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Neue Teststrategie für Hamburg: „Begrenzte Kapazitäten für kritische Fälle“

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Von: Anika Zuschke

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Anzahl der Neuinfektionen in Hamburg nimmt konstant zu – die Kapazität von PCR-Tests kann der Masse nicht mehr nachkommen. Deswegen gilt bald eine Priorisierung.

Hamburg – Viele Hamburger haben momentan Schwierigkeiten, sich schnell mit einem PCR-Test auf eine mögliche Corona-Infektion testen zu lassen. Das liegt an der Rekord-Inzidenz in der Hansestadt – die sogar trauriger Spitzenreiter in Deutschland ist – und an mangelnden Kapazitäten für PCR-Tests. Bei Personen, die schon ein positives Schnelltest-Ergebnis haben und dieses verifizieren wollen, fällt der Mangel an PCR-Tests besonders auf. Am Montagnachmittag, 24. Januar 2022, wurde bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz ein Beschluss gefällt, wie dieses Defizit von jetzt an gehandhabt wird.

Test aus dem Labor mit schriftlichem Befund:PCR-Test
Testverfahren:Erbgut des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) wird nachgewiesen
RT-PCR-Labortest:Gilt als das sicherste Verfahren, eine Infektion nachzuweisen
Test-Dauer:Circa 2 Minuten

Neue Teststrategie: PCR-Test Kapazitäten reichen nicht aus – Tschentscher bestätigt Priorisierung bei PCR-Tests

Am Montag, 24. Januar, wurden in Hamburg 4613 neue Corona-Fälle gemeldet, die Inzidenz liegt nun bei 1881,9 – ein neuer Rekordwert. Um diese Zahlen zu ermitteln, sind jedoch viele PCR-Tests vonnöten. Tests, die die Stadt nicht hat. Die Kapazitäten seien derzeit nicht ausreichend, sagt auch Behördensprecher Martin Helfrich gegenüber der Hamburger Morgenpost und fährt fort: „Die PCR-Test-Kapazitäten werden wir in den kommenden Wochen voraussichtlich gezielt einsetzen müssen, um Tests bei Personen im Bereich der kritischen Infrastruktur und in vulnerablen Einrichtungen durchzuführen.“

Bürgermeister Peter Tschentscher bestätigt diese Idee in einem Statement nach der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK): „Die begrenzten Kapazitäten für PCR-Tests müssen für die kritischen Fälle eingesetzt werden“, erklärt Hamburgs Erster Bürgermeister und fährt fort: „Das heißt bei der Diagnostik vulnerabler Personen und bei der Diagnostik von Beschäftigten in entsprechenden Einrichtungen, in denen vulnerable Personen betreut oder behandelt werden. Dort müssen diese sicheren diagnostischen Verfahren vor allem eingesetzt werden können.“

Deswegen hätten die Gesundheitsminister nun den Auftrag erhalten, die Testverordnung so anzupassen, dass dieses Ziel erreicht werde und die PCR-Kapazitäten im Einklang mit diesem Ziel stünden. Außerdem dürfen sich laut Tschentscher zum Schutz von PCR-Kapazitäten auch Personen, die in kritischen Einrichtungen arbeiten, nach sieben Tagen aus der Quarantäne freitesten – mit einem Antigen-Schnelltest.

Corona Teststrategie zur Knappheit von PCR-Tests: Gesundheitsbehörde in Hamburg setzt auf Antigen-Schnelltests

Die Hamburger Gesundheitsbehörde rät auch bei roter Corona-Warn-App oder zum „Freitesten“ nach einer Infektion nun zur Nutzung von Antigen-Schnelltests. Personen, bei denen ein Schnelltest positiv ausgefallen ist, müssen sich aber immer noch den geltenden Regeln zufolge für zehn Tage isolieren. Ein Freitesten ist erst nach frühestens sieben Tagen möglich. „Diese Dauer sollten sie einhalten, auch wenn eine Bestätigung der Infektion mit höchster Gewissheit nicht erfolgt, beispielsweise, weil kurzfristig kein PCR-Test verfügbar ist“, erklärt Helfrich laut Mopo.

Eine medizinische Assistentin nimmt in einer Teststation mit einem Tupfer einen Abstrich für einen PCR-Test.
Neue PCR-Test-Regelung setzt in Hamburg auf die Priorisierung bestimmter Personengruppen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Isolation könne jedoch beendet werden, wenn mindestens zwei Tage keine Symptome mehr aufgetaucht sind und ein anschließend nochmals durchgeführter Schnelltest in einem offiziellen Testzentrum negativ ausfällt. „Personen, die eine rote Warn-App-Benachrichtigung haben, sollten ebenfalls lediglich einen Schnelltest in einem zertifizierten Testzentrum durchführen lassen“, empfiehlt der Behördensprecher laut Mopo.

MPK Ergebnis: PCR-Kapazitäten reichen deutschlandweit nicht aus – Priorisierung folgt

Ein MPK Ergebnis war zwar, dass die aktuellen Corona-Regeln erstmal nur bestehen bleiben und nicht verschärft werden. Dies ändert jedoch noch nichts an der Knappheit der PCR-Tests. Beschlüsse zur Test Priorisierung gab es allerdings konkret nicht. Man müsse das Vorgehen noch mit den Ländern „bis ins Detail“ abstimmen.

Das Bundesgesundheitsministerium verweist darauf, dass PCR-Kapazitäten in Deutschland momentan zwar ausgebaut würden, aber auch dann aufgrund der hohen Inzidenzen nicht ausreichend sein werden. Deshalb sei eine Priorisierung bei PCR-Tests nötig, sagt ein Sprecher gegenüber NDR. PCR-Tests sollen deswegen nur noch für besonders gefährdete Gruppen sowie das Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen verwendet werden.

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Alle anderen sollen BILD zufolge auch nach einem positiven Schnelltest nur mit einem weiteren Schnelltest überprüfen, ob sie infiziert sind – und sich anschließend in Quarantäne begeben. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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