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So will die Ampel-Koalition Obdachlosigkeit besiegen – auch in Hamburg

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Von: Kevin Goonewardena

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Mit einem Aktionsplan soll die Obdachlosigkeit bis 2030 überwunden werden. Welche Maßnahmen beinhaltet dieser und wie viele Obdachlose leben eigentlich in Hamburg?

Hamburg – Wer welches Ministerium leiten wird, ist mit Ausnahme der zukünftig von der FDP geführten Ressorts noch nicht bekannt, doch was die neue Bundesregierung und ihre Minister vorhaben, das schon. Dazu gehört auch ein Aktionsplan, mit dessen Hilfe bis 2030 die Obdachlosigkeit weitestgehend überwunden werden soll. Rund 2000 Menschen (1920, Stand 2018) leben laut einer Zählung vor einigen Jahren auf Hamburgs Straßen. In Deutschland sollen es im gleichen Jahr etwa 41.000 Bürger gewesen sein. Was genau ist jetzt geplant?

Stadt:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:rund 1,9 Millionen (Stand 2019)
StadtoberhauptPeter Tschentscher (Erster Bürgermeister)

Mehr Wohnungen und höherer Anteil Sozialwohnungen gegen Obdachlosigkeit

Die Koalition will dafür unter anderem jährlich 400.000 neue Wohnungen bauen. Zum Vergleich: Von 2011 bis 20200 wurden in Hamburg der Bau von 100.000 Wohnungen genehmigt. 22.000 aller 976.700 (Stand 2020) Hamburger Wohnungen sind Sozialwohnungen – also nur etwa jede 40. Wohnung. Nach den Plänen der neuen Regierung soll bundesweit jede vierte neue Wohnung öffentlich gefördert werden. 100.000 „Dächer über dem Kopf“ sollen so jedes Jahr gebaut werden. Auch obdachlosen Menschen würde das nutzen.

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Obdachlosigkeit in Hamburg: Rekordetat für Obdachlosenhilfe und neue Möglichkeiten

Diese haben für gewöhnlich kaum eine Möglichkeit, wenigstens für die Nacht eine feste Bleibe zu beziehen. In vielen Städten gibt es zumindest in der kalten Jahreszeit das Winternotprogramm. In dessen Rahmen bekommen obdachlose Bürger einen Schlafplatz und hier wurden die Kapazitäten in Hamburg zuletzt deutlich erweitert und ein Rekordetat von 13 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Doch auch sonst tut sich was in der Hansestadt: So wird ab Mitte 2022 das Housing First-Projekt in einem Modellversuch 30 Menschen auch außerhalb des Winters und ohne an Bedingungen geknüpft zu sein, den Einzug in eigene vier Wände ermöglichen.

Obdachlosigkeit in Hamburg: So gefährlich ist das Leben auf der Straße

Und diese Maßnahmen sind bitter nötig, denn das Leben auf der Straße wird immer gefährlicher, wie Zahlen belegen. Rund 30 Obdachlose sind allein dieses Jahr auf den Straßen Hamburgs gestorben. Von Dezember 2020 bis Februar 2021 starben allein 12 Menschen den Kältetod. Doch das ist nicht die einzige Gefahr: wie im September auf St. Pauli oder im Oktober vor der Kunsthalle, werden Obdachlose immer wieder Opfer von versuchten oder tatsächlichen Brandanschlägen.

Ein Obdachloser schläft unter der Brückenzufahrt der Hohenzollern-Brücke in Köln
Ein Obdachloser schläft an der Hohenzollern-Brücke. Der Kölner Verein „Kunst hilft geben“ kämpft seit 2012 gegen Obdachlosigkeit und Armut. (Archivbild) © Roland Scheidemann/dpa

Obdachlosigkeit: Auch Mietrecht soll reformiert werden

Die Ampel-Koalition strebt auch eine Reformierung des Mietrechts an. Dieses soll es künftig erschweren, dass Menschen ihre Wohnung verlieren und somit auf der Straße landen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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