Corona-Lockerung

Öffnung der Außengastronomie: Hamburg sitzt im Regen

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Regen- statt Sonnenschirm: An Pfingsten durfte in Hamburg endlich die Außengastronomie öffnen. Tausende Hamburger trotzten dem Wetter – zur Sorge der Polizei.

Hamburg – Ende eines Knallhart-Lockdowns: Fünf Monate nach der Zwangsschließung durfte in Hamburg die Außengastronomie wieder öffnen. Trotz Regen und Kälte genossen tausende Hamburgerinnen und Hamburger die Lockerung der Corona-Beschränkungen für Bars, Kneipen und Restaurants zu Pfingsten. Während sich die Gastronomen halbwegs zufrieden zeigten mit dem Kundenansturm, zog die Hamburger Polizei eine gemischte Bilanz.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Menschen auf den Terrassen der Cafés oder mit einem Bier in der Hand im Park – seit langem ist dies kein Bild der Normalität. „Hätten wir keine Schließungen wegen Corona gehabt, dann wäre das ein ganz normaler Samstagabend gewesen“, bilanzierte ein Polizeisprecher einen Tag nach der Wiedereröffnung. Seinen Angaben zufolge wurden allein in den Abendstunden rund um die Reeperbahn in St. Pauli 1000 Menschen gezählt. Im Schanzenviertel kamen zugleich bis zu 1400 Menschen zusammen.

Lockdown-Lockerung: Öffnung der Außengastronomie treibt tausende Hamburger in Kneipen und Cafés

Mit Blick auf das Infektionsgeschehen war dies nach Einschätzung der Behörden schon eine große Menschenansammlung. Nicht alles lief dabei reibungslos ab. Zwar habe ein Großteil die weiterhin geltenden Corona-Regeln befolgt. Doch mit steigendem Alkoholkonsum hätten auch viele Menschen die Hemmungen verloren. So kam es zu Schlägereien und vermehrt zu Verstößen gegen Masken- und Abstandsgeboten.

Corona-Lockerung bei schlechtem Wetter: In Hamburg durften die Restaurants ihre Außenbereiche wieder öffnen. (24hamburg.de-Montage)

Bereits am Vormittag und Nachmittag hatten tausende Menschen in der Stadt die neuen Freiheiten in Anspruch genommen. Da zeitgleich auch der Einzelhandel seine Geschäfte öffnen durfte, nutzten viele die Außenbereiche der Cafés für eine Pause beim Einkaufsbummel. Dabei ließen sie sich auch nicht von den kühlen Temperaturen oder einem Regenschauer abhalten. Findige Restaurantbesitzer hatten vorgesorgt und mit großen Schirmen oder Planen in Windeseile ihre Terrassen noch provisorisch überdacht.

Öffnung von Kneipen, Bars und Restaurants: Gastronomen sehen die Lockerung auch kritisch

Insgesamt sechs Monate lang war die Gastronomie stillgelegt. Erst am Dienstag hatte der Hamburger Senat überraschend die Wiedereröffnung für das Wochenende erlaubt. Ursprünglich war die Corona-Lockerung erst für Anfang Juni angedacht gewesen. Doch wegen der sich positiv entwickelnden Infektionszahlen hatte die rot-grüne Landesregierung um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) den Schritt im mehrstufigen Öffnungsfahrplan vorgezogen. Zuvor hatten auch schon in Schleswig-Holstein, wo Touristen vor allem trotz des trüben Wetters die Urlaubsinsel Sylt* stürmten, und Niedersachsen die Öffnung der Außengastronomie wieder gestattet. Auch in Nordrhein-Westfalen* ist dies in vielen Städten schon der Fall.

Im Vorfeld hatte der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) die kurzfristige Entscheidung kritisiert. Zum einen sei der zeitliche Vorlauf jetzt gering gewesen, weswegen viele Mitglieder ihren Betrieb nicht schnell genug wieder hochfahren konnten. Zum anderen seien die Umsatzerwartungen zu gering, wenn man nur die Außenbereiche öffnen dürfe, hieß es. Deswegen fordert der Verband auch eine schnelle Lockerung für die Innengastronomie. * 24hamburg.de, kreiszeitung.de und wa.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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