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Nussallergie: In dieses Mädchen setzen nun Tausende ihre Hoffnung

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Von: Kevin Goonewardena

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Millionen Menschen in Europa leiden an einer Nussallergie. Eine Schülerin aus Schleswig-Holstein wird jetzt erstmals mit einem neuen Medikament therapiert.

Hamburg – Wie viele Menschen genau in Deutschland an einer Nussallergie leiden, lässt sich nicht sagen. Die Zahl der Betroffenen dürfte allerdings in die Hunderttausende gehen. Die Europäische Stiftung für Allergieforschung schätzt, dass 1,4 Prozent der Bevölkerung Europas unter einer Nussallergie leidet. Bei 817 Millionen Menschen (Bundeszentrale für politische Bildung, 2017) wären das 11,438 Millionen Nuss-Allergiker alleine auf dem europäischen Kontinent. In ein Mädchen aus Schleswig-Holstein setzt nun zumindest ein Teil seine Hoffnung.

Name:Erdnuss (lat. Arachis hypogaea)
Ordnung:Schmetterlingsblütenartige
Herkunft:Anden, Südamerika (Ursprung)
Größter Erdnussproduzent:China (17.519.600 Tonnen, 2019)

Nussallergie: 15-Jährige aus Schleswig-Holstein testet neues Medikament

Mund mit Nussplätzchen
Für Allergiker ein No-Go: Ein Plätzchen verziert mit unterschiedlichen Nüssen. Dank eines neuen Medikaments könnten Erdnussallergiker allerdings bald aufatmen. © dpa

Ohne Nachdenken in das Teilchen vom Bäcker oder die angebotene Schokolade beißen können, die Müslimischung nicht nach Nussbestandteilen absuchen müssen, die asiatische Erdnusssoße nicht mehr von vorneherein ganz selbstverständlich von der Bestellung ausschließen – all dies soll bald wieder möglich sein.

So wie auch der Gebrauch von Kosmetikprodukten, die Nussrückstände enthalten.* Alles dank Carla aus Itzehoe. Denn die 15-jährige Schülerin ist die erste Patientin deutschlandweit, die eine Therapie mit dem neuen Medikament „Palforzia“ beginnen wird, berichtete die MOPO.

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So hilft das neue Medikament bei Nussallergie

Sie leidet wie 0,5 bis 1 Prozent der Kinder hierzulande an einer Erdnussallergie. Über einen Zeitraum von drei Jahren muss das Medikament genommen werden, alle 14 Tage muss Carla anfangs in die Klinik nach Itzehoe. Das Medikament, das für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre zugelassen ist, soll ihr und anderen Betroffenen helfen, später einmal kleine Mengen von Erdnüssen beziehungsweise Erdnussproteine aufzunehmen.

Dr. Nicola Orlowski begleitet die Therapie und dämpft falsche Erwartungen. Zum einen sei man am Ende der Behandlung nicht geheilt, vertrage aber kleinere Mengen von Lebensmitteln mit Erdnüssen, ohne Angst vor allergischen Reaktionen haben zu müssen. Das ist wichtig – denn allergische Reaktionen treten schon nach dem Verzehr von geringen Mengen auf.

Das Medikament ist nur für reine Erdnuss-Allergiker geeignet.

Dr. Nicola Orlowski, Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin

Zum anderen ist das Medikament ausschließlich für Menschen, die an einer Erdnussallergie leiden, geeignet. Da sei man geheilt. Andere Formen von Nussallergien können mit „Palforzia“ allerdings nicht behandelt werden. * 24hamburg.de, fr.de und 24vita.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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