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Nike zerstört systematisch neue Schuhe – auch die von Carolin Kebekus!

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Von: Kevin Goonewardena

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Investigativ-Reporter fanden heraus, dass Nike systematisch Neuware zerstört. Die Testschuhe stammen von deutschen Prominenten. Nun drohen dem Konzern Strafen.

Hamburg – Neuwertige oder verkäufliche Ware zu vernichten steht in Deutschland unter Strafe. Dem Internetriesen Amazon sind in der Vergangenheit schon öfters solche Praktiken vorgeworfen worden. Nun hat ein Recherchekollektiv ein Paar Schuhe des US-Sportswear-Giganten Nike, dessen Geschäft sich von der Corona-Pandemie wieder erholt hat, mit einem GPS-Tracker ausgestattet, um deren Weg zu verfolgen. Die Vermutung auch hier: Nike vernichtet systematisch Ware, die der Konzern eigentlich noch verkaufen könnte. Die Schuhe landeten im belgischen Ort Herenthout – und dort im Schredder!

Name:Nike Inc. (seit 1971)
Gründungsjahr & -ort:25. Januar 1964, Eugene, Oregon, USA (als Blue Ribbon Sports)
Produktpalette:Sportswear, Schuhe
Mitarbeitende:76.700 (2019)
Umsatz:39,1 Milliarden USD (2019)

Carolin Kebekus: Schuhe landen in belgischem Recyclinghof

Die Schuhe gehörten der Komikerin Carolin Kebekus und wurden von einem Team von Investigativreportern im Hamburger Nike Store abgegeben. Das Team besteht aus Journalisten der ARD-Formate „STRG_F“ und „Panorama“, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und des Recherche-Start-ups „Flip“ und arbeitet seit Monaten an dem Projekt „Sneakerjagd“. Mit diesem wollen sie herausfinden, wo die Sneaker eigentlich landen und statteten zu diesem Zweck die Schuhe von elf Prominenten, unter anderem Jan Delay, mit GPS-Sendern aus. Dann wurden die Schuhe auf unterschiedlichen Wegen entsorgt, zum Beispiel auch über Altkleidercontainer. Interessierte können die Reise der Schuhe auf www.sneakerjagd.de verfolgen.

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Die Schuhe von Kebekus wurden über die Rücknahmebox in der Filiale entsorgt. Die trägt die Aufschrift „Recycle deine alten Schuhe“ und ist Teil eines Recyclingprogramms, mit dessen Hilfe der Konzern sich ein nachhaltigeres Image zu geben versucht. Wie eine Hamburger Tageszeitung berichtet, fanden die Reporter dank des GPS-Trackers heraus, dass die Schuhe in dem Recyclinghof ankamen und zerstört wurden. Doch nicht nur das: Auch neuwertige Schuhe, so ergaben weitere Nachforschungen, wurden in dem Recyclinghof vernichtet. Eine Sprecherin des Konzerns räumte ein, dass zumindest Retouren „die Anzeichen von einer möglichen Beschädigung oder Gebrauchsspuren aufweisen“, zerstört und dann wiederaufbereitet werden.

Zerstörung neuwertiger Ware wird mit bis zu 100.000 Euro Bußgeld bestraft

„Gemäß der Abfallhierarchie hat die Abfallvermeidung oberste Priorität und Vorrang vor allen anderen Entsorgungsmaßnahmen wie beispielsweise Recycling“, sagt Sprecher Christopher Stolzenberg vom Bundesumweltministerium auf Nachfrage. Das heißt, Nike verstößt dank des Vernichtens gebrauchstüchtiger Retouren möglicherweise gegen gültige Gesetze. Laut Bundesumweltministerium verstößt Nike mit dem Vernichten gebrauchstüchtiger Retouren möglicherweise gegen deutsches Gesetz. Hersteller müssten vielmehr dafür sorgen, dass die Gebrauchstauglichkeit ihrer Produkte erhalten bleibt und diese nicht dem Abfall zugeführt werden müssen. Das drohende Bußgeld für Zuwiderhandlungen beträgt bis zu 100.000 Euro.

Wie der RBB berichtet, geht die Berliner Senatsverwaltung bereits dem ARD-Bericht nach. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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