1. 24hamburg
  2. Hamburg

„Nur von Polizei durchsetzbar“: Chaos in Hamburgs Parks – ist die Politik machtlos?

Erstellt:

Von: Robin Dittrich

Kommentare

Hamburgs öffentliche Plätze und Parks verkommen immer mehr zu Party-Hotspots. So sieht es zumindest die Hamburger Politik – und fühlt sich machtlos dagegen.

Hamburg – Geht es nach der Hamburger Politik, verkommen Parks und öffentliche Plätze in der Hansestadt Hamburg immer mehr zu Party-Hotspots. Die Folge: Lärmbelästigung und Vermüllung sind an der Tagesordnung. Besonders an heißen und langen Sommertagen, wie Hamburg sie aktuell erlebt, wird bis spät in die Nacht draußen gefeiert. Eigentlich kein Problem, wenn sich alle Teilnehmer an die Regeln halten würden.

Das scheint nicht immer der Fall zu sein – und so kommen Polizei und Stadtreinigung kaum hinterher. Selbst Gespräche zwischen Politikern kommen zu keinem Ergebnis – wie beim Jenischpark in Altona.

Name:Jenischpark
Bezirk:Altona
Größe:42 Hektar
Adresse:Baron-Voght-Straße 50, 22609 Hamburg

Vermüllung und Lärmbelästigung in Parks: Hamburgs Politiker scheinen machtlos

Die Lage „nach“ der Corona-Pandemie nimmt auch in Hamburg teils unschöne Seiten an. Auf öffentlichen Plätzen wird immer lauter und länger gefeiert. Auch mit der Reinigung nehmen es viele Feiernde nicht all zu genau. „Hier herrscht ein fehlendes Gefühl für Gemeinwohl, eine verstärkte Rücksichtslosigkeit“ zitiert das Hamburger Abendblatt die Altonaer Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg. In den vergangenen Monaten musste die Polizei an verschiedenen Orten immer wieder anrücken, weil sich Anwohner über Lärm und Vermüllung beschwerten.

Partys am Winterhuder Kai: Feiernde hinterlassen immer mehr Müll und sorgen für Lärmbelästigungen.
Partys am Winterhuder Kai: Feiernde hinterlassen immer mehr Müll und sorgen für Lärmbelästigungen. © Luca Field/Chris Emil Janßen/Imago (Montage)

Zunächst ging es um die Lärmbelästigung am Winterhuder Kai. Auch aufgestellte Plakate mit den geltenden Regeln hielten die Feiernden nicht davon ab, auch nachts noch Lärm zu machen und Müll zu hinterlassen. Das vermehrte Anrücken der Polizei hilft zwar ein wenig, es kann jedoch „keine 24-Stunden rund um die Uhr Bewachung dieser Plätze geben – das kann auch niemand ernsthaft wollen“ sagt von Berg. Für die Politiker scheint es keine Lösung zu geben, außer auf die bestehenden Regeln hinzuweisen. Das lässt sich auch im Altonaer Jenischpark und am Elbstrand beobachten.

„Runder Tisch“ zum Jenischpark gescheitert – keine Lösung in Sicht

Altonas Politiker wollten sich zur schwierigen Situation im Jenischpark zu einem „Runden Tisch“ zusammensetzen. Dieser Plan scheiterte jedoch schon in der Mache. Auch dort wird wie am Winterhuder Kai und anderen Hotspots bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Die Stadtreinigung muss verstärkt schon um sechs Uhr morgens antreten, um den Feiernden hinterher zu räumen. Sperrungen ab 22:00 Uhr oder ähnliche Maßnahmen scheinen momentan nicht ersichtlich – eine Durchsetzung würde sowieso seine Zeit dauern.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Die einzige Lösung scheint in ganz Hamburg nur das Rufen der Polizei zu sein. „Die Polizei ist aktuell die einzige Lösung“ sagte eine Sprecherin des Vereins „Freunde des Jenischparks“. Auch im Bezirksamt Altona ist keine andere Maßnahme in Sicht. Vielmehr stehe „jede Einzelperson in der Pflicht, sich an die Regeln zu halten.“ Dass das so nicht funktioniert, zeigt sich im Jenischpark, im Stadtpark, am Winterhuder Kai oder am Elbstrand. Wichtig dabei ist: Die Bezirke wollen öffentliches Feiern nicht verbieten, sondern Nichtteilnehmer vor ungewollten „Nebenwirkungen“ schützen.

Auch interessant

Kommentare