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Omikron-Studie schockiert: Impfschutz von Biontech wohl nur sehr gering

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Von: Jan Knötzsch

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Die Omikron-Mutation des Coronavirus beschäftigt Deutschland. Virologen befürchten Probleme und die Zunahme von Fällen. Versagen jetzt auch noch die Impfstoffe?

Hamburg/Bremen/Hannover – Der Ruf, der der Omikron-Variante des Coronavirus vorauseilt, verursacht Angst. Die Corona-Mutation, die in Südafrika und Botswana erstmals aufgetreten ist, soll gefährlicher sein als die Delta-Variante, die im Laufe der Coronavirus-Pandemie die Menschen nicht nur im Norden in großen Schrecken versetzt hat. Seit Dienstag, 7. Dezember 2021 steht fest: Auch in der Hansestadt Hamburg ist Omikron angekommen*. Der Hamburger Senat* hat auf der Landespressekonferenz die erste Omikron-Infektion einer Person aus Hamburg* vermeldet.

Und ausgerechnet jetzt kommt‘s unter Umständen noch dicker. Der Berliner Virologe Christian Drosten* prophezeit, dass Deutschland „ein Problem“ mit der Omikron-Variante bekommen wird. Und: Versagen im Kampf gegen die Omikron-Variante nun auch noch Impfstoffe, die eigentlich gegen das Coronavirus helfen sollen?

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Neue Variante:Omikron (B.1.1.529)

Omikron-Variante des Coronavirus: Erster Fall in Hamburg bestätigt – hat Omikron Deutschland längst unterwandert?

In Dänemark gibt es bereits einen sprunghaften Anstieg an Infektionen mit der Omikron-Variante* – und auch der Senat in Hamburg hat am 7. November auf der Landespressekonferenz in Person von Sprecher Marcel Schweitzer bereits erklärt, dass man davon ausgehen könne, dass die Zahl der Omikron-Infektionen in Hamburg noch steigen wird. Eine Vermutung, die nicht weit hergeholt ist. Der Münchener Virologen Oliver Keppler vom Max von Pettenkofer-Institut an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) konstatierte erst kürzlich, dass die Omikron-Variante Deutschland quasi schon längst unterwandert habe*.

Eine Hand hält vor der Aufschrift «Omicron (B.1.1.529): SARS-CoV-2» eine Spritze hoch
Eine neue Studie aus Südafrika legt die Vermutung nahe, dass der Impfstoff von Biontech nur teilweise gegen die neue Omikron-Variante des Coronavirus schützt. © SOPA Images/ZUMA Press Wire/Pavlo Gonchar/dpa

Ausgerechnet jetzt kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer offenbar lediglich einen einen teilweisen Schutz gegen Omikron bietet. Die Neutralisierung von Omikron habe im Vergleich zu einem früheren Covid-Stamm „sehr stark abgenommen“, erklärte Alex Sigal, Professor am Africa Health Research Institute in Südafrika laut tagesschau.de. Das Labor hat das Blut von zwölf Personen untersucht, die mit Biontech geimpft sind. Dabei, so teilt das Labor mit, sei ein 41-facher Rückgang der neutralisierenden Antikörper gegen Omikron beobachtet worden.

Studie zur Omikron-Variante: Rückgang der neutralisierenden Antiköper – WHO hält Impfstoffe dennoch für hochwirksam

Die Studie des Africa Health Research Institute zu Omikron – hier gibt‘s die Begründung, warum die Mutation diesen Namen trägt – und Biontech ist noch nicht von Fachkollegen geprüft, berichtet tagesschau.de. Auch bei anderen Impfstoffen wie Moderna, Johnson & Johnson gebe es noch keine wirklich aussagekräftigen Studien, wie sie sich gegen die Omikron-Variante verhalten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält es jedoch für „höchst unwahrscheinlich“, dass Omikron den Schutz von Impfstoffen komplett aushebeln könnte.

„Wir haben hochwirksame Impfstoffe, die sich bisher gegen alle Varianten als wirksam erwiesen haben, was schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte angeht“, sagte der Leiter der WHO-Notfallabteilung, Michael Ryan, der Nachrichtenagentur AFP, „es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass dies bei Omikron nicht der Fall sein könnte.“ Zudem sagte er, dass die bisherigen Daten aus Südafrika „nicht zeigen, dass wir einen katastrophalen Verlust der Wirksamkeit haben“. Aktuell sei „sogar das Gegenteil der Fall.“

Omikron-Varienate des Coronavirus: Berliner Virologe Christian Drosten warnt – so schätzt er die Lage ein

Den Optimismus in Sachen Omikron-Variante will Christian Drosten, der auch an der 3G-Regelung zweifelt, derweil nicht teilen. Der Berliner Virologe spricht im NDR-Podcast „Coronavirus*-Update“ vielmehr davon, dass Deutschland ab dem Januar 2022 „ein Problem mit Omikron haben wird.“ Das Virus werde auch in Deutschland zuwachsen, so Drosten, der erläutert: „Und darum würde ich im Moment auch nicht sagen, bis Ostern ist in Deutschland die Pandemie vorbei, wenn Omikron übernimmt.“ Im Gegenteil: Ihm seien aktuell etwa 25 bis 30 Omikron-Fälle bekannt, aber diese werde „in ganz kurzer Zeit“ zunehmen, so der Virologe, der an der Berliner Charité arbeitet.

Und darum würde ich im Moment auch nicht sagen, bis Ostern ist in Deutschland die Pandemie vorbei, wenn Omikron übernimmt.

Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“

Momentan zeige sich, so Christian Drosten im NDR-Podcast, eine Verdopplung der Fälle in Südafrika oder England etwa alle drei bis vier Tage. Sollte sich dies auch für Deutschland bestätigen, „dann ist das eine Entwicklung, die schneller ist als jede politische Entscheidungsmöglichkeit.“ Doch was hilft zur Sicherung gegen Omikron? Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, müssten die Omikron-Mutationen nur in die Impf-mRNA eingebaut werden. Moderns sowie Biontech/Pfizer haben bereits angekündigt, ihre Impfstoff-Baupläne an Omikron anzupassen.

„Das ist eine vernünftige Vorgehensweise, die wir unterstützen“, zitiert die Süddeutsche Zeitung den Virologen Klaus Cichutek, seines Zeichens Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), der zudem sagt; „Die Hersteller der mRNA-Impfstoffe haben signalisiert, dass sie in der Lage wären, innerhalb von sechs Wochen eine Stammanpassung umzusetzen und dann innerhalb von wenigen Wochen Millionen Dosen herzustellen.“ * 24hamburg.de, kreiszeitung.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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