist.

08:20 Uhr: Die Deutsche Bahn hat wegen des Sturmtiefs „Ylenia“ den Fernverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt. Wie das Unternehmen am Donnerstagmorgen mitgeteilt hat, fahren in Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg keine Fernverkehrs-Züge mehr. Am Flughafen Hamburg fallen am Donnerstag rund ein Dutzend Flüge aus – betroffen sind Flüge nach Kopenhagen. Zürich, München, Istanbul, Frankfurt und München betroffen.

Der Fischmarkt ist überschwemmt.
Der Fischmarkt ist überschwemmt. © Sebastian Peters

08:18 Uhr: Die Hamburger Feuerwehr ist in der vergangenen Nacht zwischen 22 und 5:30 Uhr insgesamt zu 70 Einsätzen ausgerückt, die mit dem Sturm in Verbindung stehen. Dies hat Feuerwehr-Sprecher Dennis Diekmann am Donnerstag, 16. Februar 2022, gegen 6:30 Uhr laut Abendblatt als Zwischenbilanz bekanntgegeben. „Aktuell laufen noch diverse Einsätze zur Beseitigung von Gefahrenstellen durch abgebrochene Äste oder umgestürzte Bäume“, so Diekmann. Im Verlauf des Tages rechne er mit einer Zunahme der Einsätze

07:53 Uhr: Aktuell ist wegen des Sturms die U-Bahn-Line U1 des HVV unterbrochen – und zwar zwischen den Haltestellen Fuhlsbüttel-Nord und Ohlsdorf. Dort ist ein Baum auf die Gleise gekracht, wie die Hochbahn via Twitter mitgeteilt hat. Ein Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen sei bereits angefordert.

07:27 Uhr: Der Sturm gewinnt in Hamburg immer mehr an Kraft. Die Feuerwehr Hamburg hat inzwischen den Ausnahmezustand ausgerufen. Zahlreiche Bäume wurden durch den Wind entwurzelt. In Hamburg-Finkenwerder müssen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr einen Baum zerkleinern, der gegen ein Mehrfamilienhaus gefallen ist.

Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Pöseldorf räumen den umgestürzten Baum von der Straße.
Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Pöseldorf räumen den umgestürzten Baum von der Straße. © Elias Bartl

05:20 Uhr: Die Sturmflut hat gegen 05:00 Uhr ihren Höhepunkt erreicht. Der Fischmarkt steht unter Wasser. Zufahrtsstraßen sind von der Polizei gesperrt.

00:56 Uhr: Aufgrund des starken Regenfalls wurde Autobahn A7 zwischen Othmarschen und Bahrenfeld überschwemmt. Die Feuerwehr pumpt das Wasser ab. Für die Zeit musste die Autobahn in Fahrtrichtung Norden gesperrt werden.

23:23 Uhr: Ein großer Baum kippt auf der Margaretenstraße in Eimsbüttel auf eine Gruppe von knapp 20 Personen vor einer Kneipe. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt. Hier rückt die Berufsfeuerwehr, zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Pöseldorf an und räumt den umgestürzten Baum von der Straße.

23:06 Uhr: Der Sturm nimmt spürbar an Fahrt auf. Immer mehr umgeknickte Bäume sorgen für Feuerwehreinsätze in der Stadt. Auf der U-Bahnlinie U1 ist der Bahnverkehr im Bereich Lattenkamp derzeit eingestellt, da ein Zug gegen einen Baum gefahren ist.

23:02 Uhr: Neben der Deutschen Bahn und der Bahngesellschaft „Metronom“ ziehen nun sogar bereits erste Fluglinien aufgrund des Sturms in Hamburg die Reißleine. Dem Hamburger Abendblatt zufolge handelt es sich um rund ein Dutzend Flüge am Donnerstagvormittag, die nach oder vom Hamburger Flughafen gestrichen wurden. Betroffen seien dabei Verbindungen nach oder von Frankfurt, Zürich, Istanbul und Kopenhagen. Zu weiteren Streichungen lägen demzufolge noch keine Informationen vor, „es ist aber bei so ungewöhnlichen Wetterlagen nicht auszuschließen, dass es zu einzelnen Streichungen oder Verzögerungen im Flugplan kommen kann“, erklärt eine Flughafensprecherin dem Hamburger Abendblatt.

Die Feuerwehrleute zerlegen den Baum in seine Einzelteile.
Die Feuerwehrleute zerlegen den Baum in seine Einzelteile. © Sebastian Peters

22:48 Uhr: Ein umgestürzter Baum kracht am Ausschläger Elbdeich in Rothenburgsort auf mehrere geparkte Autos. Die Feuerwehr zersägt den Baum in seine Einzelteile und räumt ihn beiseite. Verletzt wurde niemand.

20:00 Uhr: Aufgrund der Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes kündigt nun auch die Bahngesellschaft „Metronom“ Betriebseinstellungen, Verspätungen und Zugausfälle an – voraussichtlich sogar bis Samstag. Bereits am heutigen Abend werden dem Unternehmen zufolge alle Züge ab etwa 20:00 Uhr „nur noch mit gedrosselter Geschwindigkeit fahren und der Betrieb bis voraussichtlich circa 0:30 Uhr schrittweise und über Nacht ganz eingestellt“, schreibt „Metronom“ auf der eigenen Website. Es komme also bereits heute Abend zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. Auch am morgigen Tag sollten Fahrgäste demzufolge mit gravierenden Einschränkungen rechnen. Betroffen seien dabei die Linien von Metronom, Enno und Erixx.

Auch die Reederei „Norden-Frisia“ hat bereits auf ihrer Internetseite angekündigt, dass am Donnerstag der Fährverkehr nach Juist und Norderney „aufgrund der Unwettervorhersage komplett eingestellt“ werde. Gleiches gilt für die Fähren zwischen Cuxhaven und Helgoland, wie die Reederei Cassen Eils laut NDR mitteilte.

AIDAPrima darf wegen des Sturms nicht in den Hamburger Hafen einfahren

19:45 Uhr: Das Kreuzfahrtschiff „AIDAPrima“ ist nun auch endgültig Opfer des Sturms geworden. Wie zuvor berichtet, hätte das Passagierschiff vor Beginn des Sturms in den Hamburger Hafen einlaufen müssen – das hat aber offenbar nicht geklappt. Das Schiff kreuzt jetzt in der Deutschen Bucht. „Wir warten auf das nächste Zeitfenster, wenn die Behörden die Durchfahrt wieder freigeben. Die Gäste an Bord wurden informiert“, äußerte eine Sprecherin der Reederin laut Hamburger Abendblatt.

18:20 Uhr: In dem Nachbarbundesland Niedersachsen fallen am Donnerstag, 17. Februar 2022, aufgrund des angekündigten Sturmes bereits großflächig die Schulen aus. Davon sind teilweise auch Berufsschulen betroffen.

Schulausfälle wegen Sturm: in Hamburg noch kein Schulfrei

In Hamburg hat die Schulbehörde allerdings noch kein unterrichtsfrei angeordnet. Bei Extremwetterlagen liegt es allerdings in der Entscheidungsverantwortung der Eltern, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

In den folgenden Landkreisen fällt in Niedersachsen der Unterricht aus:

- Aurich
- Emsland
- Friesland
- Leer
- Wittmund
- Osnabrück
- Grafschaft Bentheim
- Göttingen
- Goslar
- Hameln-Pyrmont
- Holzminden
- Peine

In Region und Stadt Hannover
und in Osnabrück und Emden

17:00 Uhr: Aufgrund des anstehenden Orkantiefs Ylenia warnt nun auch die Deutsche Bahn auf ihrer Website offiziell vor bundesweiten Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Infolge der Unwetterwarnung könne es zu Verspätungen und Zugausfällen kommen. Für den Zeitraum des Sturms gelten aber besondere Kulanzregelungen in Bezug auf die Gültigkeit bereits gekaufter Fernverkehrstickets: Fahrgäste, die eine Fernreise zwischen dem 17. und 19. Februar 2022 geplant haben und diese verschieben möchten, können ihr Ticket ab dem heutigen Mittwoch „flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren“.

Außerdem schließt dem Hamburger Abendblatt zufolge der beliebte Hamburger Park „Planten un Blomen“ am Mittwoch bereits um 20:00 Uhr – statt wie üblich um 23:00 Uhr. Auch am Donnerstag soll der grüne Ausflugsort aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben.

15:52 Uhr: Angesichts des heranziehenden Sturms hat die Hamburger Umweltbehörde vor dem Betreten der Wälder gewarnt. Die Gefahren des Sturmtiefs, das mitsamt schweren Sturm- und teils Orkanböen und Gewittern in der Nacht zum Donnerstag über den Norden ziehen soll, seien derzeit noch nicht absehbar, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Vorsicht sei jedoch geboten, da manche von Bäumen ausgehende Gefahren für Laien nur schwer erkennbar seien. „So können sie aufgrund des aufgeweichten Bodens oder bereits angeknackster Stämme schon bei leichtem Wind umkippen. Auch können immer wieder Äste aus den Kronen fallen“, hieß es.

14:26 Uhr: Während in Nordrhein-Westfalen aufgrund des Sturmes am Donnerstag der Unterricht an Schulen ausfällt, ist ein solcher Schritt in Hamburg trotz Empfehlung von Dominik Jung nicht geplant. Das bestätigte der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht, dem Hamburger Abendblatt. „In jedem Fall haben Eltern aber das Recht, ihr Kind nicht zur Schule zu schicken, wenn sie für ihr Kind eine besondere Gefährdungssituation durch den Schulbesuch/Schulweg sehen“, erklärte Albrecht weiter. In diesem Falle müsse das Kinder allerdings bei der Schule abgemeldet werden. Die Hamburger Schulbehörde stehe weiter mit dem Deutschen Wetterdienst in Verbindung, erklärte der Sprecher der Schulbehörde weiter.

12:00 Uhr: Diplom-Meteorologe Dominik Jung empfiehlt aufgrund des bevorstehenden Sturmes Schulschließungen. Dem Hamburger Abendblatt sagte er: „Besonders im Norden sollten die Schulen ab morgen bei den starken Stürmen besser geschlossen bleiben. Der Weg zur Schule ist dann recht gefährlich, da Gegenstände umherfliegen und Äste abbrechen könnten. Das ist zu gefährlich für die Schülerinnen und Schüler“.

11:00 Uhr: An der nordfriesischen Küste und im Weser- und Elbegebiet wird das Hochwasser 1 bis 1,5 Meter höher sein als normal. Im Hamburger Elbegebiet erreicht das Hochwasser Werte, die 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser liegen. Die Sturmflutgefahr besteht bis etwa 5:00 Uhr am Donnerstagmorgen. Zu der Zeit wird in Hamburg der höchste Wasserstand erwartet. Tiefergelegene Parkplätze, wie am Fischmarkt auf St. Pauli, sollten daher geräumt werden.

09:58 Uhr: Angesichts des drohenden Unwetters in Hamburg empfiehlt die Hamburger Feuerwehr die Installation zweiter Warn-Apps auf dem Smartphone. Bürgerinnen und Bürger sollten die Warn-App NINA und die WarnWetter-App herunterladen. Darüber informieren die Polizei, Feuerwehr und der Deutsche Wetterdienst über die aktuelle Wetterlage und etwaige Warnmeldungen im Zusammenhang mit dem Sturm.

Die Feuerwehr rät sich die Warn-App NINA auf dem Smartphone zu installieren.
Die Feuerwehr rät sich die Warn-App NINA auf dem Smartphone zu installieren. © Elias Bartl

Erstes Opfer des Sturmes wurden Gäste an Board von Kreuzfahrtriese AIDAprima. Das Schiff musste seine Mittelmeerfahrt deutlich verkürzen. Der Stopp in Southampton bei London musste komplett gestrichen und die Liegezeit in Le Havre bei Paris deutlich verkürzt werden. Der Grund: Die Elbe bei Hamburg ist bei Sturm für größere Kreuzfahrtschiffe nicht befahrbar. Die AIDA muss also vor Beginn des Sturms in Hamburg einlaufen, andernfalls wäre eine Einfahrt vermutlich nicht mehr möglich, das berichtet schiffe-und-kreuzfahrten.de. (Sturm-Update von 8:45 Uhr)

Feuerwehr Hamburg stellt sich auf noch mehr Einsatz ein als bei Sturm „Nadia“: Leitstelle dauerhaft besetzt

Die Feuerwehr Hamburg bereitet sich intensiv auf die Sturmtage in Hamburg vor. Dafür stellt die Feuerwehr noch mehr Führungsdienste bereit, außerdem wird die Leitstelle dauerhaft besetzt sein. Mit insgesamt 86 Freiwilligen Feuerwehren sieht sich die Feuerwehr jedoch gut gerüstet. Das bestätigt die Pressestelle gegenüber 24hamburg.de.

Die Feuerwehr Hamburg muss nach einem Sturm in Hamburg einen herabgefallenen Baum Beiseite schaffen.
Eindrücke eines früheren Orkans in Hamburg. Erneut sind schwere Sturmböen für Hamburg vorhergesagt. © Dominick Waldeck/Blaulicht-News

Generell geht die Feuerwehr Hamburg von einer noch einsatzreicheren Lage aus, als vor zwei Wochen bei Sturm „Nadia“. Die Gefahr vor umkippenden Bäumen dürfte dieses Mal besonders hoch sein. Denn: Durch Sturm Nadia sind viele Bäume bereits gelockert und können dementsprechend leichter umfallen.

Auch Niedersachsen wird der Tief Vera mit Sturmböen und Regen treffen. Die Vorbereitungen an den Küsten laufen auf Hochtouren, kreiszeitung.de berichtet live. Der Fährbetrieb zu den Ostfriesischen Inseln wird voraussichtlich unterbrochen sein.

Orkan Ylenia fegt über Hamburg hinweg: Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wird extrem stürmisch

Der Wind, der am Mittwoch zunächst aus südwestlicher Richtung auf die Hansestadt Hamburg treffen wird, nimmt laut DWD ab 10 Uhr an Fahrt auf. Bis 22 Uhr ist dann zunächst mit Sturmböen bis zu 85 Kilometern pro Stunde zu rechnen. Im Zuge dessen warnt der Deutsche Wetterdienst vor herabfallenden Gegenständen und Ästen. Dazu bleibt es in Hamburg am Mittwoch bedeckt und regnerisch – die Temperaturen halten sich um die 10 Grad.

In der Nacht zum Donnerstag, 16. Februar, wird es dann richtig ungemütlich. Nicht nur der Regen wird kräftiger, auch der Sturm nimmt merklich zu. Vereinzelt sind sogar Gewitter möglich. An der Nordsee sind laut DWD auch Orkanböen möglich. Im Laufe des Donnerstags kommt es dann auch im Binnenland zu Sturm- und Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde. Auch eine Sturmflut in Hamburg und an der Nordsee ist möglich. Erst im Laufe des Donnerstagnachmittag wird sich der Orkan abschwächen. Traut man den ersten Prognosen des Deutschen Wetterdienstes, könnte aber schon in der Nacht von Freitag auf Samstag die nächste Sturmlage anstehen. Denn nämlich macht sich Orkantief „Zeynep“ auf den Weg.

Sturm in Hamburg heute: Sturm Nadia richtete große Schäden in der Stadt an

Es sind erst zwei Wochen vergangen, seit Sturm Nadia über die Hansestadt Hamburg hinwegfegte. Der Sturm richtete teils schwere Schäden in der Stadt an, mehrere Bäume stürzten um, der Zugverkehr wurde lahmgelegt. Es kam außerdem zu einer Sturmflut auf der Elbe. Der Hamburger Fischmarkt wurde überschwemmt, einige Autos geflutet.

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Auf der Elbe kollidierte ein Schiff mit der Freihafenelbbrücke. Der Kapitän, der, wie sich im Nachhinein herausstellte, betrunken war, schätzte den Abstand zwischen Wasser und Brücke falsch ein. Das Führerhaus des Schiffes wurde komplett zerstört. Nur mit viel Mühe konnte das Schiff letztlich unter der Brücke befreit und zum Ufer geschleppt werden. An der Freihafenelbbrücke entstanden durch die Kollision schwere Schäden. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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