Vier Röhren für ein Hallelujah

Elbtunnel: Das Verkehrs-Nadelöhr unter Hamburg  

  • Vivienne Goizet
    vonVivienne Goizet
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Wer schon einmal aus Richtung Süden nach Hamburg gefahren ist, der musste wahrscheinlich durch den Elbtunnel. Durch die vier Röhren mit je zwei Fahrspuren schleusen sich täglich ungefähr 113.300 Fahrzeuge. Ein Nadelöhr in die Stadt, das regelmäßig von Staus und Sperrungen gepeinigt ist. Alle wichtigen Daten und Fakten zu Hamburgs berühmtem Verkehrsknotenpunkt.

  • Die Eröffnung von Hamburgs Neuem Elbtunnel fand im Jahr 1974 statt.
  • Er löste damit in der Hansestadt Hamburg den Alten Eltbunnel ab.
  • Für das Jahr 2030 ist die Eröffnung eines dritten Tunnels unter der Elbe geplant.

Hamburg ‒ Seit dem 26. Dezember 1974 gibt es in Hamburg den Neuen Elbtunnel. Nachdem zu der Zeit des Dritten Reichs eine Elbhochbrücke geplant war, über welche die Reichsautobahn führen sollte, entschied sich die Stadt Hamburg nach dem Ende der NS-Zeit für einen zweiten und besseren Tunnel. Dieser hat heute insgesamt vier Röhren, ist mit 3.325 Metern der viertlängste Straßentunnel Deutschlands und besitzt eine direkte Anbindung an die Autobahn A7.

ElbtunnelBrücke in Hamburg
Gesamtlänge: 3.325 m
Baubeginn: 1968
Eröffnet: 10. Januar 1975
Anzahl der Röhren: 4
Ort: Hamburg
Fahrzeuge pro Tag: 113.300

Das Problem des Neuen Elbtunnels ist, dass es in diesem oft zum Stau kommt. Die Gründe für die angespannte Verkehrslage sind dabei vielfältig. Manchmal sind Baustellen, Bauarbeiten oder Sanierungen ein Grund. Oft kommt es auch aufgrund des Tunnelsyndroms zu einem Unfall.

Der Neue Elbtunnel in Hamburg bildet das verkehrstechnische Nadelöhr in die Stadt und ist oft von Staus und Sperrungen geplagt. (24hamburg-Montage)

Nicht selten müssen die Verkehrsmeldungen sogar die Vollsperrung des Tunnels vermelden, zum Beispiel aufgrund eines Brandes. Die Feuerwehr Hamburg hat damit leider viel Erfahrung. Nichtsdestotrotz gilt der Elbtunnel als sehr sicher. Das liegt nicht zuletzt an den hohen Anforderungen für Tunnel in der Bundesrepublik Deutschland.

Zudem gibt es ein paar Verhaltensregeln in Tunneln, beispielsweise die Schilder mit der Aufschrift „Radio einschalten“. Über das Radio können Autofahrer im Notfall wichtige Anweisungen erhalten.

Neuer Elbtunnel: Gibt es eine Alternative in Hamburg zu dieser vielbefahrenen Strecke? Neuer Elbtunnel 2030 geplant

Da der Neue Elbtunnel häufig dicht ist und eine Einfahrt durch eine Sperrung verhindert wird, suchen Autofahrer aus Hamburg oft nach einer Alternative zu der vielbefahrenen Strecke. Die gute Nachricht für die Autofahrer ist, dass eine Alternative direkt in Hamburg geplant ist – die schlechte, dass dieser erst im Jahr 2030 fertiggestellt wird.

Es handelt sich auch hierbei um einen Tunnel unter der Elbe, der an die A20 angebunden sein soll. Die Kosten für den Bau werden laut Planungen mehr als eine Milliarde Euro betragen. Zunächst wurde festgelegt, dass die Kosten durch eine Maut wieder eingetrieben werden sollen, dieses Konzept wurde aber wieder überworfen.  

Bau der vierten Elbtunnelröhre

Da das Verkehrsaufkommen in Hamburg jährlich stieg und es fast täglich zu Staus im Elbtunnel kam, begann die Stadt Hamburg im Jahr 1995 eine vierte Elbtunnelröhre zu bauen. Das Unterfangen stellte sich als technische Herausforderung dar. Konnte aber mit der eigens für diesen Zweck gebauten Tunnelbohrmaschine TRUDE (Tief Runter Unter Die Elbe) umgesetzt werden. Sie ist mit einem Außendurchmesser von 14,2 Meter die größte Tunnelbohrmaschine der Welt.

Das für die Elbtunnelarbeiten verwendete Schneidrad steht heute vor dem Museum der Arbeit in Hamburg Barmbek. Auf dem Platz neben dem riesigen Bohrrad ist ein Restaurant mit dem Namen T.R.U.D.E. angesiedelt. Die Eröffnung der neuen Röhre fand am 27. Oktober 2002 statt und die Kosten für den Bau der vierten Röhre des Neuen Elbtunnels beliefen sich insgesamt 500 Millionen Euro.

Zum Bau der vierten Röhre verfasste die Stadt Hamburg eine umfassende Präsentation zur Historie der Elbüberquerung in Hamburg. So hießt zum Beispiel die Bohrmaschine für die ersten drei Elbtunnelröhren „Maulwurf Otto“.

Geheimtipp Hamburg: Die Tunnelbetriebszentale

Für Touristen, die den Trubel in diesem Tunnel noch nie selbst erlebt haben, kann es interessant sein, sich diesen bei einer Besichtigung der Tunnelbetriebszentale anzusehen. Eine Kamera filmt den Verkehr von oben und leitete die Bilder direkt weiter an die Zentrale. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Bodo Marks/dpa/picture alliance & Daniel Reinhardt/dpa/picture alliance

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