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Mann transportiert Robbe stundenlang in Plastiktüte – Tier erholt sich

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Von: Christian Einfeldt

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Eine gutgemeinte Aktion brachte eine Robbe in Lebensgefahr: Ein Mann transportierte einen Heuler von Neuwerk bis zur Seehundstation Friedrichskoog.

Update vom 6. Juli 2022, 11:40 Uhr: Neuwerk – Die Aktion wurde massiv kritisiert, doch das Ansinnen des Mannes war ein gutes – etwa drei Wochen nachdem ein Heuler in einer Plastiktüte in der Seehundaufzuchtstation Friedrichskoog abgegeben wurde, hat sich das Tier erholt. Das berichtet nun der NDR. „Tüti“, wie das Tier getauft wurde, wiegt mittlerweile zehn Kilogramm und ist aus der Einzelbetreuung in einen Gruppenbereich umgezogen. Nun muss die Robbe auf ein Gewicht von 25 Kilo kommen und Fische selbstständig fressen, damit es ausgewildert werden kann.

Stadtteil in DeutschlandNeuwerk
Fläche:7,6 km²
Bezirk:Bezirk Hamburg-Mitte
Einwohner:30 (31. Dez. 2020)

Mann transportiert Robbe stundenlang in Plastiktüte – „Noch nicht erlebt“

Ursprungsartikel vom 16. Juni 2022, 10:04 Uhr: Für das Wohl einer verlassenen Robbe nahm er stundenlange Fahrten mit Zug und Auto auf sich: Ein Mann wollte den am Ufer von Neuwerk gesichteten Heuler retten und griff zu einer Methode, die fassungslos macht. Er transportierte das Tier in einer Plastiktüte bis zur nächsten Schutzstation in Friedrichskoog an der Nordsee. Die Stationsleiterin Tanja Rosenberger zeigte sich konsterniert über den Vorfall. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte sie: „So einen Fall haben wir noch nicht erlebt“.

Ein Mann trägt Plastiktüten und ein Heuler liegt am Strand.
Neuwerk: Mann steckt Heuler für Weitertransport in Plastiktüte – sein Gesundheitszustand ist kritisch. (24hamburg.de-Montage) © McPHOTO/Michael Gstettenbauer / Imago

Nordsee: Von Neuwerk bis Friedrichskoog transportiert – Robbe stundenlang in Plastiktüte

Erst hätte der Mann den Heuler am Ufer der Insel Neuwerk mehrere Tage beobachtet, dann in eine Plastiktüte gesteckt – so heißt es seitens der Erstmeldung des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (shz) über den Vorgang an der Nordsee. Die junge Robbe, bei der es sich Medienberichten zufolge um ein verwaistes Tier gehandelt haben soll, wurde von dem Mann mehrere Stunden per Regionalbahn und Auto transportiert. Seine vermeintlichen Rettungsmaßnahmen führten ihm zunächst bis nach Lunden, einem Ort in Dithmarschen (Schleswig-Holstein).

Wie das Hamburger Abendblatt unter Berufung auf shz-Angaben berichtet, hätte er dort sein Auto abgestellt. Mit jenem Fahrzeug fuhr er wenig später weiter in Richtung Friedrichskoog. Dort wollte er die Robbe der dort ansässigen Seehundstation übergeben – noch immer befand sich das Tier in einer Plastiktüte. Die fragwürdige Aktion, die zunächst einem gutgemeinten Impuls folgte, lässt viele Fragen offen. Wie gelang es dem Mann überhaupt, das Tier von Neuwerk – laut aktuellen Polizeiberichten Hamburgs sicherster Ort, der bereits zum Schauplatz der ARD-Kultserie „Großstadtrevier“ auserkoren wurde – auf das Festland zu bringen?

Heuler auf Neuwerk in der Nordsee: Warum man professionelle Hilfe aufsuchen sollte

Dass die Robbe den Transport von Neuwerk nach Friedrichskoog in einer Plastiktüte überleben konnte, grenzte bereits an ein Wunder. Wie Armin Jeß, Seehundjäger aus Nordfriedland, dem NDR sagte, laufen Robben bei einem solchen Transport Gefahr zu überhitzen. Zufolge des Hamburger Abendblattes hat sich auch Stationsleiterin Tanja Rosenberger nach Aufnahme des jungen Tieres besorgt gezeigt. Zum einen hätte der Gesundheitszustand des Tieres schneller ermittelt werden können, zum anderen hätte ein sicherer Transport gewährleistet können – hätte der Mann die Robbe nicht eigenständig in eine Plastiktüte gesteckt, sondern professionelle Hilfe zurate gezogen.

Robbe gefunden: Was tun?

Laut NDR-Berichten hätte sich das Personal der Seehundstation Friedrichskoog umgehend um das Tier gekümmert. Der aktuelle Gesundheitszustand der Robbe soll dennoch kritisch sein. Nicht nur aufgrund dessen rät Rosenberger, sich in solchen Fällen dringend Hilfe von Fachpersonal einzuholen.

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