Senat will ruhigen Schlaf für Bürger und Umwelt

Neue Tempo-30-Zonen in 85 Hauptstraßen: Hamburg bremst Autos aus

  • Fabian Raddatz
    VonFabian Raddatz
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Hamburg sagt dem Autolärm in der Stadt den Kampf an: In 85 Hauptstraßen sollen Tempo-30-Zonen kommen. Bis 2024 sollen die restlichen 65 Straßen folgen.

Hamburg – Na dann: Gute Nacht, Hamburg! Mehr Ruhe vorm nächtlichen Verkehrslärm, das will die Stadt nun schrittweise umsetzen. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sagte am Dienstag, 25. Mai 2021, auf der Landespressekonferenz: „Es gibt in Hamburg Umweltprobleme, die wir nicht überhören können und dürfen und deren Hauptverursacher der Kfz-Verkehr ist.“

Stadt in Deutschland:Hansestadt Hamburg
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)
Vorwahl:040
Sehenswürdigkeiten:Hamburger Hafen, Michel, Alster, Elbe

Um den auszubremsen, Hamburgern in der Nacht mehr Ruhe zu gönnen, sollen in 85 Hauptstraßen ein nächtliches Tempo-30-Limit eingeführt werden. Es soll zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr früh greifen. Zu viele Hamburger seien von Lautstärken von über 55 Dezibel betroffen, hieß es am Dienstag.

Tempo-30-Limit in Hamburg: Weniger Lärm für 35.000 Anwohner

Einige der ersten Straßen, in denen das Tempolimit bis Mitte kommenden Jahres kommen soll, sind Abschnitte der B73 Stadter Straße, B5 Eiffestraße, Teile des Schulterblatts, der Bramfelder Chausee, der Ostfrieslandstraße sowie der Herderstraße. Auch auf dem Finkenweder Norddeich soll das Tempo in der Nacht begrenzt werden.

Ungestörter, gesunder Schlaf ist nur möglich, wenn es drumherum leise ist.

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne)

In den kommenden drei Jahren soll die Regelung dann auch auf die restlichen 65 Hauptstraßen ausgeweitet werden.

Hamburg erhofft sich davon eine Reduzierung des Verkehrslärms um drei Dezibel. Das entspreche eine Halbierung des Verkehrsaufkommens – und eine Lärmverbesserung für mehr als 35.000 Menschen. „Ungestörter, gesunder Schlaf sei nur möglich, wenn es drumherum leise ist“, sagte Kerstan.

Mehr Tempo 30 in Hamburg: Das ist noch geplant

Die massive Ausweitung der Tempo-30-Zonen ist dabei nicht der einzige Punkt im Plan, um den Verkehrslärm in der Stadt Hamburg runterzufahren. Die Stadt will sogenannte „Ruhige Gebiete“ schaffen. In diesen mindestens 50 Hektar großen Bereichen darf nichts mehr geplant werden, das zusätzlichen Lärm verursacht.

Um den Verkehrslärm zu reduzieren, sind mehr Tempo-30-Zonen für Hamburg geplant.

Beispiele hierfür sind der Forst Sunder und Stuck, der Schlickhügel Francop, Klövensteen, Höltigbaum und der Staatsforst Haake. Zusätzlich dazu sollen insgesamt 41 Wald- und Forstgebiete, Friedhöfe und Grünanlagen künftig besonders geschützt werden.

Verkehrslärm in Hamburg: Auch Autoposer ein Problem

Im Kampf gegen den Verkehrslärm griff die Stadt in der Vergangenheit bereits auf andere Methoden zurück: Der A7-Deckel, eines der drei Großprojekte derzeit in Hamburg, sowie die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße hätten viel gebracht, so Umweltsenator Kerstan. Und auch Polizei-Maßnahmen seien erfolgreich gewesen: So zog die SoKo „Autoposer“ über 1000 Fahrzeuge aus dem Verkehr, die mit lautem Auspuff in Hamburg unterwegs waren.

Dabei ging der SoKo unter anderem ein 21-Jähriger ins Netz, der eine Waffe mit dabei hatte. Und auch illegale Straßenrennen muss die Hamburger Polizei regelmäßig unterbinden, so etwa auf der Autobahn A7. Bei einem Messen zwischen Luxusschlitten kam es zu einem Unfall auf der Elbbrücke. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa & Jens Kalaene/dpa

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