1. 24hamburg
  2. Hamburg

Notfall am Flughafen Hamburg: Warum die Schranke für die Retter unten blieb

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Einfeldt

Kommentare

Am Flughafen Hamburg dauerte es 15 Minuten, bis einem Rettungswagen die Durchfahrt gestattet wurde. Wieso dauerte es so lange? Der Airport äußert sich.

Hamburg – Es passierte am Samstag, 16. Juli 2022, gegen 11 Uhr. Einem Rettungswagen des Maltester Hilfsdienstes wird die Durchfahrt am Terminal 2 des Flughafen Hamburg untersagt. Der Vorfall sorgt für Verirrung. Und ungläubiges Staunen. Schließlich handelte es sich um einen Notfalleinsatz, bei dem ein Patient auf die dringliche Versorgung im Krankenhaus angewiesen war. Der Schrankenwärter am Hamburger Flughafen wollte den Rettungswagen jedoch partout nicht durchlassen.

Auf Anfrage von 24hamburg.de äußert sich nun der Airport – doch lässt dabei weitere Fragen offen.

Flughafen in Deutschland:Hamburg Airport Helmut Schmidt
Adresse:Flughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg
Flughafencode:HAM
Passagiere:5.315.952 (2021)

Hamburg Airport: „Missverständnis“ sorgte für Chaos – Patient musste im Rettungswagen warten

Den Hamburger Flughafen plagen aktuell gleich mehrere Baustellen. Medial präsent sind noch immer die langen Wartezeiten am Flughafen Hamburg oder das langwierige Kofferchaos, das Passagiere auf die Probe stellt. Insbesondere angesichts der Sommerferien in Norddeutschland bleibt die Situation am Airport angespannt. Herausgegebene Studien, die besagen, dass häufige Flugabsagen, wie aktuell am Flughafen Hamburg zu beobachten, zum Normalzustand werden könnten, unterstreichen den Eindruck. Reisende sehnen sich nach einem reibungslosen Ablauf, der ihnen bei anderen Flughäfen versprochen wird.

Rettungswagen stehen vor dem Terminal 2 des Hamburger Flughafens.
Flughafen Hamburg: Ein Notfalleinsatz verzögerte sich um rund 15 Minuten. (Symbolbild) © Hanno Bode/Imago

Als wäre die Situation nicht schon angespannt genug, geriet der Flughafen Hamburg nun also ein weiteres Mal in die Kritik – kurz nach dem beim Malteser Hilfsdienst ein Notruf eingegangen war. Blaulicht und Martinshorn begleiteten die Rettungssanitäter*innen. Sie fuhren direkt vor das Terminal. Dort, wo eine hilfebedürftige Person dringende Versorgung benötigte. Wenig später muss sie sogar ins Krankenhaus gefahren werden. Auf Anfrage von 24hamburg.de sollte der Flughafen Hamburg wenige Tage später von einem „Missverständnis“ sprechen – der Grund dafür, dass einem Notfalleinsatz die Ausfahrt verwehrt wurde.

Chaos am Flughafen Hamburg: Airport will Vorfall intern aufarbeiten

Wie 24hamburg.de berichtete, wies der Fahrer des Rettungswagens bereits vor Ort mehrmals darauf hin, dass es sich um einem Notfall handeln würde. Der Patient müsste umgehend ins Krankenhaus geliert werden – doch die Schranke blieb unten. Rund 15 Minuten und ein Telefonat mit der Polizei Hamburg später, ließ sich die Schranke dann doch öffnen. Nun war die Durchfahrt für den Rettungswagen mitsamt des Notfallpatienten endlich frei. Warum musste es so lange dauern?

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

In einer Stellungnahme gegenüber 24hamburg.de äußert sich der Hamburg Airport zu dem fragwürdigen Vorfall. Demzufolge sei dem Vorfall also ein „Missverständnis“ vorausgegangen. Grundsätzlich, betont Pressesprecherin Janet Niemeyer, habe ein Rettungswagen bei einem Notfall „freie Fahrt auf der Vorfahrt am Hamburg Airport“. Während der Malteser Hilfsdienst bei seiner Einfahrt ersichtlich mit Blaulicht eingefahren wäre, soll das Blaulicht bei der Ausfahrt jedoch nicht eingeschaltet gewesen sein.

„Der Mitarbeiter an der Schrankenanlage konnte nicht sofort erkennen, dass es sich um einen Rettungstransport im Auftrag der Feuerwehr handelte“, heißt es also seitens des Flughafens. Des Weiteren würde der Malteser Hilfsdienst nur „äußerst selten in Notfall-Einsätzen“ eingesetzt werden. Es würde sich vielmehr um „Begleit- oder Krankentransporten vor Ort“ handeln. Fragen wirft der Vorfall jedoch auch nach der Stellungnahme des Flughafens auf.

Nicht zuletzt, weil Malteser-Einsatzkräfte dank ihrer Dienstkleidung eindeutig auszumachen sind. Warum darüber hinaus der persönliche Appell der Sanitäter in Richtung des Schrankenwärters wirkungslos blieb, bleibt ebenfalls offen. Der vorliegenden Stellungnahme ist zu entnehmen, dass der Flughafen Hamburg den Vorfall zutiefst bedauert. Es folge eine interne Aufarbeitung der Geschehnisse, heißt es.

Auch interessant

Kommentare