1. 24hamburg
  2. Hamburg

Norddeutsches Haus: Beliebtes Lokal in Bergedorf dauerhaft geschlossen

Erstellt:

Von: Ute Laukner

Kommentare

„Norddeutsches Haus“, ein Traditionslokal mit langer Geschichte in Altengamme, Bezirk Hamburg Bergedorf, hat für immer seine Tore geschlossen.

Hamburg/Altengamme – Leckere Küche gab es seit dem Jahr 1867 im neugebauten „Norddeutsches Haus“ in Altengamme. Doch nun ist Schluss. Leider. Das hellgrau-weiße Haus im typischen nordischem Baustil beherbergte über 150 Jahre hinweg einen gutgehenden Gasthof. Mal nur als Kneipe, mal als Restaurant. Jubiläen, Hochzeiten und Abschiede wurden hier gefeiert. Die Geschichte verrät, schon seit mindestens 376 Jahren wurde genau hier gegessen, getrunken und gemeinsam gelacht und wohl auch vor Glück geweint. Ein überaus wichtiger Treffpunkt für alle Menschen in der Region.

Norddeutsches Haus:Traditionslokal
Betreiber:Karl-Hermann Dietrich und Marc-Renè Pastel
Wo:Altengamme, Hamburg Bergedorf

Auf der Terrasse gab es bei Sonnenschein nicht nur „Kännchen“, der Kaffee mit Kuchen gehörte aber ebenso lange Zeit zum gastronomischen Angebot hinzu, wie die deftigen Speisen. Hausmannskost eben. Bei allen beliebt, egal in welchem Alter und heute manchmal oft vermisst, frische krustige Bratkartoffeln und Fisch im Bötchen mit Zwiebeln auf der Hand.

Sogar Sauerfleisch stand mitunter auf der Karte. Pommes rot-weiß, Currywurst und Bratwürste durften irgendwann dann auch nicht fehlen. Lecker waren Stint und Scholle. Das Feierabend-Bierchen zischte an lauen Sommerabenden mit Blick auf die Elbe die Kehle entlang.

Das Norddeutsche Haus in den Vier- und Marschlanden

Wer hier rund um den Altengammer Elbdeich Nummer 42 wohnte, suchte am östlichen Rand der Vier- und Marschlande stets den geselligen Kontakt zu den anderen ansässigen Bewohnern. Aber auch wer in dieser Gegend im Hamburger Bezirk Bergedorf eher zufällig vorbeikam, stoppte das schnittige Auto oder das bis auf letzte technisch ausgereifte und vor allem federleiche Bike. Fußgänger taten natürlich das selbige.

Als das Vorgänger-Häuschen 1860 abbrannte, hielten wohl ganz früher an diesem legendären Ort die Pferdekutschen. Denn immerhin sind die Vier- und Marschlande das größte Blumen- und Gemüseanbaugebiet von Deutschland. Also ideal für den regionalen Einkauf. Doch auch das nützte wohl nichts. Nun schreibt die gastronomische Stätte nur noch Geschichte. Das Haus soll verkauft worden sein.

Dr. Peter Tschentscher (vorne M, SPD), Erster Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg, und Katharina Fegebank (vorne l, Bündnis 90/Die Grünen), Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, stehen im Hamburger Rathaus mit den Mitgliedern des Hummel-Clubs von 1902 e.V., der Erntekönigin und den Ernteprinzessinnen von der Gemeinschaft Vier- und Marschlande e.V. (GVM) sowie den Schützen des Schießclubs Welfen zu Harburg, im Rathaus kurz vor dem Neujahrsempfang des Senats. Rund 500 Menschen überbrachten dem Senat die Neujahrsgrüße am 1. Januar 2023.
Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister und Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, stehen mit den Mitgliedern des Hummel-Clubs von 1902 e.V., der Erntekönigin und den Ernteprinzessinnen von der Gemeinschaft Vier- und Marschlande e.V. (GVM) sowie den Schützen des Schießclubs Welfen zu Harburg, im Rathaus kurz vor dem Neujahrsempfang des Senats. © Marcus Brandt/dpa

Das Lokal „Norddeutsches Haus“ bleibt geschlossen

Wie so oft wird immer schmerzlich das vermisst, was wir gewohnt sind, vor der Haustür zu haben. Nun ist es zu spät. Wie das Hamburger Abendblatt zum Ende letzten Jahres berichtete, haben Karl-Hermann Dietrich und Marc-Renè Pastel (42) das „Norddeutsches Haus“ geschlossen. Sicher keine leichte Entscheidung. Den liebgewonnenen Blick aus dem Panoramafenster auf die Elbe in Altengamme wird es in der Form nicht mehr geben.

Die Corona-Pandemie soll auf diese Entscheidung der endgültigen Schließung einen gewissen Einfluss genommen haben. Wie sollte es weitergehen, als die Lockdowns kamen? Die Antworten fehlten an entscheidender Stelle. Über acht Generationen hinweg wurde der Gasthof seit 1774 von der Familie geführt. Und nun ist Schluss.

Nach den Angaben von Marc-Renè Pastel soll die Firma „Elbmeer“ für den ausgebildeten Hotelfachmann nun seine neue Arbeitsstätte werden. Sein Name steht bereits auf der Webseite und sein neuer Titel im Vertrieb lautet dort „Erster Offizier“. Ein Gutes hat es am Ende wenigstens doch: Das Unternehmen für Veranstaltungs- und Medientechnik ist ebenso am ihm vertrauten Altengammer Elbdeich beheimatet.

Auch interessant

Kommentare