Wahlkampf im ProSieben-Interview

Olaf Scholz will Flüge teurer machen: Kein Billigflug mehr unter 50 Euro!

Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ist im forschen Wahlkampf-Modus angekommen und geht Billigfluggesellschaften an. Seine Ansage: Keine Flüge mehr unter 50 Euro!

Hamburg - Vom Hamburger Bürgermeister über das Bundesfinanzministerium - zum Kanzleramt? Olaf Scholz sieht sich noch nicht am Ende seiner aufsteigenden Karriere und blickt - anders als politische Gegner wie Wolfgang Kubicki und seine eigenen Parteimitglieder - voller Zuversicht auf die Bundestagswahl im September. Dass es bis dahin und vor allem bis zum Sieg noch ein langer, steiniger, nahezu unwahrscheinlicher Weg ist, blendet er gern aus. Zumindest in der Öffentlichkeit. Stattdessen setzt er auf Frontal-Angriff in den ganz großen Themen: Höherer Mindestlohn, Hartz-IV-Beibehaltung - und Klimaschutz. Hier in Form von Flügen und deren Preisen.

Deutscher Bundesminister für Finanzen:Olaf Scholz
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschland
Ausbildung:Universität Hamburg
Bücher:Hoffnungsland: Eine neue deutsche Wirklichkeit

Olaf Scholz: Keine Flüge unter 50, 60 Euro!

Im Zusammenhang mit letzterem sagte er nun den Billigfluggesellschaften den Kampf an. „Kein Flug darf billiger sein als die Flughafengebühren und alle anderen Gebühren, die dafür anfallen“, sagte Olaf Scholz im Interview mit Linda Zervakis und Louis Klamroth in der Sendung „ProSieben Spezial Live“. Er wurde noch konkreter mit der Forderung, „dass es sicherlich keinen (Flug) geben wird, der unter 50, 60 Euro dann sein wird.“

Aber was machen dann die Menschen, die sich keine teureren Flüge leisten können, aber trotzdem gern innerhalb Europas reisen möchten? Die europaweit sinkenden Corona-Inzidenzen lassen ja momentan zumindest auf einen möglichen Sommerurlaub* hoffen, der auch außerhalb Deutschlands stattfinden kann.
Billigere Bahnpreise im innereuropäischen Verkehr hat die SPD deshalb auch gleich im Wahlprogramm festgehalten - na, immerhin.

Keine Flüge unter 50 Euro! SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sagt Billigflug-Gesellschaften den Kampf an.

Olaf Scholz: Klimaschutz muss auch aus den Ländern kommen

Auf einen Wahlkampf-Dauerbrenner „kostenloser Nahverkehr“ kann sich der Kanzlerkandidat der SPD dann aber wiederum nicht einlassen. Unrealistisch sei dies. Aber: Mehr 365-Euro-Tickets für Gemeinden und Landkreise, sie seien mit der SPD an der Macht schon drin. Bisher kann so ein Ticket vorrangig von Schülern und Azubis genutzt werden, allerdings erst in zehn Bundesländern, darunter auch Hamburg und Niedersachsen.

Im Interview mit ProSieben forderte Olaf Scholz außerdem von den Bundesländern, konkrete Schritte für mehr Klimaschutz vorzuweisen. Nur mit Absichtserklärungen und Zielen daherzukommen, reicht dem Kanzlerkandidaten demnach nicht. „Wer das mit dem Klimaschutz ernst nimmt, der muss auch mal Windräder genehmigen und Leitungen bauen“, sagte er im Gespräch mit Linda Zervakis und Louis Klamroth. Was dafür nötig sei? Klar, ein Politikwechsel. Wenn es nach Olaf Scholz geht, natürlich mit ihm als Bundeskanzler. *24hamburg.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

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