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Olympische Spiele doch in Hamburg? DOSB erwägt Bewerbung für 2036

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Von: Kevin Goonewardena

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Der erneute Vorstoß einer deutschen Olympia-Bewerbung des DOSB sorgt für Wirbel. Bekommt Hamburg nun die olympischen Spiele 2036?

Hamburg – Die Olympischen Spiele gelten als größtes Sportereignis der Welt. In ihrer mehr als 120-jährigen Geschichte – erstmals ausgetragen 1896 - wurden die Spiele lediglich dreimal in Deutschland ausgetragen. Erstmalig 1936 während der NS-Herrschaft – als sogar sowohl die Sommerspiele (Berlin), als auch die Olympischen Winterspiele (Garmisch-Partenkirchen) im damaligen Deutschen Reich ausgetragen wurden.
Zuletzt erlebten die Bundesbürger vor 50 Jahren Olympische Spiele im eigenen Land (München 1972). Geht es nach dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) soll sich das ändern – der DOSB erwägt eine Bewerbung für die Spiele 2036 und 2040. Bekommt Hamburg doch noch Olympia? Der Journalist Jan Christian Müller hält eine mögliche deutsche Bewerbung für eine Chance.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD, seit 2017)

Olympische Spiele in Deutschland: Bürgerentscheide ließen Hamburg 2024 und München 2022 scheitern

Vor sieben Jahren hatte sich die Hamburger Bevölkerung in einem Bürgerentscheid gegen eine Bewerbung um die Austragung der Olympischen Spiele 2024 ausgesprochen. Auch in München hatten sich die Bürger gegen eine Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022 entschieden – bei keinem der vier durchgeführten Bürgerentscheide wurde die nötige Mehrheit erzielt.

Jetzt erwägt der DOSB einen neuen Anlauf. Hamburg könnte gemeinsam mit Berlin als Kandidat für die Olympischen Spiele 2036 und 2040 ins Rennen gehen. Ein Problem bei den Überlegungen – das Internationale Olympische Komitee (IOC) fordert bisher noch einen Austragungsort. Eine gemeinsame Ausrichtung der Spiele von mehreren Städten ist bisher nicht vorgesehen.

Olympische Spiele: Keine deutsche Kommune mit kompletter Olympia-Infrastruktur

Doch das ist nicht das einzige Problem. In Deutschland hält auch keine Kommune die notwendigen Sportstätten bereit. Der NDR führt als Beispiel ein fehlendes Leichtathletikstadion in Hamburg an. Auch deswegen überlegt der DOSB, die Bewerbung auf mehrere Städte zu verteilen. Im Gespräch ist auch Nordrhein-Westfalen als austragende Region.

Erneute Olympia Bewerbung: Sportbehörde begrüßt Dialog - breite Akzeptanz müsse gegeben sein

Wir sind überzeugt, dass das unmittelbare, emotionale Erleben von Sportwettkämpfen die Menschen zu Sport und Bewegung animieren kann.

Ein Sprecher der Sportbehörde gegenüber der Hamburger Morgenpost

Die von Andy Grote (SPD) geleitete Hamburger Sportbehörde begrüßte den „ergebnisoffenen Dialogprozess“ den der DOSB anstoßen will und „der sich mit der Frage einer erneuten Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland beschäftigt.“ Doch die Grundlage einer erneuten Bewerbung müsse „eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung sein.“ Auch, weil diese an einem Ort nicht gesichert ist, plädiert die Sportbehörde dafür, dass die „übergreifende Nutzung bundesweit vorhandener Sportstätten“ in die Überlegungen einbezogen werden.

Visualisierung des Olympia Standorts bei erfolgreicher Bewerbung 2024
So würde der Kleine Grasbrook ausgesehen, hätte Hamburg den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2024 bekommen. Nun stehen Überlegungen einer Doppelbewerbung von Hamburg und Berlin für Olympia 2036 und 2040 im Raum. (Archivbild) © picture-alliance / dpa / Kcap / Arup / Vogt / Kunst+herbe

Olympische Spiele Hamburg: Gut für Tourismus, schlecht für das Portmonee

Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger sind, einer Befragung der Mopo zur Folge, gespalten. Während manche der Befragten sich positiv einer Bewerbung gegenüber zeigen und die Vorteile für die Stadt, insbesondere die Außendarstellung und den Tourismus betonen, führen andere als Gegenargument Umwelt- und Kostenaspekte an.

„Hamburg ist eine tolle Stadt und es wäre toll, wenn mehr Menschen das sehen könnten

Xenia V. und Manuel S. gegenüber der Hamburger Morgenpost

Olympia in Hamburg 2036 oder 2040: Politik uneins über Sinn und Unsinn einer Bewerbung

Während einige eine Bewerbung begrüßen und davon sprechen, dass sich Hamburg der Welt präsentieren könne, führen andere Umwelt- und Kostengründe, aber auch den unklaren Weiternutzungsbedarf der Sportstätten nach Beendigung der Spiele an. Auch in der Politik sorgt die mögliche Ausrichtung der Olympischen Spiele wieder für Diskussionen.

Von der FDP gab es beispielsweise ein klares Ja, Bürgerschaftsabgeordnete Katharina Blum sagte, die Vorteile für die Wirtschaft und den Tourismus lägen auf der Hand. Scharf hingegen wurden die Pläne durch die Linke kritisiert. Statt auf Großevents zu setzen, hieß es aus der Partei, solle auf Breitensport gesetzt werden. Kritisiert wurde zudem, dass durch ein erneutes Votum die vorherige „demokratischen Entscheidungswege mit Füßen“ getreten werden würden. Die Grünen und die SPD zeigten sich hingegen abwartend gegenüber einer erneuten Bewerbung Hamburgs.

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