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Notfallplan Gas: So sollen Hamburger sparen – „sonst geht im März das Gas aus“

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Nach Robert Habecks Plan: Umweltsenator Jens Kerstan warnt vor Gas-Knappheit. Jeder Hamburger soll jetzt Gas sparen. Wenn nicht, muss rationiert werden.

Hamburg – Die Angst vor einer Gas-Knappheit wird immer größer. Der Krieg, den Russland in der Ukraine führt, die westlichen Sanktionen sowie die gestiegenen Preise für Gas, Strom, Sprit und Lebensmittel sind die Gründe dafür. Jetzt hat Bundeswirtschafsminister Robert Habeck (Die Grünen) den Notfallplan Gas ausgerufen, nach dem eine deutliche Einschränkung des Gas-Verbrauchs zwingend nötig ist.

Hamburg bildet von dieser Regel keine Ausnahme. Auch hier müssen Unternehmen sowie Privatpersonen nun den Sparstrumpf anziehen. Ansonsten könnte es passieren, dass der Hansestadt Hamburg im Herbst, spätestens aber im März 2023 das Gas ausgeht.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Sozialamt)
Fläche755,2 km²
BürgermeisterPeter Tschentscher
Gegründet500 n. Chr.

Robert Habecks Notfallplan Gas: Sparen zu Hause – so sollen Hamburger ihren Verbrauch reduzieren

Umweltsenator Jens Kerstan (Die Grünen) will es zur totalen Gas-Ausfall-Katastrophe nicht kommen lassen. Deshalb hält er seine Mit-Hamburger an, jetzt an das große Ganze zu denken. Um einen Engpass zu vermeiden, muss jeder Hamburger sparen. Gegenüber dem NDR erklärte Kerstan, der erst kürzlich eine Krebserkrankung durchstehen musste: , nach dem von Robert Habeck ausgerufenen Notfallplan Gas: „Alle Szenarien des Bundes sehen vor, dass man vom 1. Juli an mindestens 20 Prozent Gas einsparen muss.“

Damit sind auch Privathaushalte gemeint, die ihren Gas-Konsum gemäß des Notfallplan Gas von Robert Habeck senken müssen. Einen Leitfaden zum Energiesparen gibt die neue Kampagne von Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck selbst, die lebensnahe Tipps beinhaltet wie zum Beispiel, die Heizung nicht nachts oder bei Abwesenheit laufen zu lassen, oder kürzer und nicht so heiß zu duschen.

Eine Hand, die eine Heizung auf Null dreht, und Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan von den Grünen
Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) hält alle Hamburger zu Gas-Sparen an. Sonst wird‘s im Winter knapp. © imago/Montage

Diese Maßnahmen aus Robert Habecks Kampagne unterstützt auch Hamburgs Grünen-Politiker Jens Kerstan: „Leute, die noch bei warmen Temperaturen nachts die Heizung laufen lassen oder jetzt gern noch Vollbäder nehmen oder morgens eine halbe Stunde lang duschen wollen, müssen sich jetzt überlegen, ob das wirklich eine gute Idee ist.“

Notfallplan Gas von Robert Habeck: Was passiert, wenn in Hamburg keiner spart?

Sollte sich die Mehrheit der Hamburger nämlich in ihrem Gas-Verbrauch nicht einschränken – wie zum Beispiel die Hamburger Hallenbäder, die ihre Wassertemperatur trotzdem vorerst nicht senken wollen – dann könnte den Hanseaten tatsächlich schon im Herbst, spätestens aber im März 2023, das Gas ausgehen. Wenn man jetzt einspare, könne man noch mit einem blauen Auge davonkommen, so Kerstan gegenüber dem NDR.

Wenn nicht, dann könnte es für alle Beteiligten ungemütlich werden: „Wir müssen sonst wirklich im Winter rationieren. Und das werden schwierige Entscheidungen sein“, so Kerstan. Auch das Kohle-Kraftwerk Wedel in Hamburg könnte bei einer möglichen Gas-Knappheit wieder ins Gespräch kommen. Sollte es Hamburg nicht gelingen, jetzt an Gas zu sparen, dann müsse man eventuell wieder auf die Kohle-Verfeuerung zurückgreifen, aus der man eigentlich bis 2030 aussteigen wollte. Gute Entscheidungen könne es bei Rationierungen eigentlich nicht mehr geben, sagte Kerstan dem NDR.

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Besagte Entscheidungen betreffen dann allerdings eher die Industrie als Privatpersonen. Die Bundesregierung hat nämlich das Recht, Betriebe stillzulegen, die zu viel Gas verbrauchen und somit die Knappheit begünstigen. Auch in Hamburg könnte das zum Thema werden, wenn der Industrieverband weiterhin an der Richtlinie festhält, dass man nicht weiter einsparen könne. Jens Kerstan richtet jedenfalls angesichts der Lage und Aussichten schon jetzt klare Worte an die Industrie in Hamburg: „Jetzt sich hinzustellen und zu sagen, wir können nichts tun, das sollen sie sich noch mal genau überlegen, weil sonst werden andere Leute die Entscheidung treffen.“

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